Maas und Haftar: Ich schau dir in die Augen …

Von Dr. habil. Aloysius Hingerl

Maasens Hand verschwindet fast in der von Haftar. Wehe, wenn der General richtig zudrückt. Maas bettelt. Haftar schaut durch ihn durch.

WELT online schrieb unter das Foto: „Außenminister Heiko Maas traf im Vorfeld der Konferenz im libyschen Bengasi General Chalifa Haftar, der weite Teile des Landes kontrolliert”.

Das versteinerte Gesicht des Feldmarschalls Khalifa Belqasim Haftar sagt seinem Besucher Heiko Maas (Außenminister), dass ich auf euch in Berlin höre, kannst du dir abschminken. Die Hand gebe ich dir nur, damit alle Welt auf den Fotos sieht, dass ihr mich und meine Libysche Nationalarmee (LNA) anerkennt, nachdem ihr euch bisher nur hinter Fayez Mustafa al-Sarraj, der Marionette von EU und UNO versammelt habt.

Heiko Maas ist verlegen, verkrampft in Mund- und  Augenwinkeln ein verschämter Ansatz von Lächeln als Heischen um ein bisschen ebensolches von Haftar ins Gesicht geschrieben. Maasens Hand verschwindet fast in der von Haftar. Wehe, wenn der General richtig zudrückt. Maas bettelt. Haftar schaut durch ihn durch. Zoomen Sie das Bild größer und die Nichtbegegnung wird immer deutlicher. Die Atmosphäre ist eisig. Maas fröstelt.

Der Bericht des Korrespondenten Alfred Hackensberger endet mit diesem Absatz:

»In Libyen mögen die einen hoffen, dass das Treffen in Berlin eine Wende bringt. Die anderen sind überzeugt, dass die Konferenz keinen Frieden bringt. „Dazu geht es in Libyen zu sehr um Geld, Macht und Einfluss“, sagte Abubaker in Tripolis, ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. „Zudem sind viel zu viele ausländische Staaten involviert. Das klappt nie.“«

So ist es. Aber darum geht es weder Maas noch Merkel. Tatsächlich mächtige oder in solches Licht gerückte Politiker aus fremden Ländern in Berlin versammeln, dem Volk via Bild und Ton ins Wohnzimmer geliefert, beeindruckt Gutgläubige und spiegelt ihnen vor, Deutschland habe in der Welt etwas zu sagen. Liebe Leute, vergesst es, alles nur hohle Luft. PR, Ablenkung von allen wirklich wichtigen Fragen, den seit bald zwei Jahrzehnten vernachlässigten Problemen, vom Verzehr der einst bemerkenswerten Substanz eines einst hochentwickelten Landes.

Bei Philippi sehen wir uns wieder. Allerdings ohne Deutschland und ohne EU.

Quelle

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