Zweiter Weltkrieg: Artikel von Heiko Maas vs. Erklärungen des Pentagon – Ob Maas wohl Kritik übt?

Dass der Westen Russland vorwirft, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs umschreiben zu wollen, aber genau das selbst tut, ist nicht neu. Zu Jubiläen, wie dem Jahrestag des Kriegsendes kann, finden sich dafür besonders viele Beispiele.„Amüsant“ wird es, wenn sich die westlichen Politiker dabei gegenseitig widersprechen.

Ich habe in letzter Zeit immer wieder über Beispiele dafür berichtet, wie der Westen die Geschichte verfälschen will. Gestern habe ich einen Bericht über ein amerikanisches Lehrbuch für Geschichte übersetzt, laut dem die USA die Hauptlast des Krieges getragen haben. Im Westen werden Russland ungerechtfertigte Kritik an Polen vorgeworfen, obwohl sich Russland ausschließlich auf historische Dokumente bezieht, auf die bei der Kritik an Russland aber nicht einmal eingegangen wird (man könnte sie ja widerlegen, wenn Russlands Behauptungen unwahr wären). Im Westen wird der D-Day mehr und mehr zur Entscheidungsschlacht des Krieges verklärt, dabei war Deutschland schon seit Stalingrad auf dem Rückzug und der Krieg längst verloren. Und dass die amerikanischen Großkonzerne Hitler und seine Aufrüstung auch noch während des Krieges unterstützt haben, wird im Westen zwar nicht bestritten, aber in Medien und Geschichtsbüchern schlicht nicht erwähnt. Die Krönung war in diesem Jahr, dass der Spiegel und US-Diplomaten behauptet haben, die USA hätten Auschwitz befreit. Die Liste der „Geschichtsklitterungen“ durch den Westen ist sehr lang.

Auch am Jahrestag des Kriegsendes hat das Pentagon keine Ausnahme gemacht. Darauf hat das russische Außenministerium in einer offiziellen Erklärung hingewiesen, die besonders für Deutsche lesenswert ist. Daher habe ich sie übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das Pentagon veröffentlichte vor einigen Tagen einen Beitrag zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit dem Titel „Tag des Sieges in Europa: Eine Zeit der Feier“.

Nach dieser neuen Version der Geschichte aus dem US-Verteidigungsministerium begann der „Konflikt“ mit dem Einmarsch „Deutschlands und der Sowjetunion in Polen“. Das heißt, laut der amerikanischen Seite ist die UdSSR ebenso schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, wie das Dritte Reich. Gleichzeitig sagt der Text nichts darüber, dass es unser Land war, das das Rückgrat der faschistischen Militärmaschinerie gebrochen hat und dass die größte Zahl der Nazis an der Ostfront kämpfte. Dafür wird gesagt, dass der Krieg weniger als ein Jahr nach der Landung der Vereinigten Staaten und der Alliierten in der Normandie endete. In den vorhergegangenen Jahren, so stellt sich heraus, ist nichts geschehen. Die „Zweite Front“ in der Normandie wurde eröffnet, als den Amerikanern klar wurde, dass das Dritte Reich den Krieg verlor, und sie eilten an Land, um zu verhindern, dass die UdSSR nach dem Sieg ihren Einfluss auf ganz Europa ausweitetet.

Und was ist die Meinung von deutschen Offiziellen zu den Ereignissen, deren 75. Jahrestag wir in diesem Jahr feiern?

Der deutsche Außenminister Heiko Maas und der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte Andreas Wirsching haben in einem Artikel im Spiegel geschrieben: „Allein Deutschland trägt die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Wer daran Zweifel sät und andere Völker in eine Täterrolle drängt, der fügt den Opfern Unrecht zu.“

Vielleicht ist das besser, als zusätzliche Fakten, Erklärungen und Kommentare von uns. Diese Worte ziehen einen Schlussstrich unter unsere Bemühungen, den westlichen Partnern etwas zu erklären. Viele von ihnen hören selbst an für die ganze Menschheit so besonderen Tagen nicht auf, nach Wegen zu suchen, um die Geschichte zu verzerren und unserem Land ungeheuerliche Unwahrheiten vorzuwerfen, um ihre aktuellen politischen Zielen zu fördern.

Ende der Übersetzung

Ich habe an dieser Stelle einen Vorschlag für eine Frage, die man dem deutschen Außenministerium stellen sollte: Legt der deutsche Außenminister nun Protest gegen die Erklärung des Pentagon ein? Und wenn nicht, warum nicht?

Vielleicht hat diesen Artikel ja jemand gelesen, der ab und an auf der Bundespressekonferenz Fragen stellen darf und nimmt sich dieses Themas einmal an.

PS: Ich finde den Spiegel-Artikel von Maas übrigens nicht sehr gut, wie ich hier dargelegt habe.

Quelle

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