Die Opfer des Angriffs fielen womöglich den Tätern zum Opfer, die keine Täter sein dürfen. Journalistische Standards in Deutschland 2020.

Es ist eine kleine Geschichte und dennoch zeigt sie, was geschieht, wenn Medien die Berichterstattung höheren Zwecken oder politischen Überzeugungen unterordnen. Letztlich wird dadurch auch das journalistische Handwerk zerstört. Neu ist das leider nicht mehr und täglich drängen sich weitere Beispiele dafür auf. Verblüffend ist nur die Geschwindigkeit des Qualitätsverlustes.

Während der 1. Mai Demonstration wurde ein Kamerateam des ZDF brutal mit Totschlägern angegriffen. Normalerweise berichten die Medien sofort und sehr prominent über einen Angriff auf Medienvertreter, der als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet wird. Doch in diesem Fall erstaunte, dass man die Berichte über diesen Vorfall eher suchen musste. Oder, was viel schlimmer ist, es erstaunt nicht mehr, wenn man auf Ort und Datum des Überfalls schaut: Berlin, 1. Mai.

Zeit zum Lesen „Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen Da Linksextremismus ein überschätztes Problem ist, wie die frühere Familienministerin Manuela Schwesig einmal behauptete, um die Amadeu Antonio Stiftung und andere linke Gruppierungen finanziell aus dem Budget des Familienministeriums, das eigentlich für Familien verwendet werden sollte, unterstützen zu können, und Gewalt ohnehin niemals von Linken ausgeht, weder beim G-8-Gipfel in Hamburg, noch gegen Autos in Berlin, durfte natürlich der Angriff gegen das Team des ZDF nicht von denen ausgehen, von denen es möglicherweise ausging: nämlich von Linken.

In dem Artikel über den Angriff auf die Pressefreiheit schrieb n-tv zunächst: „Das siebenköpfige ZDF-Team hatte am Freitag bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln gefilmt, an der auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien teilnahmen. Nach dem Angriff mussten laut dem ZDF der Redakteur, Kameramann und Kameraassistent sowie drei Security-Mitarbeiter im Krankenhaus behandelt werden. Alle sechs konnten das Krankenhaus später wieder verlassen.“ Die Berliner Morgenpost berichtete: „Das ZDF-Team war am Nachmittag nach Dreharbeiten bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln, an der auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien teilgenommen hatten, von 20 bis 25 Vermummten angegriffen worden. Laut Polizei handelte es sich bei den Festgenommenen um vier Männer im Alter von 24, 25 und 31 Jahren sowie um zwei 25 beziehungsweise 27 Jahre alte Frauen.“

Wurden, wie beide Artikel bis jetzt insinuierten, das Kamerateam von „Rechtspopulisten und Anhängern von Verschwörungstheorien“, von vier Männern und zwei Frauen aus der rechten Szene attackiert? Denn darüber, wer außer den „Rechtspopulisten und Anhängern von Verschwörungstheorien“ an der Demo teilnahm, schweigen die Artikel. Wer nur halbwegs mit der deutschen Sprache vertraut ist, weiß, dass das Adverb „auch“ in diesem Fall sich auf die anderen Teilnehmer bezieht, die zahlreicher vertreten waren, denn die oder ein paar „Rechtspopulisten und Anhängern von Verschwörungstheorien“ waren auch dabei.

Linke Gewalt ist gute Gewalttat gegen ZDF-Mitarbeiter – und die laue Reaktion in Medien und Politik Weiter unten erfährt der Leser, wenn er denn weiterliest, dass der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner angab, „dass die Personen, die festgestellt wurden, dem linken Spektrum zuzurechnen sind nach unseren Erkenntnissen“. Auch bei der Berliner Morgenpost findet man später im Artikel den Satz: „Die Polizei nahm sechs mutmaßliche Täter vorläufig fest, die dem linken Spektrum zuzurechnen seien.“

Und um den Verdacht nicht stehen zu lassen, dass von Linken Gewalt ausgegangen sein könnte, weil Linke per definitionem keine Gewalt verüben, betonte „Berlins Innensenator Andreas Geisel…: „Egal, ob rechts, links oder sonstwie motiviert, Gewalt gegen Medienvertreter ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Weiter heißt es: „Nach dem Angriff auf ein Kamerateam des ZDF sind am Samstag alle Festgenommenen auf freien Fuß gekommen. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Abend mit. Für einen Haftbefehl sind neben dem dringenden Tatverdacht auch Haftgründe Voraussetzung.“ Geplant, also heimtückisch Menschen brutal mit Totschlägern, wie es im Pressebericht heißt, anzugreifen und den Tod der Opfer der Attacke billigend in Kauf zu nehmen, ist im rotrotgrünen Berlin kein Haftgrund.

Die Opfer des Angriffs fielen womöglich den Tätern zum Opfer, die keine Täter sein dürfen. Journalistische Standards in Deutschland 2020.

Quelle

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