Goldbach: Die Eisheiligen im Vergleich zur Stadt Potsdam

Schlagen immer stärker zu: Eisheilige. Bild: Christian Freuer

Josef Kowatsch
Goldbach ist ein kleiner Ortsteil der ostsächsischen Stadt Bischofswerda auf etwa 300 m Meereshöhe. Es hat um die 450 Einwohner. Die Entwicklung stagniert seit 30 Jahren. Natürlich wurde auch in die Fläche hinein gebaut und versiegelt. Neue Häuser sind jedoch kaum dazu gekommen und die ehemalige Rinderanlage wird abgerissen, die alte Grundschule auch und gegenwärtig durch einen Neubau ersetzt, schreibt uns der Wetteramtsleiter Dietmar Pscheidt. Die Zufahrten zur Dorfstraße, die in einem Seitentälchen des Gruna-Baches fortgeführt wird, sind seit der Wende allerdings fast alle versiegelt worden. Goldbach gehört seit 1996 zur gut 2 km entfernten Stadt Bischofswerda und zieht sich von der Wesenitz an der B 6 in einem Seitentälchen aufwärts. Dabei wird eine Wasserscheide in knapp 320m Höhe überschritten, wo sich der Mess-Standort befindet. Die Klimastation wurde 1996 eingerichtet, deswegen reichen die Daten auch nicht weiter zurück. Man kann die Station somit als wärmeinselarm bezeichnen.

Als Eisheilige bezeichnet man die fünf Tage vom 11.bis zum 15. Mai. Der Ausdruck Eisheilige ist altdeutsch und meint eigentlich Frost, bzw. Nachtfröste. Diese 5 Tage sollen über längere Zeiträume kälter sein als der Gesamtmai, behauptet die Bauernregel. Überprüfen wir das zunächst am fast WI-freien Standort Goldbach über die letzten 25 Jahre.

Zunächst die Grafik des Monates Mai in Goldbach seit 1996. (2020 fehlt noch)

Grafik 1: Die Mai-Trendlinie ist in den letzten 25 Jahren leicht fallend. Der Mai wurde in Goldbach seit 1996 unwesentlich kälter. Die Durchschnittstemperatur der 24 Maimonate beträgt 13,8°C. Der Schnitt von Deutschland beträgt laut DWD-Offenbach für denselben Maizeitraum: 13,3°C. Damit war der Mai in dem 320 m hohen Goldbach um ein halbes Grad wärmer als der Schnitt aller Deutschlandstationen des DWD. Der kälteste Maimonat 2019 betrug 11,1°C und der wärmste Mai war 2018 mit 16,1°C. Die Differenz beträgt 5 Kelvin.

Betrachten wir nun die fünf Tage vom 11. bis zum 15. Mai, die laut Bauernregeln die Eisheiligen genannt werden im Vergleich zu den Gesamtmonaten. 2020 ist bereits dabei.

Grafik 2: Die beiden Grafiken ähneln sich, doch zeigen sich auch große Unterschiede. Die wärmsten Eisheiligen waren 1997 mit 16,6 C und die kältesten fünf Eisheiligentage waren 2019 mit 8°C, nur geringfügig wärmer ist 2020. Zwischen dem wärmsten Eisheiligenjahr und dem kältesten sind die Differenzen größer als in Grafik 1 bei den Monatstemperaturen, was natürlich zu erwarten war. Der Mittelwert der Eisheiligen beträgt: 12,8 C. In Grafik 1 betrug der Schnitt 13,8°C

Erg 1: Die fünf Eisheiligentage sind in Goldbach im Zeitraum von 1996 bis heute um 1 Grad kälter als der Schnitt der Gesamtmonate im gleichen Zeitraum. Die Eisheiligen sind tatsächlich eine Ansammlung kälterer Tage in der Monatsmitte.

Andererseits ist die Temperaturdifferenz moderat, so dass man diese fünf Tage aus heutiger Sicht nicht mit Eisheiligen benennen müsste. Der Gründe sind historischer Art. Der altdeutsche Begriff „Eistemperaturen“ steht für Minustemperaturen, und solche traten in den letzten beiden Maijahren allerdings gehäuft auf. Ganztägige Minustage gibt es keine in den Temperaturaufzeichnungen der Station. Kurzeitige nächtliche Minustemperaturen in Bodennähe sind real, sie müssten sich seit 2009 sogar angehäuft haben. Man erkennt aus Grafik 2 auch, dass die Eisheiligen nicht jedes Jahr aufgetreten sind.

Ein anderer Punkt ist bemerkenswert:

Auffallend ist, dass die Trendlinie viel stärker fällt als bei Grafik 1. Das bedeutet, dass die fünf Eisheiligentage in Goldbach viel kälter wurden im Vergleichszeitraum als der Gesamtmonat Mai. Man könnte auch vermuten, es waren nur diese fünf kälter werdenden Tage, die den fallenden Maidurchschnitt der letzten fünf Jahre in Grafik 1 bewirkt haben. Jedenfalls herrschte während der diesjährigen Eisheiligen keinerlei Badewetter, sondern die Heizungen wurden überall in Deutschland wieder angeworfen.

Erg. 2: Die Eisheiligen sind in der Gegenwart in dem kleinen wärmeinselarmen Ort Goldbach im Osten Sachsens deutlich kälter geworden

Vergleich der ländlichen Station Goldbach mit der Wärme-Insel Potsdam.

Es handelt sich um die Wetterstation des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung (PIK-Potdsam)

Grafik 3: Wie zu erwarten sind die Eisheiligen in Potsdam wärmer. Der Schnitt aller 25 Jahre liegt bei 13,3°C und damit um 0,5 K höher als in Goldbach. Das ist jedoch kein gravierender Unterschied. Ansonsten zeigen beide Grafiken einen ähnlichen Verlauf, obwohl die beiden Vergleichsorte nahezu 200 km auseinander liegen. Die Trendlinie von Goldbach ist stärker fallend. Immerhin: das waren die kältesten Eisheiligen der letzten 25 Jahre in Potsdam

Ergebnis 3: Auch in Potsdam, dem deutschen Zentrum für Klimafolgenforschung wurden die Eisheiligen der letzten 25 Jahre deutlich kälter

Eisheiligen und die CO2-Konzentration der Atmosphäre

Da die Station Potsdam schon länger existiert als Goldbach wäre interessant, ob es 1) noch kältere Eisheiligenjahre gegeben hat und 2) wie sich die fünf Eisheiligentage seit 1958 entwickelt haben. 1958 deshalb, weil seitdem die CO2-Konzentration der Luft am Mouna Loa zentral für die irdische Atmosphäre erfasst wird.

Behauptet wird von den CO2-Treishausvertretern, dass eine Konzentrationszunahme dieses unsichtbaren und ungiftigen Gases in der Luft automatisch zu Temperaturanstiegen führen muss. Versuchsbeweise haben sie natürlich keine. Der besseren Übersicht und Überprüfung wegen haben wir für den Leser die CO2-Anstiegskurve gleich in die Eisheiligengrafik mit Betrachtungsbeginn 1958 eingefügt, siehe nächste Grafik:

Grafik 4: Seit 1958 sind die CO2-Konzentrationen der Erde stark angestiegen. Demgegenüber sind die Eisheiligen im gleichen Betrachtungszeitraum kälter geworden. Es gab auch schon kältere Eisheiligenjahre als 2020.

Erg. 4: Der rasante Anstieg der irdischen CO2-Konzentrationen seit 1958 hatte keine Wirkung auf die fünf Eisheiligentage in Potsdam. Es besteht überhaupt kein Zusammenhang. Die CO2-Treishauslehre ist deshalb eine Irrlehre.

Diese Irrlehre haben wir im Artikel bewiesen anhand der Temperaturdaten des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung (PIK), dem Zentrum der deutschen Klimamärchen. Auch für die Leute vom PIK-Potsdam gilt: Wissenschaft istimmer nur der aktuelle Stand des Irrtums.

Besonders zeigt sich diese Feststellung an der langen 120 jährigen Eisheiligenreihe der Wetterstation Potsdam bei der nächsten Grafik. Bitte beachten, in der Grafik sind auch die einzelnen Tage aufgelistet. Zu einem bestimmten Jahr gehören immer 5 Tage.

Grafik 5: Laut DWD-Tabelle gibt es zwar erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Jahren bzw. Eisheiligentagen, aber insgesamt hat sich über 120 Jahre nichts verändert. Die Eisheiligen sind tatsächlich eine Folge kalter Tage in der Monatsmitte. Es gab in Potsdam keinen einzigen ganztägigen Eisheiligentag mit Minusgraden. Eisheiligentage mit Nachtfrösten gab es hingegen haufenweise.

Ursprünglicher Artikel der Pressestelle des Deutschen Wetterdienstes über die Eisheiligen

Auf der homepage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fand sich vor einigen Jahren noch eine ganz andere Einschätzung der Eisheiligen, siehe hier. Die Seite wurde nach unseren letztjährigen Artikeln gelöscht, wir haben jedoch einen Teil des Textes gerettet. Wir zitieren: „… Wahrscheinlichkeit des Auftretens nimmt weiter ab …“

„…In den letzten Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Neuere Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Häufigkeit von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai vor allem im süddeutschen Raum deutlich unter 50 Prozent liegt. Insofern ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen u. a. auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus…“

Im nicht mehr auffindbaren Artikel des DWD wurde behauptet, dass die Wahrscheinlichkeit der frostigen Nächte vor allem in Süddeutschland deutlich unter 50 % liegen würde. Wer im Süden wohnt und die heurigen Tage bzw. Nächte in Erinnerung hat wird nun zu Recht schmunzeln. Denn die Grafik der Wetterstation Nürnberg-Netzstall zeigt das, was alle empfunden haben. Es sei aber angemerkt, dass die Station vor 12 Jahren einen Standortwechsel hatte. Die Daten sind die Originaldaten des Deutschen Wetterdienstes.

Grafik 6: Die Süddeutsche Wetterstation beim Aussiedlerhof Netzstall, Nähe Nürnberg zeigt ebenfalls seit 25 Jahren ein deutliches Kälter werden der Eisheiligen. Anstatt Netzstall hätte man auch die Grafik von Bad-Kreuznach nehmen können, die Trendlinie hat eine negative Steigung von: y = – 0,14 x in den letzten 25 Jahren

Immerhin hat der DWD seinen Artikel über die Eisheiligen zurückgezogen. Es wird somit Zeit, dass auch die Leute vom PIK-Potsdam die Konsequenzen ziehen und ihre falschen Behauptungen über das angebliche Erwärmungsgas Kohlendioxid „einstampfen“.

Zusammenfassung:

Die Eisheiligen sind kälter geworden, insbesondere in den letzten 25 Jahren.

Der Mai wird leicht kälter, aber die Eisheiligen noch stärker.

Die Kohlendioxidkonzentrationen sind seit 1958 stetig angestiegen.

Die CO2-Treibhauslehre ist eine Irrlehre.

Es wird Zeit, dass endlich Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt aller politischen Entscheidungen gestellt werden.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimawissenschaftler. Unabhängig, weil von niemandem bezahlt und bereits in Rente.

Quelle

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