Zu „Corona“ jede Woche neue, vier Wochen alte Daten

Veraltete Daten: Immer für Fehler gut! Bild: unsplash.com

Helmut Kuntz
Während einer Pandemie, welche die ganze Welt in Atem hält und die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg verursacht, sollten Entscheidungen nach Sachlage entschieden werden. Im Zeitalter des 5G5 mit Reaktionszeiten von Millisekunden und globaler Digitalisierung kein Problem.
Die Praxis sieht anders aus. Die veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes „hinken“ dem Datum ca. 4 Wochen hinterher. Kein Wunder, dass unsere Politiker bei „Corona“ deshalb nie wissen, was sie warum machen (sollen) und deshalb jeder „Landesfürst“ seine eigenen Entscheidungen nach Bauchgefühlt trifft.

Die Sterbezahlen

Am 15. Mai veröffentlichte das statistische Bundesamt die Sterbezahlen (auf denen dieser Bericht fußt) bis zum Datum 19.04. Parallel informiert es über die Interpretation:

Statistisches Bundesamt: Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020, Stand 15. Mai 2020
… Seit der letzten Märzwoche liegen die Zahlen allerdings über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Diese Abweichung nach oben war in der 15. Kalenderwoche (6. bis 12. April) am größten. In der 16. Kalenderwoche (13. bis 19. April 2020) sind die Sterbefallzahlen im Vergleich zur Vorwoche zwar wieder deutlich gefallen – sie liegen jedoch noch immer über dem Durchschnitt der Vorjahre.

Zur Erklärung zeigt es eine Grafik:

Bild 1 Grafik zu Sterbedaten. Quelle Statistisches Bundesamt, Informationsdatum 15.05.2020

Wenn öffentliche Stellen den Bürger „informieren“, kann man sich seit dem „Merkelzeitalter“ sicher sein, dass wenn überhaupt, nur ein Teil der Wahrheit gesagt wird. Und genau so ist es auch in diesem Fall wieder.

Ein anderer Autor hat es auf EIKE bereits dargestellt:
[21] EIKE 20.05.2020: Spekulationen vom Statistischen Bundesamt

In dieser Darstellung fehlen jedoch die anschaulichen Grafiken, welche die Zahlengebirge erst erklärbar machen. Deshalb diese anbei ergänzt.

Auch die Behörden „eiern“ mit den Bewertungen ganz schön herum

Die Behörden von NRW – dem Bundesland mit den zweithöchsten Corona-Fallzahlen Deutschlands – meldeten, dass die Mortalitätszahlen trotz „Corona“ keine erhöhte Morbidität ausweisen:
[11] Landesbetrieb NRW Statistik: Pressemitteilung 28. April 2020 … Nach vorläufigen Informationen starben im März 2020 in Nordrhein-Westfalen etwa 18.800 Menschen … liegt die Zahl der Gestorbenen damit voraussichtlich niedriger als im März 2019 (damals: 19.100). Hinweise auf eine durch die COVID- 19-Pandemie erhöhte Sterblichkeit sind aus diesen Daten für März 2020 nicht abzulesen …
Belegt wurde es mit der folgenden Grafik:

Bild 2 [11] Für NRW, Gestorbene nach Sterbemonat

Noch Anfang April verkündete auch das Statistische Bundesamt: ZDF heute 09.04.2020
(Statistisches Bundesamt): … Für eine Übersterblichkeit mit auffälligen Abweichungen nach oben in den Monaten Januar bis März 2020 haben wir aktuell keine Hinweise …
Doch kurz danach (am 08. Mai) kam das Statistische Bundesamt zum gegenteiligen Schluss und bleibt seitdem dabei:

Bild 3 Statistisches Bundesamt. Listung Pressemitteilungen zu Corona (Auszug). Stand 20.05.2020

[7] Statistisches Bundesamt: Seit der letzten Märzwoche liegen die tagesgenauen Zahlen allerdings tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen. Normalerweise gehen die Sterbefallzahlen zu dieser Jahreszeit tendenziell zurück ...
Eine Grafik weist das Geschehen aus:

Bild 4 [7] Grafik des Statistischen Bundesamtes mit den Coronazahlen der letzten Märzwoche. Schwarze Umhüllung des Zeitraumes „seit der letzten Märzwoche“ vom Autor zugefügt

Eine kleine Zusammenfassung der Historie (im Kern Versagen der Verantwortlichen) findet sich:
[12]Tichys Einblick: Die Wahrheit über das Versagen der Regierung in der Pandemie

Nun werden diese Daten laufend fortgeschrieben. Inzwischen erstellt das Amt wöchentlich ein Dossier dazu:
Dossier: Statistiken zur COVID-19 Pandemie Ausgabe 06/2020, Erschienen am 18. Mai 2020
und führt die Grafik darin fort, allerdings in etwas anderer Form:

Bild 5 Grafik des Statistischen Bundesamtes mit den Coronazahlen aus dem Dossier 06/2020

An dieser Grafik des Statistischen Bundesamtes ist bemerkenswert, dass als Vergleich nicht mehr alle einzelnen Jahre, sondern die Mittelwerte von 2016 – 2019 und als einzelnes Vergleichsjahr nur noch 2019 ausgewählt sind. Warum dies ganz bewusst gemacht wurde, wird später ersichtlich.

Gerade noch zur richtigen Zeit wurde die „Coronamortalität“ gefunden

Nochmals die Kernaussage des Statistischen Bundesamtes:
[7] Statistisches Bundesamt: Seit der letzten Märzwoche liegen die tagesgenauen Zahlen allerdings tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen. Normalerweise gehen die Sterbefallzahlen zu dieser Jahreszeit tendenziell zurück.
Wie schon in [8] angemerkt, stellt sich die Frage: Mit welchem Hintergrund sind einzelne Kalenderwochen so wichtig?

Es ist ganz einfach: in den gesamten Zahlen seit Beginn der Pandemie zeigt sich ausschließlich ab der letzten Märzwoche so etwas wie eine höhere, als „normale“ – Mortalität.

Corona“ in Grafiken und Tabellen

Wer sich über „Corona“ informieren will, ist leider gezwungen, sich die Information selbst aufzubereiten. Der Autor hat es zumindest orientierend gemacht.

Deutschland

Die wohl wichtigste Information ist eine Darstellung der gesamten Mortalität im Vergleich, wie es das Statistische Bundesamt mit den Bildern 4 und 5 darstellt.

Anmerkung: Der Artikel bezieht sich teils auf den vorhergehenden Datenstand bis zum 19.04. Die Grafiken und Tabellen sind jedoch mit der letzten Ausgabe vom 22.05. des Statistischen Landesamtes bis zum Datum 26.04. aktualisiert.

Im Detail sieht man dann, dass es bis zum 19.04. insgesamt nur 8 Tage gibt, an denen die Mortalität über der eines der Jahre 2016 – 2019 lag. und das nur in fast „homöopathischen“ Dosen. Sehr deutlich zeigt sich jedoch, wie extrem die Mortalität in zweien der vier vorhergehenden Jahren über der des aktuellen „Coronajahres“ lag.

Bild 6 Deutschland, Sterbezahlen der Jahre 2016 – 2020 vom 1.1. – 26.04. Tage mit Überschreitung im Jahr 2020 gekennzeichnet. Datenquelle: Statistisches Bundesamt Fallzahlen, 22.05.2020. Grafik vom Autor erstellt

Die Hoch-Risikogruppe ab 80 Jahren

Es wird immer von der Gruppe der ab 80jährigen gesprochen, die ganz besonders mortal auf Corona reagieren. Im folgenden Bild sieht man die Verläufe der absoluten Werte dieser Hoch-Risikogruppe. Erst Anfang April übersteigt deren Mortalität geringfügig die der vorhergehenden Jahre, erreicht aber nicht entfernt die von Grippejahren.

Bild 7 Deutschland, Personen ab 80 Jahren. Sterbezahlen der Jahre 2016 – 2020 vom 1.1. – 26.04. Datenquelle: Statistisches Bundesamt Fallzahlen, 22.05.2020. Grafik vom Autor erstellt

Bezogen auf den Jahresanfang sind von allen ab 80-jährigen im aktuellen, besonders schlimmen Corona-Pandemiejahr immer noch erheblich weniger als in schlimmeren Grippejahren verstorben.

Bild 8 Deutschland, Verstorbene ab 80 und mehr Jahren seit dem 01.01. – 26.04 im Vergleich mit dem Jahr 2020
Bild 9 Deutschland, Personen von 60 – 79 Jahren. Sterbezahlen der Jahre 2016 – 2020 vom 1.1. – 26.04. Datenquelle: Statistisches Bundesamt Fallzahlen, 22.05.2020. Grafik vom Autor erstellt

Die Risikogruppe von 60 – 79 Jahren

Diese Altersklasse gilt ebenfalls als Corona-Risikogruppe. Die Sterbezahlen-Vergleiche zeigen es allerdings nicht. Grippe setzt dieser Altersklasse im Vergleich zu Corona wesentlich stärker zu.

Bild 10 Verstorbene der Altersgruppe 60 – 79 Jahre vom 1.1. – 26.04 im Vergleich mit dem Jahr 2020

Die Bevölkerungsgruppe bis zum Alter von 59 Jahren

Sogar in dieser großen Gruppe der „Rüstigen“ finden sich inzwischen fünf Tage, an denen das aktuelle Pandemiejahr eine höhere Anzahl Verstorbener ausweist. Davon sind drei Tage vor der Pandemie und zwei während dieser. In Summe sind es 16 „zusätzlich“ Verstorbene vor der Pandemie und bisher vier „zusätzlich“ Verstorbene während dieser.

Bild 11 Deutschland, Personen bis 59 Jahren. Sterbezahlen der Jahre 2016 – 2020 vom 1.1. – 26.04. Datenquelle: Statistisches Bundesamt Fallzahlen, 22.05.2020. Grafik vom Autor erstellt
Bild 12 Verstorbene der Altersgruppe bis 59 Jahre vom 1.1. – 26.04 im Vergleich mit dem Jahr 2020

Die ersten drei der fünf „Überschreitungs-“Tage liegen damit in einem Zeitraum, da man „Corona“ nur vom Hörensagen im fernen China kannte und noch offiziell weitere zwei Monate lang das „Verkünden von Corona-Maßnahmen“ als Fake News anprangerte, gegen die das Volk angehen solle:

Bild 13 Informationspolitik zu Corona noch am 14. März

Ansonsten kann sich diese Altersgruppe „dank“ Corona? im Vergleich einer erfreulich niedrigen Mortalitätsrate erfreuen. In keinem der Vergleichsjahre starben bisher weniger als zur Zeit der aktuellen, extrem schlimmen Pandemie:

Bild 14 Verstorbene der Altersgruppe bis 59 Jahre seit dem 01.01. im Vergleich mit dem Jahr 2020. Rein nach den Zahlen muss man ableiten, dass das aktuelle Coronajahr dieser Altersgruppe eher „gut“ getan hat.

Gesamtübersicht

Wenn man sich nicht auf einzelne Tage versteift, sondern den Gesamtzeitraum „Corona“ betrachtet, stellt man fest, dass es für keine Altersklasse – sogar inclusive der Höchstbetagten mit 95 Jahren und darüber – Jahr(e) gibt, in denen die Anzahl Verstorbener früher nicht schon höher lag.

Ein Beleg, wie variabel die Natur in normalen Jahren und wie hoch bei bisher als „Standard“ behandelten – von keinen besonderen Maßnahmen „begleiteten“ – Grippejahren mit der Sterblichkeit umgeht.

Bild 15 Deutschland, Verstorbene im Zeitraum 1.1. bis 26.4 jeden Jahres. Datenquelle: Statistisches Bundesamt. Tabelle vom Autor erstellt

Da kann man richtig Angst bekommen, wenn man daran denkt, es kommen wieder Grippejahre und der Grippevirus hat wieder eine neue Kenn-Nummer – und unsere Regierungen bekämpfen das als unzulässige Abweichung mit allen (Finanz-)Mitteln, so wie das Klima.

Fazit

Wer sich bis hierher durchgelesen hat, weiß nun, warum das Statistische Bundesamt für seine Bilder den Mittelwert von 2016 bis 2019 verwendet und jede Detaillierung vermeidet.

Alleine in den letzten vier Jahren gab es zwei Grippejahre. Und vergleicht man das aktuelle Pandemiejahr einzeln mit diesen, merkt jeder sofort, dass die Mortalität der aktuellen Pandemie weit unter denen etwas schlimmerer Grippejahre liegt. Schaut man tiefer in das Zahlenmaterial, zeigen sich gänzlich unterschiedliche Auswirkungen bezogen auf die Altersgruppen, welche geradezu nach gezielten Maßnahmen „schreien“ und das aktuell betriebene „Breitenbombardement“ ad absurdum führen.

Wiederholung: Warum wurden in Italien die Särge damals vom Militär abtransportiert?

Wer erinnert sich nicht an die schlimmen Bilder, als in Italien das Militär die vor den überlasteten Krankenhäusern gestapelten Särge abtransportieren musste, weil es so viele waren? Ein wesentlicher Anlass, dass in Deutschland sofort der Coronanotstand eingeführt wurde.

„Verschwörungstheoretiker“ kamen auf die Idee, dass es eine bewusste Inszenierung der Italienischen Regierung war.
Nun wird in einem Artikel beschrieben: Es war gar nicht inszeniert, es war durch Gesetze ganz einfach so vorgeschrieben.
Nur: Es spiegelte die Wirklichkeit nicht wieder (den Artikel sollte jeder Corona-Interessierte lesen).

The European, 14.05.2020: Italiens Pandemie-Gesetz und seine Folgen
… Aber in Italien …, immer wieder Italien. Massenhaft gestapelte Särge, abtransportiert vom Militär. Warum gerade in Italien? Was ist los in Italien?

… Jetzt wurde Gewisseres offenbar. Ein wunderbares Beispiel der Wirkung gesetzlicher Logik. Die zentrale Norm dazu ist das italienische Pandemie-Gesetz, das vorschreibt, dass an einem Pandemie-Virus Verstorbene nicht beerdigt werden dürfen, sondern verbrannt werden müssen …
Wer so viel weiß, der weiß genug, um zu ahnen, dass die Zahl der in Italien sehr selten genutzten Krematorien nicht ausreicht, um plötzlich alle Verstorbenen zu verbrennen. Alle? Jawohl alle! Die Runde machte dazu die passende Video-Botschaft aus Italien, in der von Offiziellen gesagt wurde, dass bei der Bestimmung der Verstorbenen keine Unterscheidung zwischen normal-Verstorbenen und Corona-Verstorbenen gemacht wird, egal auch, ob mit Corona verstorben oder daran.
Was also war die Folge der zwingenden, gesetzlichen Angst-Vorschrift: Die Särge durften nicht abgeholt werden, sie stapelten sich vor den Krankenhäusern und wurden nicht wie sonst üblich, Stück für Stück einzeln auf die Dörfer und zu den Kirchen transportiert. Am Ende lagerten so viele übelriechende Särge vor den Krankenhäusern, dass man in dieser Notlage das Militär und seine Lagerkapazitäten einsetzen musste. Was bei diesen Einsätzen produziert wurde, waren wunderbare, bewegte und bewegende TV-Bilder, die die Welt erschreckten.

Und unsere gesamte Regierung und deren Fachberater haben diese, im Fernsehen quasi als kommenden „Weltuntergang“ gezeigten Szenerien einfachst erklärenden Hintergründe nicht gewusst?????

Irgendwie wird man dabei an Waldsterben, Fukushima und an die Flüchtlingskrise erinnert: Es passiert etwas Schreckliches in Bildern – belastbare Daten liegen nicht vor – … unsere Politiker (eigentlich nur eine) warten ab bis die öffentliche Meinung dank ausreichender, medialer „Bombardierung“ kippt, und dann „handeln“ sie ganz schnell – ohne Sinn und Verstand ….

Quellen

[7] Statistisches Bundesamt: Sterbefälle und Lebenserwartung Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020

[8] EIKE 06.05.2020: Keine staatstragende Statistik?

[11] Landesbetrieb IT. NRW Statistik und IT-Dienstleistungen. Pressemitteilungen Dienstag, 28. April 2020 Keine erhöhte Sterblichkeit im März 2020 in Nordrhein-Westfalen

[12] Tichys Einblick: Die Wahrheit über das Versagen der Regierung in der Pandemie

Quelle

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