Einordnung der gegenwärtigen Maitemperaturen in einem längeren Zeitraum: Der Mai will einfach nicht wärmer werden.

 

Wie einst auch heute: Erst der Mai macht alles grün. Bild: Petra Dirscherl / pixelio.de

Josef Kowatsch
Die Zeitreihe des Deutschen Wetterdienstes beginnt 1881. Dieser Zeitabschnitt vor 140 Jahren lag für einige Jahrzehnte in einer Temperatursenke. Als Begründung dieses Beginns gibt der DWD die Zuverlässigkeit der Stationen und nicht die Temperatursenke an. Nur deswegen könne man auch nicht 1871 mit der Reichsgründung oder gar früher beginnen.

Der Hohenpeißenberg (HPB) gibt eine erste Antwort

Einzelne wenige Stationen wie der HPB im deutschen Raum reichen natürlich weiter zurück, und die Daten wurden einigermaßen zuverlässig und vergleichbar erfasst. Neben einer gleichbleibenden Erfassungsmethode darf sich der Standort nur wenig verändert haben, sonst sind die Daten als Vergleiche unbrauchbar. Diese 2 Bedingungen erfüllt natürlich keine einzige Wetterstation der Welt, aber der HPB wenigstens einigermaßen.

Der Berg ist 988 m hoch und liegt im Voralpenland, 50 km nördlich der Zugspitze. Schon über 200 Jahre betrieben die Mönche im dortigen früher unbeheizten Kloster eine Wetterstation, die an der nördlichen Außenwand des Anbaus an der Klosterkirche in etwa 7 m Höhe neben einem Fenster angebracht war. Nach Gründung des Reichswetterdienstes mit normierten neuen Standortbedingungen wurde die Station 1936 an einen wärmeren und etwas tiefer gelegenen Standort verlegt, der inzwischen zu einem kleinen DWD-Messzentrum ausgebaut wurde. Die neue Wetterhütte mit inzwischen digitaler Erfassung steht frei auf dem DWD-Messfeld und ist allen Jahres-Sonnenstunden ausgesetzt. Im Mai 2020 waren es 231 Sonnenscheinstunden. Wir schätzen die menschengemachte Wärmeinselzugabe aufgrund des Standortwechsels auf etwa 0,3 bis 0,5°C ab dem Jahre 1970 ein, d.h. die gemessenen Temperaturen müsste man entsprechend nach unten korrigieren, was wir nicht getan haben, denn die Grafik 1 ist auch so eindeutig zur Verdeutlichung der Überschrift.

Grafik 1: Die Grafik zeigt deutlich, dass die warmen Maimonate, als die deutschen Maienlieder entstanden sind, vor über 200 Jahren konzentriert auftraten. Das momentane Temperaturplateau des Wonnemonates Mai befindet sich seit 1988 leicht über dem Schnitt. Die kalten Jahrzehnte um 1881 sind in der Grafik gut zu erkennen.

Fazit: Die warmen Maimonate lagen in früheren Jahrhunderten.

Die Aussage gilt nicht nur für den Hohenpeißenberg, auch die DWD-Wetterstation Berlin-Tempelhof hat eine lange Reihe und seit 1756 sind die Werte zuverlässig erfasst, allerdings ist die Station eine typische Wärmeinselstation. Vom einstigen Gutshof vor den Toren Berlins zum heutigen Stadtteil.

Grafik 2: Auch bei der Wetterstation in Berlin-Tempelhof liegen die wirklich heißen Maimonate lange zurück. Wie schon beim Hohenpeißenberg sind auch in Berlin um 1881 die Maimonate am kältesten

Es existieren auch länger zurückliegende Deutschlanddaten, die sich aber nur auf wenige Stationen berufen können, bzw. die Daten wurden interpoliert. Wir verwenden für die nächste Grafik die Deutschlanddaten seit 1800, seit 1881 sind es die offiziellen DWD-Daten. Quelle: https://dewiki.de/Lexikon/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland

Die 15 wärmsten Maimonate Deutschlands in Form einer Bundesligatabelle.

Man achte auf die Jahreszahlen der warmen Maimonate. Der Mai 2019 und 2020 wären ein Absteiger aus der ersten Liga.

Grafik 3: Unser Dichter Johann Wolfgang Goethe lebte noch zu den Zeiten des viertwärmsten Maimonats (1811) in Deutschland. Der Mai 2020 ist keineswegs an 16.ter Stelle, er wurde auf dieser Grafik nur im Vergleich zu den 15 wärmsten eingezeichnet. Ein Ausreißer aus der Neuzeit, der sonnenreiche Mai 2018 führt die Tabelle an.

Auch diese Grafik zeigt: Das momentane Wärmeplateau des Monates Mai ist keineswegs ein hohes Niveau seit Beginn der Temperaturmessungen in Deutschland.

Vergleich der Maimonate mit den CO2-Messungen: Die Keeling Kurve

Nur 3 der 15 wärmsten Maimonate liegen im Zeitraum der ansteigenden CO2-Keeling-Kurve. Messbeginn am Mauna Loa: 1958

Grafik 4: Die CO2-Konzentrationen der Atmosphäre steigen vor allem nach dem Kriege stark an. Behauptet wird, dass die Ursache des CO2-Anstieges fast ausschließlich anthropogenen Ursprunges wäre. Zumindest seit der Corona-Krise darf man Zweifel anmelden, denn inzwischen ist der Wert im Mai 2020 auf 417 ppm angewachsen und keinesfalls in den letzten 3 Monaten gesunken.

Weiter wird behauptet, dass dieser CO2-Anstieg die Ursache der Erwärmung wäre, die es aber für den Monat Mai in Mitteleuropa über einen längeren Zeitraum gar nicht gibt.

Siehe auch: https://www.eike-klima-energie.eu/2020/06/02/der-mai-will-nicht-waermer-werden-wo-bleibt-die-co2-treibhauswirkung/

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