Kleine Manipulation, große Wirkung: Mit welchen Tricks der Spiegel das Unterbewusstsein der Leser manipuliert

Von Thomas Röper

Ich beschreibe hier gerne besonders dreiste Beispiele dafür, wie der Spiegel seine Leser belügt, Fakten verdreht oder weglässt und ähnliches. Heute soll es anhand eine aktuellen Beispiels um die primitiven – aber sehr wirkungsvollen – Methoden gehen, mit denen der Spiegel seine Leser unterbewusst beeinflussen will.

Der Spiegel hat heute einen Videobeitrag mit der Überschrift „Coronakrise in Russland – Zu Putin bitte einmal hier durch“ veröffentlicht. Der Inhalt ist recht unspektakulär: Im Kreml und auf Putins Residenz im Moskauer Umland, von der er Russland seit Beginn der Coronakrise weitgehend per Videokonferenzen regiert, sind „Desinfektionstunnel“ für Besucher installiert worden. Bei diesen „Tunneln“ handelt es sich um Schleusen, in denen Besucher mit einer Desinfektionslösung besprüht werden, bevor sie zu Putin vorgelassen werden.

Solche Schleusen sind nicht neu, verschiedene Flughäfen, vor allem in Asien, wollen derzeit solche Schleusen einführen, um Passagiere vor dem Betreten der Flughäfen zu desinfizieren.

Der Spiegel berichtet in dem Video darüber sachlich, zumindest wenn man den Text nur lesen und nicht hören würde. Da der Spiegel Russland aber schlecht darstellen will oder muss, musste man sich etwas einfallen lassen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Und dabei hat der Spiegel zu einem sehr interessanten Mittel gegriffen: Er hat die Tonspur manipuliert. Auf diese Weise zeigt ein Video mit einem sachlichen Text für den Zuhörer trotzdem, dass Russland irgendwie suspekt ist.

Kreml-Sprecher Peskow hat im russischen Fernsehen von diesen „Tunneln“ erzählt und der Spiegel hat die Aussagen von Peskow in sein Video eingebaut. Dabei hat der Spiegel den Ton jedoch so manipuliert, dass es sich wie ein heimlich mit geschnittenes Gespräch anhört, indem der Spiegel die Tonqualität verschlechtert und andere Geräusche über die Tonspur gelegt hat. Hören Sie es sich selbst an und denken Sie darüber nach, wie das auf Sie wirkt und was dabei unterbewusst in dem Leser vorgeht. Hier geht´s zu dem Videobeitrag des Spiegel.

Diese Manipulation macht etwas mit dem Leser. Obwohl der Spiegel mit keinem Wort behauptet, es handle sich um einen heimlichen Mitschnitt, entsteht beim Zuhörer trotzdem genau dieser Eindruck.

Danach hören Sie sich zum Vergleich den Bericht des russischen Fernsehens an, Sie finden ihn hier (die Aussagen von Peskow beginnen bei Sekunde 34)

Die Manipulation ist offensichtlich, der Spiegel hat absichtlich den Ton so manipuliert, dass beim Leser, beziehungsweise Zuhörer, der Eindruck entsteht, dies sei heimlich aufgenommen worden. In Russland ist also wieder irgendetwas, was mit Putin zu tun hat, irgendwie suspekt.

Das fügt sich in das Bild, dass die „Qualitätsmedien“ über Russland in die Köpfe der Menschen bringen wollen: Russland ist suspekt und sogar gefährlich. Dazu wird mal dreist gelogen (dies ist mein Lieblingsbeispiel für so eine Lüge im Spiegel), aber es wird auch mit dem Unterbewusstsein des Publikums „gespielt“. Das machen alle „Qualitätsmedien“ gerne, selbst eine Sendung über Weihnachtsbräuche in verschiedenen Ländern war dem zwangsfinanzierten „Qualitätsfernsehen“ der ARD dafür nicht zu schade.

Propaganda besteht nicht nur aus plumpen Lügen oder dem Weglassen von Informationen, Propaganda ist auch das bewusste Manipulieren der unterbewussten Eindrücke des Publikums. Und dieser aktuelle Spiegel-Beitrag ist ein weiteres, sehr anschauliches Beispiel für die Propaganda, die „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel betreiben.

Oder wozu sonst hat der Spiegel den Aufwand betrieben, die Tonspur zu manipulieren?


Wenn Sie sich für mehr Beispiele für freche Verfälschungen der Wahrheit in den „Qualitätsmedien“ interessieren, sollten Sie Beschreibung meines neuen Buches lesen. Das Buch ist eine Sammlung der dreistesten „Ausrutscher“ der „Qualitätsmedien“ im Jahre 2019 und zeigt in komprimierter Form, wie und mit welchen Mitteln die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland beeinflussen wollen. Von „Berichterstattung“ kann man da nur schwer sprechen. Über den Link kommen Sie zur Buchbeschreibung.

Quelle

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