Es gibt Kurden auf dieser Welt

„De facto hat Trump den Iran und die Dschihadisten gestärkt“

Der Syrien-Feldzug des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan entzweit die internationale Gemeinschaft. Unterdessen wirkt die in Medien und Moscheen verbreitete türkische Kriegspropaganda auch in Deutschland. TE sprach mit dem Deutschen kurdischer Herkunft Amed Alan Mardin.

TE: Herr Mardin, Sie leben seit vielen Jahren in Deutschland, haben hier an der Freien Universität Berlin studiert, als Journalist gearbeitet und zuletzt ein kurdisches Restaurant eröffnet. Können Sie uns etwas über Ihre Herkunft sagen?

Amed Alan Mardin: Ich komme aus der Nähe der syrisch-türkischen Grenze, die in diesem Bereich entlang der (von deutschen Ingenieuren des Kaiserreichs gebauten) Bagdadbahn verläuft. Die Bahnlinie, die später zur Grenze werden sollte, hat so viele Ortschaften und Familien geteilt. Man spricht noch heute von Orten »über« und »unter der Linie«, also in der Türkei und Syrien. Auch ich habe viele Verwandte in Nordsyrien, mein Dorf liegt nur 5 bis 6 km von der jetzigen Konfliktlinie entfernt. In der Nähe ist auch das zwischen Syrien und der Türkei geteilte Ras al-Ain, dessen syrischen Teil die Türken am ersten Tag der Offensive eingenommen haben, bevor er wenig später von der Kurdenmiliz YPG zurückerobert wurde.

Schon seit August dieses Jahres hat Erdoğan von einer »Sicherheitszone« in Nordsyrien gesprochen, die er dort – angeblich gemäß einer Vereinbarung mit den USA – errichten wolle. Haben Sie persönlich mit dem Angriff der Türken gerechnet?

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