Wort „Invasion“ kostet Renaud Camus 1.800 Euro plus Haftstrafe auf Bewährung

von Max Erdinger

In Frankreich verurteilt: Philosoph Renaud Camus, Foto von 2007

Die freie Rede ist in Frankreich nun illegal. Der französische Philosoph Renaud Camus wurde zu zwei Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt. Sein „Vergehen“: In einer Rede vom November 2017 in Colombey-les-deux Eglises hatte er für die Massenimmigration nach Europa das Wort „Invasion“ verwendet.

Der französische Philosoph Renaud Camus ist einem Bericht des Nachrichtendienstes Summit News zufolge von einem französischen Gericht einer Straftat schuldig gesprochen worden. Camus soll „Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgrund von Herkunft, Ethnie, Nationalität, Rasse oder Religion“ betrieben haben. Wie er das hinbekommen hat? – Er verwendete für die Masseneinwanderung nach Europa das Wort „Invasion“. Das Urteil: Zwei Monate Haft auf Bewährung plus 1.800 Euro Geldstrafe, zu bezahlen an die beiden Antirassismusorganisationen „SOS racisme“ und „LICRA“. Letztere begreift sich als Liga gegen Rassismus und Antisemitismus, was zumindest insofern bemerkenswert ist, als daß Juden Frankreich aufgrund der Einwanderung ausgewiesener Antisemiten aus dem arabischen Raum in großer Zahl verlassen. Unklar ist, ob Camus von französischen Richtern künftig als von „Systemschergen“ reden will.

Ein Machtkampf

Es ist nicht neu, daß die europäische Linke seit Jahrzehnten daran arbeitet, ein „neues Denken“ zu installieren, indem sie bestimmte Vokabeln ächtet. Wir kennen das von den Zigeunern, die zur „mobilen ethnischen Minderheit“ werden mussten, von den Negern, die heute als „Menschen mit afrikanischem Hintergrund“ bezeichnet werden, Behinderten, die zu „körperlich Herausgeforderten“ wurden und allen den Halsabschneidern, Gierhälsen, Lügenbeuteln, Tagedieben und Nassauern, die sprachlich in „Mitmenschen mit einem sozialethisch fragwürdigen Charakter“ verwandelt worden sind. Ziemlich neu ist, daß sich die Linke u.a. jener Justiz bedient, die sie zuerst infiltriert hat, um Sprach- und Denkregeln allgemeinverbindlich durchzudrücken, ein Sachverhalt, welcher dereinst ausführlich zu würdigen sein wird. In Frankreich stehen die Chancen nicht schlecht, daß die Nachfolgerin von Emmanuel Macron doch noch Marine Le Pen sein wird, für deren Rassemblement National (früher: Front National) ausgerechnet Renaud Camus als Vordenker gilt. Dann würde vermutlich zumindest das Skandalurteil gegen Camus noch einmal zur Sprache gebracht werden.

Daß die europäische Linke nicht damit rechnet, die politische Macht und die Diskursmacht noch einmal abgeben zu müssen, läßt sich daran erkennen, daß sie offensichtlich damit kalkuliert, für ihre totalitären Anwandlungen niemals zur Rechenschaft gezogen werden. Sie könnte sich aber getäuscht haben. Besonders das Messen mit zweierlei Maß wird man ihnen dereinst bitter unter die Nase reiben. Aber nicht nur das. Mindestens ebenso wird man sich damit beschäftigen, wie zukünftig sicherzustellen ist, daß nie wieder Moralisten die Macht erringen, die sich in solche Positionen versteigen, daß sie sich das Argumentieren per se nicht mehr erlauben können, weil sie sich nur noch dafür interessieren, was aus welchen Gründen ihnen auch immer gefällt und wie sie es per ordre de mufti durchdrücken. Nie wieder soll sich jemand aus der Pflicht zum Argument davonstehlen können.

Haßsprache

Das politische Ziel hinter der Instrumentalisierung der Justiz ließe sich aus linker Sicht eventuell so formulieren: „Es wird höchste Zeit, dass diese „A***löcher für Deutschland“ (Jutta Ditfurth am 06.05.2014), dieses „Pack“ (Sigmar Gabriel, SPD, am 24.08.2015), diese „offen rassistische, völkische Gesellschaft, rechtsradikale Menschenfeinde, echte Nazis“ (Sigmar Gabriel, SPD, am 23.10.2015), diese „Vulgär-Rassisten, Bande von Zynikern und geistigen Brandstiftern“ (Thomas Oppermann, SPD, am 21.12.2015), dieser „braune Bodensatz“ (Manfred Güllner am 02.01.2016), diese „Untermenschen“ (Matthias Zimmer, CDU, am 04.06.2016), diese „rechtsradikalen A***löcher“ (Johannes Kahrs, SPD, am 27.09.2017), dieser „giftige Abschaum“ (Marco Wanderwitz, CDU, am 11.11.2018), diese „braunen Ratten“ (Sascha Fiek, FDP, am 04.12.2016), die man wieder dorthin zurückjagen sollte, wo sie hergekommen sind – „in ihre Rattenlöcher“ (Raed Saleh, SPD, am 18.01.2019), und besonders diese Nazisäue (Danny Hollek, WDR, am 28.12.2019)endlich lernen, wo die rote Linie ist.

Die rote Linie wurde von nicht wenigen Roten selbst schon lange überschritten. Deswegen ist anzunehmen, daß es anders laufen wird. Alle der oben genannten werden erzählt bekommen, wann sie selbst die rote Linie überschritten hatten und was sie das kosten wird. Die Linke weiß auch genau, daß sie sich längst nicht mehr prioritär in einem „Kulturkampf“, sondern in einem Machtkampf befindet, der nicht einfach folgenlos für sie selbst über demokratische Wahlen entschieden werden wird, sondern daß der Verlust ihrer Macht eine geschichtliche Aufarbeitung nach sich ziehen muß und wird, und daß dabei Schuldige zu identifizieren sein werden. Das Thema Haft- und Geldstrafen wird noch einmal sehr aktuell werden, und gegen die „Entrotgrünifizierung“ wird die Entnazifizierung ein Zuckerschlecken gewesen sein. Die rote „Kulturrevolution“ läuft seit etwa einem halben Jahrhundert und sie wird nicht erst in einem weiteren halben Jahrhundert krachend scheitern.

Fiese Methoden

Die selbsterklärten Feinde der freien Rede greifen angesichts der Notwendigkeit, die Demokratie als Fassade aufrecht zu erhalten, um sie als Sichtblende für ihre Machenschaften zu mißbrauchen, zu immer groteskeren Methoden – und die freien Medien können ein Lied davon singen, um welche Methoden es sich dabei handelt. jouwatch z.B. funktioniert wesentlich über die Verbreitung der Inhalte von www.journalistenwatch.com in sozialen Netzwerken wie Facebook, die inzwischen durchsetzt sind mit Zensoren aus dem halbstaatlichen Grau, welche sich u.a. auch „Faktenchecker“ nennen, obwohl sie eigentlich Gesinnungschecker sind, z.T. finanziert ausgerechnet von denen (Soros-Stiftungen), die wir als die wahren Agenda-Setter outen. Es gibt keine „neutralen Faktenprüfer“, egal, wie penetrant sie Wert auf das Attribut „neutral“ legen, um der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Gerade zur Zeit bekommen wir eine Facebook-Benachrichtigung nach der nächsten, „unabhängige Faktenprüfer“ hätten „festgestellt“, daß wir „Fake-News“ verbreiten. Einiges mußte Facebook wieder zurücknehmen, und wenn das mit den „Faktenprüfern“ nicht länger aufrecht zu erhalten war, dann wurden gern die „Gemeinschaftsstandards“ hervorgezaubert, gegen die ein inhaltlich wahrer Artikel angeblich verstoßen habe. Dabei geht es gar nicht um Gemeinschaftsstandards, die für sich genommen schon äußerst fragwürdig sind, oder um „Fake-News“. Es geht um den „Schutz“ der Medienkosumenten vor angeblichen Fake-News, durchaus in demselben euphemistischen Sinne, in welchem der „Schutz“ beispielsweise im unseligen Begriff „Schutzhaft“ Verwendung gefunden hat.

Ziel dabei ist es, Pseudobegründungen dafür vorzuweisen, daß die Reichweite von jouwatch heruntergefahren wird. Besonders bizarr war ein „Faktencheck“, in dem uns „bescheinigt“ worden ist, wir hätten im Zuge der Migrationskrise zu Unrecht von „Neuansiedlungen“ geschrieben. Der UN gehe es nicht um „Neuansiedlungen“, so die „neutralen Faktenchecker“. Der Bezug: Das „resettlement program“ der Vereinten Nationen. Eine der möglichen Übersetzungen von „resettlement“ ist aber „Neuansiedlung“, wie man in Wörterbüchern nachlesen kann. Den Vereinten Nationen geht es sehr wohl um Neuansiedlungen. Nicht wir, sondern die „neutralen Faktenchecker“ lagen daneben – und zwar auf unsere Kosten.

Aktuell ist ein Prozeß von großem Interesse, den Nikolaus Steinhöfel im Namen von Roland Tichy („Tichys Einblick“) führt. Die Generallinie: Es kann nicht angehen, daß sich ein Medienunternehmen in der Demokratie bieten lassen muß, von einem konkurrierenden Medienunternehmen scheinobjektiv „bewertet“ zu werden, um dadurch seine Verbreitungsmöglichkeiten einzuschränken. Ford kann schließlich auch nicht Presseveröffentlichungen von Volkswagen mit dem Vermerk versehen, daß VW keine vernünftigen Autos baut – und umgekehrt.

„Wir“

„Wir müssen“, „wir brauchen“, „Europa muß“, „Deutschland muß“ und dergleichen Formulierungen, mit denen sich die Linke in beispielloser Impertinenz der Allgemeinheit als Sprecher für alle und jeden aufpfropft, – auch das hat gefälligst aufzuhören. „Wir“ sind nicht nur Linke. Wie groß die Verzweiflung bei der Linken inzwischen ist, offenbart sich auch in den immer bizarrer werdenden Schlagzeilen, die in linken Presseerzeugnissen verwendet werden, wohl wissend, daß die Schlagzeilen darüber entscheiden, ob der dazugehörige Artikel im Zeitalter der Informationsflut überhaupt gelesen wird. Wenn ein Markus Feldenkirchen im SPIEGEL die causa Habeck/Trump/Davos in einer Schlagzeile komprimiert als „Trump vs. Habeck – Duell der Giganten„, dann hätte man in Zeiten vor der politisch-korrekten Sprachpolizei anstandslos kommentieren dürfen, daß dem Feldenkirchen jemand ins Hirn geschissen haben muß. „Duell der Giganten“ im Falle Habeck vs. Trump? Das ist nur noch eine lächerliche Peinlichkeit. Da fehlt bloß noch, daß Feldenkirchen Habecks reflexhafte Verbalbeißerei gegen Trump bezeichnet hätte als „konstruktive Kritik auf Augenhöhe“. Oder der FOCUS: Wegen eines nahegelegenen Gipsabbaus fiel eine von vielen „Quellen“ des westmittelfränkischen Flüßchens Aisch trocken, d.h. auf den ersten zwei- bis dreihundert Metern hinter diesem einen von vielen Zuläufen war tatsächlich das Rinnsal ausgetrocknet. Zwei Kilometer weiter führt die Aisch so viel Wasser wie immer. Schlagzeile: „Wegen Klimawandel? Fluß in Bayern ausgetrocknet und verschwunden.“ Hauptsache, das Wort „Klimawandel“ wurde wieder in einer Schlagzeile untergebracht. Schlagzeilen werden gelesen, die dazugehörigen Artikel nicht unbedingt. Und weshalb sollten „wir“ uns länger bieten lassen, daß bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendungen laufen wie „Titel, Thesen, Temperamente“? Jüngst gab es dort einen Beitrag, moderiert von Max Morr, betitelt mit „Die rechte Mobilmachung„. Während Moor im Vordergrund in gewohnt süffisanter Arroganz sein „Wir“ ausstellte, lief auf dem Monitor im Hintergrund wiederkehrend eine Filmsequenz, die den Greifarm eines Baggers auf einer Müllhalde zeigte, der eben in den Müll griff. Der Vorwurf an die bösen „Rechten“: Sie zeigen Gesicht und kommen sympathisch rüber. Ein besonders sympathisches „rechtes Mädchen“, die wissenschaftlich argumentierende „Anti-Greta“ Naomi Seibt, wurde bereits als „Schwester von Beate Zschäpe“ bezeichnet. „Haßrede“ aber wäre nach linkem Verständnis ausschließlich das, was von der Gegenseite kommt.

Wenn „wir“ also etwas brauchen, dann, daß solchen systembütteligen, antidemokratischen Schmieranten endlich das dreckige Handwerk gelegt wird. Wer sich aber darauf verlassen wollte, daß ausgerechnet die „neutralen Faktenchecker“, etwa „correctiv“, auf solche grandiosen Fehlleistungen ansprängen, der hat sich geschnitten. Daß diese unseligen „Faktenchecker“ keine Fakten checken, sondern eine Ideologie gegen ihre Kritiker in Schutz nehmen, offenbart sich nicht allein durch das, was sie angeblich „checken“, sondern eben auch durch das, was sie wohlgefällig übersehen.

Was der Fall Renaud Camus in Frankreich überdeutlich vor Augen führt, das ist, daß inzwischen nicht nur die Mainstream-Medien und die Regierungen der Staaten jener Rest-EU ideologisch verseucht sind bis ins Mark, sondern daß bei der Justiz eine ebensolche Entwicklung ihren Lauf zu nehmen droht. Fatal ist, daß die europäische Linke genau weiß, was sie da tut, daß sie es mangels Argument & Alternative zu ihrem eigenen Machterhalt tun muß, und daß sie genau weiß, was ihr droht für den Fall, daß sie das nicht bis zum bitteren Ende durchziehen kann, will sagen, falls es ihr nicht gelingt, vormalige, rechtsstaatliche Demokratien endgültig gar in stocktotalitäre Diktaturen zu verwandeln. Sichtbar wird, daß sie sich genau dazu entschlossen hat.

Strategie

Das gilt es, unter allen Umständen zu verhindern. Und weil das gilt, ist es gar nicht mehr zielführend, die immer gleichen Schreckensmeldungen von Messerangriffen, Ehrenmorden, wirtschaftlichem Niedergang, Entmündigung, Vorschriften, Verboten, neuen Steuern und dergleichen zu verbreiten. Da gibt es nämlich nichts mehr zu beweisen, das nicht schon längst bewiesen wäre.

Das Hauptaugenmerk muß vielmehr auf die Methoden gelenkt werden, derer sich das Politestablishment inzwischen medial und neuerdings auch juristisch bedient, um die Realität -, genauer, ihr eigenes Scheitern an der Realität sichtbar zu machen. Wie die Dinge sind, richtet sich nämlich keinesfalls danach, wie sie die europäische Linke gerne hätte, respektive durch die Massen gern wahrgenommen hätte, von deren Wählerstimmen ihr Machterhalt abhängt. Daß es Linke mit ihren krausen Ideen gibt, wäre noch hinzunehmen gewesen. Daß sie jedoch versuchen, an der Realität vorbei ein gesinnungsdiktatorisches System, eine Diktatur der Hypermoralisten zu errichten, das kann ihnen kein Demokrat durchgehen lassen. Das schreit nach Korrektur und Ahndung. In jedem Fall gilt: Vae victis! (Wehe den Besiegten!) Und ich bin sehr dafür, daß die Linke zu den Besiegten wird. Gewinnen ist zwar nicht alles, verlieren aber gar nichts.

Quelle

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