Windindustrie auf dem absteigenden Ast

Vom Sturm gebeutelte Windturbine in den Niederlanden. Bild: Heartland Institute

Kenneth Artz
[Vorbemerkung des Übersetzers: Dieser Beitrag aus den USA zeigt, dass Windenergie nicht nur bei uns, sondern in der gesamten (westlichen) Welt am Ende ist. In den USA kommt diesem Beitrag zufolge aber noch ein anderer Punkt hinzu. – Chris Frey]
Einem neuen Report zufolge könnten bevorstehende Entscheidungen der Regierung schon bald zu einem scharfen Einbruch des weiteren Ausbaus von Windenergie führen.
Diese Nachricht kommt zu einer Zeit mit Erwartungen der Industrie, in den Jahren 2019 und 2020 ein Rekord-Wachstum hinzulegen und ihre Wind-Kapazität in naher Zukunft zu verdoppeln.

Zölle könnten Windenergie blockieren

Ein Report der Energie-Beraterfirma Wood Mackenzie prophezeit, dass die Windenergie-Kapazität in den USA während der Jahre 2019 und 2020 ihr stärkstes Wachstum denn je hinlegen. Die installierte Kapazität soll von 97 GW auf 121 GW anwachsen.

Trotz derartiger, bereits geplanter Zunahmen sind die längerfristigen Wachstums-Aussichten der Industrie düster, wie aus dem Mackenzie-Report hervorgeht.

Hersteller von Windturbinen in den USA haben eine Klage bei der International Trade Commission (ITC) der USA eingereicht des Inhalts, dass viele Länder Turbinen zu Dumping-Preisen an den US-Markt bringen, was die heimischen Hersteller schwer schädigt. Im Gegenzug überlegt man bei der ITC, Zölle auf importierte Windturbinen und Ersatzteile einzuführen, die aus Kanada, Indonesien, Korea und Vietnam stammen. Dort werden 84% der Teile hergestellt, welche bei in den USA errichteten Windturbinen eingebaut werden. Diese Zölle würden bestehenden Zöllen auf Masten und andere Ausrüstung bzgl. Windenergie aus China hinzugefügt und Windkraft-Projekte teurer machen.

Außerdem plant die [US-]Bundesregierung, Steuervorteile [Production Tax Credit PTC] für Wind Ende 2019 auslaufen zu lassen, was eine Reduktion der Subventionen für diese Industrie bedeutet.

Falls die Zölle eingeführt und die PTC nicht erneuert werden, dürften die Preise substantiell steigen und die Vollendung von Wind-Projekten sich dramatisch verlangsamen, sagt Wood Mackenzie.

Vetternwirtschaft zwischen Regierung und Unternehmen

Die Windindustrie ist entscheidend abhängig vom Wohlwollen der Regierung, sagt Rob Bradley Jr., Direktor des Institute for Energy Research. Und weiter:

„Kumpane leben und sterben durch das Schwert der Regierung. Alle Windprojekte sowie jedes einzelne derselben ist abhängig von umfangreichen Steuer-Subventionen ebenso wie von diese bevorzugenden Vorschriften. Es ist eine Ironie – und kommt selten vor – dass sich die Windindustrie auf der Verlierer-Seite der Regierungspolitik wiederfindet, aber Zölle auf importierte Teile bedeuten genau das. Was wäre, wenn man alle Subventionen zusammen mit den Zöllen eliminieren würde und man den Markt entscheiden lassen würde, welche Stromerzeugung die Beste ist?“ Soweit Bradley.

Windenergie ist derzeit nicht in der Lage, ganz oben zu stehen, sagt Jay Lehr, Ph.D., ein leitender politischer Analyst bei der International Climate Science Coalition und ein vieljähriger Kritiker von Energie-Subventionen.

Lehr weiter: „Was könnte besser sein als Zölle auf importierte Windturbinen, um eine Industrie abzuwürgen, welche nur auf dem Rücken des amerikanischen Steuerzahlers existiert und dessen Subventionen bis zu 50% ihrer Kosten betragen? Windturbinen am freien Markt können niemals in bedeutendem Umfang Energie liefern oder im Wettbewerb mit billiger Energie aus fossilen Treibstoffen mithalten. Keines dieser Kraftwerke kann durch Windenergie ersetzt werden, weil sie alle immer funktionieren müssen, auch wenn der Wind nicht mit der erforderlichen Geschwindigkeit oder überhaupt nicht weht“.

Erzwungene Windenergie

Die meiste Unterstützung der Industrie kommt durch staatliche Programme zustande, sagt John Droz, Gründer der Alliance for Wise Energy Decisions.

Er sagt: „In etwa 30 [US-]Staaten gibt es eine ganze Palette von Anreizen pro Windenergie. Am problematischsten dabei sind Vorschriften, die verlangen, dass seitens der Versorger eine bestimmte Menge Strom durch Windenergie erzeugt werden muss. Welchen Sinn würde es für einen Versorger jemals machen, vorgeschrieben zu bekommen, zunehmend irgendein bestimmtes Produkt herzustellen?

Das steht jedwedem Gedanken eines freien Marktes diametral entgegen, und doch haben diese Leute diesen gesamten Geschäftszweig aufgetakelt. Jeder einzelne Bereich davon ist korrupt“.

Netzkosten sind nicht abgedeckt

Ein weiterer Mangel der Windindustrie besteht darin, dass sie nicht den vollen Anteil der Kosten für den Erhalt der Netzstabilität trägt, sagt Droz. Und weiter:

„Jeder muss verstehen, dass es im Netz Windenergie aus sich selbst heraus nicht gibt. 100 Prozent der Windenergie muss zusammengeführt werden mit einer anderen Quelle der Stromerzeugung, zumeist Erdgas, und das die ganze Zeit.

Wenn die Windgeschwindigkeit auf Null im Energienetz geht, was häufig der Fall ist, erbringt Gas 100 Prozent des Stromes, und wenn Wind auf 100 Prozent geht, trägt Gas nichts bei – muss aber weiter bereit gehalten werden, um in der Lage zu sein, die Lücke zu füllen, wenn der Wind plötzlich abflaut. Folge: Ein Teil der Kosten für Windenergie wird nicht berücksichtigt, nämlich die Kosten, die anfallen, wenn Erdgas nur bereitstehen muss, um Flauten auszugleichen oder um die im Netz fließende Energie zu regeln, wenn das erforderlich ist“.

Zuverlässigkeit kommt ins Spiel*

[*Original: Reliability ‚Reckoning‘ Coming]

Windenergie frisst einen Teil des Sicherheits-Vorrates, der erforderlich ist, um auch in Zeiten extrem hoher Nachfrage zuverlässig Energie liefern zu können, sagt Droz. Weiter:

„Windenergie stiehlt einen Teil des Sicherheits-Vorrates, der von den Netzbetreibern bereit gehalten wird, um Brownouts und Blackouts zu verhindern bei seltenen Ausfällen der Quellen und unerwarteten Spitzen der Nachfrage. Die meisten Netze haben eine Sicherheit von 15% Kapazität über der erwarteten Grundlast-Nachfrage. Das bedeutet, dass die Windkraft-Betreiber bestraft werden sollten, wenn sie für eine Unterminierung des Sicherheits-Vorrates verantwortlich sind. Es gab nämlich schon einige Stromausfälle, wenn der Wind nichts erzeugte und kein ausreichender Backup zur Verfügung stand.

„Stromsysteme sind in der Lage, mit der Intermittenz von Windenergie fertig zu werden, wenn diese nur einen geringen Prozentsatz Energie in das System bringt. Aber wenn größere Anteile ins Spiel kommen wie etwa 20% oder mehr, wird der Sicherheits-Vorrat gefährlich verringert. Das bedeutet, wenn mehr Wind erzwungenermaßen in das Netz gespeist wird, dann muss man erwarten, dass die Anzahl von Stromausfällen steigt. Es läuft alles auf Berechnungen hinaus“.

Kenneth Artz writes from Dallas, Texas.

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/wind-industry-poised-for-decline-report-states

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