Türkei geht gegen russische Journalisten vor

Die Türkei tut alles, um den Konflikt mit Russland zu verschärfen. Am Wochenende wurde die Redaktion von Sputnik in der Türkei durchsucht und Journalisten festgenommen. Das wird die Gespräche zwischen Erdogan und Putin am 5. März nicht einfacher machen.

Die westliche Presse regt sich (zu recht) auf, wenn sie in irgendeinem Land bei der Arbeit behindert wird. Wie verlogen diese Beschwerden sind, kann man sehen, wenn es andere trifft: Dann berichten die westlichen Medien nicht einmal darüber.

Dass die türkischen Behörden am Wochenende massiv gegen die russische Nachrichtenagentur Sputnik vorgegangen sind, war der westlichen Presse keine Meldung wert. Dabei sollte man meinen, dass Journalisten – auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind – doch das gleiche Ziel haben: Freie und ungehinderte Berichterstattung. Aber darüber scheinen die Kollegen der „Qualitätsmedien“ eine ganz eigene Meinung zu haben.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag in der Sendung „Nachrichten der Woche“ über das Vorgehen der türkischen Behörden gegen Sputnik berichtet. Vor dem Hintergrund des Konfliktes zwischen Russland und der Türkei in Syrien und dem für den 5. März angesetzten Gespräch zwischen Erdogan und Putin dürfte dieser Vorfall nicht zu einer positiven Gesprächsatmosphäre beigetragen haben. Ich habe den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Wenn eine gute Atmosphäre vor dem möglichen Treffen zwischen Erdogan und Putin in Moskau geschaffen werden soll, dann war der Vorfall um die Internationale Nachrichtenagentur „Sputnik“ in Ankara und Istanbul sicherlich nicht hilfreich.

Am 29. Februar versuchten aggressive, nicht identifizierte Gruppen in die Häuser von drei Sputnik-Journalisten in Ankara einzudringen, und zwar fast zeitgleich. Die Aktionen waren überraschend gut koordiniert, da alle drei türkischen Journalisten von „Sputnik“ keine in der Öffentlichkeit bekannte Menschen und ihre Adressen nicht öffentlich zugänglich sind. Als sich die Journalisten auf der Suche nach Schutz an die Polizei wandten, fanden sie sie dort keinen Schutz, sondern das Gegenteil.

„Sie wurden von den türkischen Strafverfolgungsbehörden festgenommen, sie sind nicht erreichbar, ihre Telefone sind bisher ausgeschaltet, wir konnten sie nicht zu Hause antreffen. Später wurde bekannt, dass sie wegen der lächerlichen Anschuldigung angeklagt wurden, einen Artikel geschrieben zu haben, deren Autoren sie gar nicht waren. Heute wurden sie in den Justizpalast gebracht, wo sie vom Staatsanwalt verhört werden“, sagte Elena Kochetkova, Leiterin des Büros von Russia Today in Ankara.

Nach einigen Stunden der Vernehmung gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass die Journalisten keine Straftaten begangen haben, alle drei wurden nach Hause entlassen. Aber es gab eine Fortsetzung. Am Nachmittag des 1. März kam die türkische Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl in das Istanbuler Büro von Sputnik.

„Die Polizei, die in unser Büro kam, es sind etwa 10 bis 12 Personen, hat unsere Server angeschaut, die Technikräume studiert und Informationen über die technische Funktionsweise des Büros untersucht. Im Moment sind alle Polizisten in unserem Büro“, sagte Maxim Durnev, Leiter des Büros von „Russia Today“ in Istanbul.

Das russische Außenministerium hat bereits auf den Fall aufmerksam gemacht, auf den Angriff auf die Mitarbeiter des türkischen Büros von „Sputnik“, und es hat ihre Inhaftierung als „eklatante Verletzung der Rechte von Journalisten“ bezeichnet.

„Die Journalisten wurden durch körperliche Gewalt eingeschüchtert und von ihnen wurde gefordert, ihre beruflichen Aktivitäten einzustellen. Wir fordern die türkischen Behörden auf, einzugreifen und die Sicherheit der Vertreter der russischen Medien zu gewährleisten und zur Klärung aller Umstände der Geschehnisse beizutragen“, erklärte das russische Außenministerium.

Was passiert ist, sieht wirklich sehr seltsam aus. Zuerst kommen Gruppen aggressiver junger Menschen zu Journalisten nach Hause, werfen ihnen Verrat vor und und schüchtern sie ein. Dann nimmt die Polizei, anstatt sich mit den Angriffen auf Journalisten zu befassen, die Journalisten fest und verhört sie, um weit hergeholte Anschuldigungen zu erheben. Die Situation rund um Sputnik hat Sergej Lawrow bereits mit seinem türkischen Amtskollegen Cavusoglu diskutiert.

Quelle

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