Rassismusdebatte als Plazebo: Warum das Zeitalter der Kolonisierung immer noch andauert

Die Rassismusdebatte, die derzeit die Medien beherrscht, ist verlogen, denn sie fokussiert sich auf die Vergangenheit. Wer wirklich etwas ändern will, muss aber auf die Gegenwart schauen und etwas für die Zukunft ändern.

Wir lesen heute überall, wie Denkmäler gestürzt werden und wie sich Firmen für ihre Vergangenheit entschuldigen. Im Spiegel gab es heute einen Artikel mit er Überschrift „„Entsetzlich und beschämend“ – Versicherungskonzern Lloyd’s entschuldigt sich für Rolle im Sklavenhandel“ und der Spiegel schreibt über Lloyd´s folgendes:

„Lloyd’s kündigte an, es werde in Programme investieren, um Schwarze und die Angehörigen ethnischer Minderheiten als Mitarbeiter zu gewinnen. Man werde außerdem Organisationen finanziell unterstützen, die sich für die Gleichstellung dieser Gruppen einsetzen.“

Wie löblich. Lloyd´s will ein paar mehr Schwarze einstellen und ein bisschen Geld spenden. Ändert das etwas daran, dass die Schwarzen in den USA in Armenvierteln leben, wo es keine vernünftigen Schulen gibt und dass die Schwarzen daher schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung haben, die ihnen den Ausbruch aus dem Teufelskreis der Armut ermöglichen könnte? Nein, natürlich nicht.

Aber es ist derzeit in Mode, sich für die eigene Vergangenheit zu entschuldigen oder sogar Denkmäler zu zerstören. Und da es kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit geben darf, an dem die Deutschen nicht doch irgendwie beteiligt waren, hat der Spiegel heute auch gleich noch ein Interview mit der Überschrift „Deutsche Kolonialisten – Zum Reichtum durch Sklavenhandel“ veröffentlicht. Deutschland gab es in der Hochzeit des Sklavenhandels nicht einmal, das Reich war nach dem 30-jährigen Krieg zersplittert und als es 1871 wieder entstand, war die Zeit der Sklaverei bereits vorbei, aber das ist unwichtig. Wenn es ein internationales Verbrechen gegeben hat, dann muss Deutschland daran beteiligt gewesen sein und wir müssen uns auch entschuldigen.

Aber was soll die Debatte über Kolonialismus und Sklavenhandel überhaupt? Die Vergangenheit können wir nicht ändern. Die Debatte lenkt davon ab, was man tatsächlich tun könnte. Mehr noch: Der Kolonialismus hat nie aufgehört, es gibt ihn immer noch. Er nennt sich heute nur anders. Heute sagt man Globalisierung.

Warum Globalisierung und Kolonialismus das gleiche sind

2018 wurde in Sambia ein riesiger Rekord-Smaragd gefunden. Der Spiegel-Artikel darüber endete mit einem entscheidenden Satz:

„Das Bergwerk, in dem der „Löwen-Smaragd“ gefunden wurde, gehört Gemfields zufolge zu 75 Prozent dem Unternehmen und zu 25 Prozent der Regierung Sambias. Es sei das weltweit größte Bergwerk für Smaragde.“

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass die Bodenschätze, die in diesem größten Smaragdbergwerk der Welt gefördert werden, nicht etwa dem Land gehören, in dem das Bergwerk liegt, sondern dem Unternehmen Gemfields. Sambia wird mit 25% der Einnahmen abgespeist. Da muss man sich nicht wundern, dass Sambia ein bettelarmes Land mit einem BIP von knapp 1.200 Dollar pro Einwohner ist.

Zumal dies das Geschäftsfeld von Gemsfield ist. Sie halten Mehrheitsanteile an Smaragdminen, Rubinminen und anderen Minen in verschiedenen afrikanischen Ländern, die früher zum britischen Imperium gehört haben. Praktischerweise hat Gemfields auch noch die bekannte Juwelier-Firma Faberge gekauft, sodass sie die gesamte Wertschöpfungskette von der Mine bis zur Produktion von Schmuck in der Hand halten.

Gemsflied ist eine britische Firma, deren Hauptaktionäre ein südafrikanischer Milliardär und einige Investoren sind, die auf den Cayman-Inseln registriert sind und über die man kaum etwas weiß.

Das Geschäftsmodell, das wir hier sehen, ist weit verbreitet. Westliche Firmen kaufen in bettelarmen Ländern für ein Taschengeld Lizenzen zur Förderung von Bodenschätzen, egal ob Edelsteine, Öl, Gold oder was auch immer, und beuten dann die Bodenschätze aus. Die Bevölkerung des Landes hat nichts davon. Solche Verträge nennen sich im Bereich Öl und Gas PSA-Verträge. Dabei wird festgelegt, welchen Anteil der Investor an den geförderten Bodenschätzen im Gegenzug für seine Investitionen erhält, es ist natürlich immer der Löwenanteil.

Was auf den ersten Blick gut klingt, bedeutet in Wirklichkeit, dass das Ursprungsland den größten Teil seiner eigenen Bodenschätze westlichen Konzernen überlässt. Dabei könnte doch eigentlich auch Sambia selbst die Bodenschätze fördern, nur dazu würde es Kredite für die nötigen Investitionen brauchen und wer im Westen wäre bereit, Sambia dafür Kredite zu geben? Dabei wäre es ganz einfach: Die Bank könnte den Kredit zu den gleichen PSA-Konditionen geben, nur dass ihre PSA-Rechte mit Rückzahlung einer vertraglich festgelegten Summe auslaufen und nicht auf ewig festgeschrieben sind, wie es bei den heutigen PSA-Verträgen der Fall ist.

Die PSA-Abkommen sind also letztlich nichts anderes, als die Fortsetzung der Kolonialpolitik, bei der es ebenfalls nur darum ging, Bodenschätze auszubeuten und aus den kolonisierten Ländern das Maximum herauszupressen. Und zwar mit einem minimalen Kapitaleinsatz. Man hat einfach den regionalen Herrscher beteiligt, der mit seinem kleinen Anteil trotzdem steinreich wurde, aber das Volk und das Land wurden ausgebeutet. Heute läuft es immer noch ganz genauso.

Was früher die Kolonialmächte getan haben, machen heute die Großkonzerne und man nennt das Globalisierung. Uns wird erzählt, die Globalisierung wäre etwas Gutes, dabei ist sie nichts anderes, als die Fortsetzung der Kolonialpolitik der Vergangenheit. Und auch damals wurde die Kolonisierung den Menschen in Europa als etwas Gutes verkauft, denn man brachte den ungebildeten und ungläubigen Wilden in den Kolonien ja die Zivilisation und den christlichen Glauben. Um Gold und Bodenschätze und Ausbeutung ging es damals offiziell auch nie, es ging darum, Gutes zu tun. Ganz wie heute mit der Globalisierung.

Globalisierung als Mittel zur Ausbeutung

Ein weiteres Beispiel, das direkt für die Armut in Afrika verantwortlich ist, sind Lebensmittelexporte aus dem Westen. Sowohl die USA als auch die EU zahlen gigantische Subventionen an ihre Lebensmittelkonzerne, die dadurch Lebensmittel erstens industriell und zweitens hochsubventioniert produzieren können. Dagegen kann kein afrikanischer Bauer konkurrieren und er geht pleite. Was man uns als Entwicklungshilfe verkauft, ist in Wirklichkeit ein Subventionsprogramm für unsere industriellen Lebensmittelproduzenten auf Kosten afrikanischer Bauern. Und was macht ein afrikanischer Bauer, der pleite gegangen ist und keinen neuen Job findet? Er macht sich auf den Weg nach Europa.

Dabei war Afrika früher ein Kontinent, der Lebensmittel exportiert hat, nur eben nicht industriell und subventioniert. Die Globalisierung hat in Afrika die Landwirtschaft zerstört, damit die Afrikaner nun unsere Industriehühner aus Massentierhaltung kaufen dürfen, die sie selbst nicht so billig produzieren können.

Dieses Geschäftsmodell wird von unserer Presse als Globalisierung gefeiert und soll angeblich allen Wohlstand bringen. Nur haben wir inzwischen bemerkt, dass es den Menschen im Westen nicht mehr Wohlstand gebracht hat, im Gegenteil, denn oft wurden dabei Fabriken im Westen geschlossen, weil man in Indien oder China billiger produzieren kann. Uns wird nun gesagt, wir müssten mit diesen Ländern um Arbeitsplätze konkurrieren, also für weniger Geld arbeiten.

Und auch den Menschen in Afrika brachte die Globalisierung nichts als Armut, sodass inzwischen Millionen auf der Flucht sind.

Gerade heute hat die UNO gemeldet, dass derzeit so viele Menschen auf der Flucht sind, wie nie zuvor in der Geschichte: 80 Millionen Menschen. All diese Menschen fliehen vor den Folgen der Politik des Westens. Die Kriege, vor denen sie aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Libyen und so weiter fliehen, hat der Westen angefangen. Und die Globalisierung lässt Länder verarmen und treibt die Menschen in die Flucht.

Gewonnen haben die großen Konzerne, die ohne viel Aufwand ihre Gewinne erhöhen konnten, sei es wegen der Verlegung ihrer Produktion ins billigere Ausland oder wegen der Bodenschätze, die sie für einen im Vergleich minimalen Kapitaleinsatz in den betroffenen Ländern ausbeuten und behalten dürfen.

Die Rassismusdebatte geht am Thema vorbei

Heute werden in vielen Ländern die Denkmäler für Menschen aus der Kolonialzeit zerstört. Die Medien spielen das Spiel mit, feuern die Bilderstürmer an und wer sich ihnen entgegenstellt, ist angeblich ein Rechtextremer, wie wir am Montag im Spiegel lesen konnten. Damit lenken die Medien davon ab, dass die Ausbeutung der Kolonialzeit auch heute noch weitergeht. Sie hat nie aufgehört, nur der Name wurde geändert.

Aber die Menschen sollen das nicht wissen, ansonsten würden sie ja anfangen, anstatt der Denkmäler für Kolonisten die Firmensitze der Globalisierer anzugreifen. Und das geht ja nun wirklich nicht, daher wird die (berechtigte) Wut über Ungerechtigkeiten auf die Vergangenheit gelenkt, anstatt auf die Gegenwart, in der die Probleme fortbestehen.

Die Medien und auch die Finanziers der Organisatoren der Unruhen lenken die „dumme Masse“ davon ab, was man tatsächlich tun könnte, um den Schwarzen in aller Welt zu helfen. Der Westen müsste die Globalisierung einstellen und aufhören, Bodenschätze in fremden Ländern auszubeuten und mit seinen hochsubventionierten Produkten die Wirtschaft schwächerer Länder zu zerstören.

Und in den USA müsste man das Bildungssystem ändern und den Armenvierteln endlich gut ausgestattete Schulen geben und die Lehrer dort so gut bezahlen, dass auch gute Lehrer dort arbeiten wollen. Nur so würde sich langfristig etwas an der Situation der Schwarzen in den USA verbessern.

Stattdessen wird gefordert, die Polizei nicht mehr zu finanzieren und man darf „Schwarzer“ nicht mehr sagen, es sind ja heute „Afroamerikaner“. Aber was ändert diese Symbolik? Geht es den Schwarzen heute besser, weil man sich immer neue Bezeichnungen für sie ausdenkt? Wird weniger Geld für die Polizei an ihrer Situation irgendetwas ändern?

Die Rassismusdebatte benennt nicht einmal die wichtigen Fragen. Und wer die falschen Fragen stellt, wird nie die richtigen Antworten bekommen.

 

Quelle

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