Warum die Netflix-Doku über Epstein ein Ablenkungsmanöver ist

Vor kurzem ist auf Netflix eine Doku über den Fall Epstein erschienen, die auch ich lobend erwähnt habe. Das war verfrüht, wie sich herausgestellt hat. Die Doku ist nur ein Ablenkungsmanöver.

Als ich vor knapp zwei Wochen über die Netflix-Doku über Epstein berichtet habe, hat mich vor allem überrascht, dass die Doku in deutschen Medien kaum erwähnt wurde. In der Doku wurde – so die mir damals vorliegenden Informationen aus ersten Berichten – die Rolle Bill Clintons massiv thematisiert. Mein Verdacht war, dass die Medien in Deutschland das Bild ihrer Ikone Clinton nicht beschädigen wollten.

Das mag stimmen, aber wie sich herausstellt, tut die Doku das auch gar nicht ernsthaft. Zur Erinnerung: Epstein hatte Kontakt zu so ziemlich allen, die in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Show-Business in den USA und weltweit Rang und Namen hatten. Er flog sie mit seinem Privatjet, der „Lolita-Express“ genannt wurde, zu seiner Privatinsel in der Karibik, wo er sie mit minderjährigen Mädchen versorgt hat. Einer seiner Freunde und Stammkunden war Bill Clinton. Epstein hat dann aber netterweise in Haft Selbstmord begangen und konnte nicht mehr vor Gericht aussagen.

Die deutschen Medien thematisieren den Skandal kaum und wenn, dann lenken sie die Aufmerksamkeit ihrer Leser auf Prinz Andrew, der ebenfalls mit dem „Lolita-Express“ auf die Insel geflogen ist und sich in einem sehr peinlichen BBC-Interview tief in Widersprüche verstrickt hat. Bill Clinton wird in diesem Zusammenhang von den „Qualitätsmedien“ möglichst nicht erwähnt. Wenn Sie die Details nicht kennen, dann finden Sie hier und hier Beispiele dafür, wie die „Qualitätsmedien“ in Deutschland von dem Skandal ablenken und die Details über den Fall Epstein finden Sie hier.

Netflix und die große Politik

Netflix ist keineswegs ein Streaming-Dienst für leichte Unterhaltung und interessante Serien, Netflix wird ganz massiv für politische Ziele und Propaganda eingesetzt. Das konnten wir zum Beispiel in der Ukraine beobachten. Dort wurde letztes Jahr Vladimir Selensky zum Präsidenten gewählt, ein Schauspieler, der vorher in einer sehr populären Serie einen netten und nicht korrupten Präsidenten gespielt hatte. Und dreimal dürfen Sie raten, wer die Serie sehr schnell gekauft und damit in der Hand hatte. Richtig: Netflix.

Daher war ich umso verwunderter, dass Netflix nun Clinton in einer Doku mit Epstein in Verbindung gebracht hat.

Wer sich aber die Doku anschaut (ich habe nur das Transkript gelesen) der stellt fest, dass in der Doku Clinton und Trump gleich oft erwähnt werden. Die Doku gibt bei Clinton nur exakt das zu, was ohnehin nicht mehr ernsthaft bestritten werden kann, weil die Logbücher der Piloten des „Lolita-Express“ ohnehin öffentlich geworden sind und mindestens 26 Flüge von Clinton belegen, bei denen auch junge Mädchen an Bord waren.

Trump hingegen hat sich bereits lange vor Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen Epstein im Jahr 2007 mit Epstein zerstritten, nachdem Epstein auf Trumps Anwesen eine minderjährigen Mitarbeiterin sexuell belästigt hat. Die in den Medien zitierten positiven Aussagen von Trump über Epstein sind von vor 2002 und Trump ist nur einmal in einem von Epsteins Flugzeugen (nicht dem Lolita-Express) von Florida nach New Jersey geflogen.

Clinton hingegen hatte auch 2010 noch Kontakt zu Epsteins Umfeld, denn dessen Assistentin, die die Mädchen rekrutiert haben soll, war Gast auf der Hochzeit von Clintons Tochter. Die Details zu dem Streit von Trump und Epstein, sowie zu Clintons Kontakten mit Epstein finden Sie – inklusive aller Quellen – in diesem Artikel.

In dem Artikel ist auch ein Video eines Wahlkampfausftritts von Trump aus dem Jahr 2016 verlinkt, in dem Trump schon damals – drei Jahre bevor Epstein verhaftet wurde – Probleme erwähnt hat, die Clinton wegen seiner Verbindungen zu Epstein „und einer Insel“ bekommen könnte. Die Machenschaften von Epstein waren also in der High-Society ein offenes Geheimnis, aber Clinton, der von Epstein auch Millionenspenden bekommen hat, behauptet, von all dem nichts mitbekommen zu haben.

Wer hinter der Netflix-Doku steckt

Aber zurück zu der Doku. Netflix hat 2018 einen Millionen-Vertrag mit den Obamas geschlossen. Der Spiegel schrieb damals:

„Barack und Michelle Obama werden künftig das Netflix-Angebot mitgestalten. Das Paar hat einen mehrjährigen Vertrag abgeschlossen – es geht um Serien und Filme für 125 Millionen Nutzer in 190 Ländern. (…) Bei den Beiträgen soll es sich nicht nur um reine Dokumentationen handeln. Einer Netflix-Mitteilung zufolge sollen sie ein breites Angebot von fiktiven Serien, Serien ohne festgeschriebenem Drehbuch, Dokuserien, aber auch Dokumentationen umfassen.“

Und genauso um genau so eine „Dokuserie“ handelt es sich bei der Epstein-Doku von Netflix. Ob Obama damit selbst etwas zu tun hat, ist nicht bekannt. Aber es ist zumindest nicht ausgeschlossen. Interessant ist aber, worauf die Serie basiert. Sie basiert auf dem Buch „Filthy Rich“ von James Patterson. Und Patterson hat 2018 ein Buch mit dem Titel „The President Is Missing“ geschrieben. Und wer war der Co-Autor des Buches? Sie werden es nicht erraten, es war Bill Clinton.

Die vorgeblich Clinotn-kritische Serie auf Netflix basiert laut Netflix auf einem Buch eines persönlichen Freundes von Bill Clinton. Daher liegt der Verdacht, dass in der Serie nur das zugegeben wurde, was ohnehin nicht mehr zu leugnen war, ansonsten aber von Clinton abgelenkt werden soll.

Auch die Drehbuchautoren der Serie über Epstein sind nicht eben kritische Geister. An dem Drehbuch hat mit Tim Malloy ein Bestseller-Autor und New York Times Journalist mitgearbeitet, der engste Verbindungen zum Pentagon hat. Er war nach 9/11 mindestens 14 Mal als „Embedded Journalist“ mit US-Truppen in Afghanistan und dem Irak unterwegs. „Embedded Journalist“ bedeutet, dass man vom Pentagon die Erlaubnis bekommt, mit einer Einheit unterwegs zu sein und dabei kann man aber nicht unabhängig arbeiten, sondern ist auf das Material angewiesen, was man dabei vom Pentagon gezeigt bekommt. Wer allzu kritisch berichtet, der dürfte danach nicht wieder „embedded“ werden. Daher stellen die „Embedded Journalists“ die Kriege des Pentagon auch in ein entsprechend positives Licht.

Das mag seine Berechtigung haben, aber eine solche Nähe zur Macht ist kein Zeichen für kritischen Journalismus. Und dieser Mann hat am Drehbuch der Doku mitgearbeitet.

Ein weiteres Puzzle-Stück im US-Wahlkampf

Der US-Wahlkampf dieses Jahr ist so spannend, wie nie.

Ich habe schon ausführlich über die Korruption von Joe Biden in der Ukraine berichtet, die von Trump gegen Ende des Wahlkampfes thematisiert werden dürfte. Auch Deutschland spielt dabei eine interessante Rolle, denn ein wichtiger Zeuge gegen Biden wurde im November 2019 in Deutschland unter fadenscheinigen Gründen verhaftet und das nur zwei Tage, bevor er in den USA im Fernsehen seine Beweise gegen Jor Biden präsentieren sollte. Er verschwand ohne Verfahren für ein halbes Jahr in einer deutschen JVA.

Auch die aktuellen Rassenunruhen muss man aus dem „Blickwinkel US-Wahlkampf“ sehen, dann „wird ein Schuh draus“, wie ich hier gezeigt habe. Interessant dabei ist die Verbindung von George Soros, der ein erklärter Gegner Trumps und Unterstützer der Demokraten ist. Black Lives Matter, die als Organisatoren der Proteste in Erscheinung treten, ist eine steinreiche Organisation. Schon 2016 hat die Washington Times berichtet, dass Black Lives Matter über 100 Millionen von „liberalen Stiftungen“ bekommen hat, alleine 33 Millionen davon sind von Soros gekommen.

Da ist wohl kaum weit hergeholt, wenn man vermutet, dass Soros, der ja eine Menge Erfahrung damit hat, wie man Proteste gegen Regierungen organisiert, um sie zu stürzen, auch bei den aktuellen Unruhen in den USA seine Finger im Spiel hat.

Und zu den genannten Themen kommt nun auch noch die Epstein-Doku hinzu, die nur vordergründig Clinotn-kritisch ist, aber mit suggestiven Mitteln Trump in die Nähe von Epstein rückt.

Man darf gespannt sein, was die Demokraten sich noch ausdenken, um von ihren Skandalen abzulenken und gleichzeitig Trump Dinge „in die Schuhe zu schieben“, an denen er gänzlich unbeteiligt ist.

Zur Klarstellung noch einmal: Ich bin kein Trump-Unterstützer, ich sehe seine Politik mehr als kritisch. Ich bin nur an der Wahrheit interessiert. Und die ist nun einmal eine andere, als uns die Medien erklären wollen, die offen die Demokraten unterstützen und Trumps Wiederwahl verhindern wollen.

 

Quelle

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