Die fleischgewordene Überheblichkeit der Ahnungslosen: Robert Habeck

von Axel Robert Göhring

Die Absolventen der rein intellektuellen Fächer aus den Geisteswissenschaften schauen oft auf die Technische Intelligenz herab, wie Jan Fleischhauer einmal meinte. Kein Wunder, ist die Kunst doch in der Stammesgeschichte des Menschen dazu erfunden worden, um sich von den Fellachen der bodenständigen Technik und des Feldfruchtanbaues gesellschaftlich abzugrenzen.

Da die Grünen der politische Arm des kulturellen Überbaus der Nation sind, äußern sich deren Vertreter öffentlich gerne ein wenig herablassend gegenüber den nützlichen Geistern der Plebs, ohne es zu merken. So empfahl der beliebte Grünensprecher Robert Habeck inmitten der Volksquarantäne, daß die Hotel- und Gaststättenbetreiber doch die Wartezeit dazu nutzen könnten, ihre Heizung von Ölfeuerung auf klimarettendes Gas umzustellen.

Diese freundliche Ermahnung zeugt gleich doppelt von der überheblichen Ahnungslosigkeit des Milieus der Philosophen und abgebrochenen Dies-und-das-Studenten. Erstens wissen Gastwirte und Hotelbetreiber angesichts der aktuellen FFF-Klimagesetzgebung selber, was sie tun müssen und wie sie es zeitlich und finanziell hinbekommen; sogar weit besser als ein doktorierter Philosoph, der noch nie in seinem Leben in der Wirtschaft oder Infrastruktur gearbeitet hat. Zweitens sind gerade Restaurations- und Beherbungsbetriebe in der Volksquarantäne besonders hart gebeutelt und gehen reihenweise pleite. Wie sollen sie bei massiven Verlusten neue Heizanlagen für Zehntausende Euro bezahlen, wenn sie schon die Gehälter nicht mehr aufbringen können?

Dr. Habeck ist ein Kind der parakapitalistischen Post-68er Ära, in der trotz gut funktionierender Demokratie ein gigantischer Komplex von nutzlosen transferfinanzierten Jobs für Ober-Mittelschichtkinder aufgebaut wurde, der es diesen ermöglicht, sich ein Arbeitsleben lang mit Themen wie diesem zu beschäftigen:

Die Natur der Literatur: zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität.

Das ist der Titel der Dissertation von Habeck; wer wissen will, was das heißen soll, mag mit dieser Inhaltsangabe vielleicht etwas anfangen können. Im Deutschunterricht haben viele noch gelernt, daß eine überkomplizierte Ausdrucksweise mit Fremdwortstakkato nur Ausdruck intellektueller Hochstapelei ist, die die Substanzlosigkeit der Gedanken zu verbergen trachtet. Wer wirklich Gehaltvolles mitzuteilen hat, kann dies auch in einfachen Worten mit einer geringen Zahl an Fachausdrücken tun.

Um so überraschender ist es, daß die Ahnungslosen häufig eine kaum verborgene Überheblichkeit gegenüber den Wissenden entwickeln. Vielleicht ist es im Sinne der „Psychohygiene“ aber notwendig, sich selbst mit Hilfe von schlechten Charaktereigenschaften zu betrügen; der bekannte Dunning-Kruger-Effekt kann so gut erklärt werden. Wer zu bequem und/oder geistig zu schlicht ist, um etwas Schwieriges und Nützliches zu lernen, setzt stattdessen auf Tricks wie das „Sozialpriestertum“, das Helmut Schelsky schon sechs Jahre nach der 68er Revolte als Strategie der Elitenkinder enttarnte, mit wenig Mühe und Leistung möglichst viel für sich herauszuholen. Daß das Ergebnis eine würdelose Existenz auf Kosten der Mitbürger ist, kann selbst ein wenig leistungsfähiger Intellekt klar erkennen. Auszuhalten ist der eigene Opportunismus nur, wenn man sich selbst aufgrund der eigenen besonderen Moral, die die Plebs nicht teilt, für besonders hält.

Interessant ist, daß die „Besonderen“ in ihrer Opportunistenblase immer selbstgefälliger werden und nach den dienstbaren Geistern der Gastronomie selbst die Claqueure des eigenen Milieus wie Dienstboten behandeln; das zeigt das Video des „Digitalen Chronisten“ deutlich.

Nebenbei: Dr. Habeck ist nicht der einzige Politiker, der sich gegenüber Journalisten erstaunlich undankbar für die Dauer-PR zeigt. Das mußte schon eine servile Interviewerin des MDR erfahren, deren Fragen dem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow nicht genehm waren; und auch Tilo Jung, dem sogar schon das Mikro weggeschlagen wurde.Axel Robert Göhring | 8. Mai 2020 um 09:00 | Tags: Digitaler ChronistHotelbetreiberRobert Habeck | Kategorien: Wärmeinseleffekt | URL: https://wp.me/p8dtMx-hBU

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