Haltung statt Leistung – deutsche Universitäten früher und heute

Fifth Solvay Conference on Electrons and Photons that took place in October of 1927.

von Dr. Hans Hofmann-Reinecke

Im weltweiten Vergleich sind Deutschlands Universitäten drittklassig; die vordersten Plätze machen USA und GB unter sich aus. Das war nicht immer so. Hier ein paar Gedanken zum akademischen Verfall unseres Landes.

In der „Dritten Welt“

Da gibt es diesen edlen Wettstreit, wer die Schönste aller Frauen und wer die Beste aller Universitäten sei. Bei den Universitäten sind sich die Rating Agenturen einig: Die vorderen Plätze gehören den „Big Five“: MIT (Mass. Institue of Tech.), Stanford, Harvard, Oxford und Cambridge, also dreimal USA und zweimal GB.

Deutschland spielt in dieser Liga nicht mit. Die beste deutsche Hochschule, die TU München, schafft es auf Platz 55. Die Hauptstadt des Landes der Dichter und Denker aber ist hoffnungslos dritte Welt: die Humboldt-Universität liegt auf Platz 117, knapp zwanzig Plätze hinter Mexico-Stadt, die anderen Berliner Hochschulen rangieren noch weiter hinten.

Vielleicht interessiert Sie ja dieses Ranking genau so wenig wie Deutschlands Abschneiden beim Eurovision-Wettbewerb. Aber Vorsicht, wenn Sie einmal unter den Händen eines Neurochirurgen liegen sollten, oder wenn der Bauingenieur das Fundament für Ihr neues Haus am Rheinufer berechnet, dann wäre es doch wichtig für Sie zu wissen, dass diese Experten über solides Wissen verfügen, in anspruchsvollem Studium erworben und vor unbestechlichen Prüfern bewiesen. Sie wollen sicher sein, dass deren akademische Titel tatsächlich das halten, wofür sie stehen.

Eine mindere Qualität unserer Universitäten ist also kein „rein akademisches“ Thema, sondern ein Problem, das Folgen für jeden von uns haben kann.

Mehr sein als scheinen

Es ist keine Frage, dass es um die Qualität von Forschung und Ausbildung in der Vergangenheit besser bestellt war. Auf dem hübsch kolorierten Foto von 1927 sehen Sie Herrschaften in altmodischer Kleidung und mit ernsten Gesichtern. Aber bevor sie mit überlegenem Lächeln weiterlesen, verrate ich Ihnen etwas: Nie wieder werden Sie ein Foto sehen, auf dem so viel kollektive Intelligenz vereint ist.

In der ersten Reihe sitzen Nobelpreisträger, von denen Sie einen sofort erkennen. Links neben Einstein sitzt Hendrik Lorentz, dessen Gleichung in der speziellen Relativitätstheorie eine Rolle spielt, dann kommt Marie Curie, gleich mit zwei Nobelpreisen, und neben ihr Max Planck, den die Grufties unter den Lesern noch von der 2-Mark-Münze kennen.

Doch auch auf den billigeren Plätzen, oben rechts, finden sich durchaus Hochkaräter: Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli und mit Brille Erwin Schrödinger, die Erfinder der Quantenphysik – alle drei Preisträger in spe.

Das Bild stammt von einer Konferenz, zu der ein belgischer Industrieller Namens Ernest Solvay eingeladen hatte. Es war europäische Teamarbeit auf höchstem Niveau, bei der Grenzen und Nationalitäten (noch) keine Rolle spielten. Die Kooperation war angetrieben durch wissenschaftliche Neugierde und ermöglicht durch akademische Ethik und bürgerliche Etikette. Mekka der Physik war damals Göttingen.

Drei Generationen später stellt sich die Frage: Wo sind die Erben dieser Elite? Was ist passiert? Die Uni Göttingen rangiert heute auf Platz 195.

Die Klaviersonate

Hier ein Ereignis, welches dem oben erwähnten Werner Heisenberg widerfuhr. Er war ja nicht nur einer der größten Physiker des 20. Jahrhunderts, er war auch ein hervorragender Pianist. In seinem Büro im physikalischen Institut hatte er ein Klavier stehen, auf dem er regelmäßig übte. Als er gerade wieder einen Satz gespielt hatte, schaute er vor die Tür und sah da einen jungen Mann im Gang sitzen.

Es war die Zeit, als Vorlesungen durch Aktivisten unterbrochen wurden, die forderten, man solle über Politik reden statt über Quantenmechanik. An der Kleidung erkannte Heisenberg, dass er es mit solch einem Störer zu tun hatte.

Der junge Mann meinte, er hätte die Musik gehört, und begann dann, ziemlich arrogant, so wie man es ihm wohl beigebracht hatte, mit politischer Propaganda. Heisenberg verbat sich den Unsinn, und nach wenig freundlichen Worten war das Gespräch beendet und der Student wandte sich um zu gehen.

Da lud ihn Heisenberg in sein Büro ein, falls er noch den letzten Satz der Klaviersonate hören wollte. Die Einladung wurde angenommen, und der Gast verabschiedete sich letztlich sehr dankbar und höflich.

Die erwähnte, auffallende Kleidung, an der Heisenberg den Störer erkannt hatte, war übrigens die Uniform der Hitlerjugend. Es waren die späten 20er-Jahre und die Nazis übernahmen das Kommando – auch in den Universitäten. Es war der Anfang vom Ende der wissenschaftlichen Blüte.

Derartige Störungen sollten sich, in anderer Maskierung, drei Jahrzehnte später an deutschen Universitäten von Neuem abspielen. Diesmal wäre die Uniform allerdings ein roter Schal mit Ché-Guevara-Mütze.

Kaiser Wilhelm und Max Planck

Vom Exodus der jüdischen Wissenschaftler während des Dritten Reichs haben sich die Universitäten nie erholt. Es gelang dennoch, nach dem Krieg, an die wissenschaftliche Tradition aus der Zeit vor den Nazis anzuknüpfen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Max-Planck-Gesellschaft, welche in die Fußstapfen der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft trat. Sie bot eine Dachorganisation für Forschungsinstitute außerhalb des Universitätsbetriebs.

Doch auch die Universitäten erholten sich – das Wirtschaftswunder wäre ohne die technologische Kompetenz der Industrie nicht möglich gewesen, und die wiederum verdankte man der soliden Arbeit an den deutschen Hochschulen.

Der Muff von tausend Jahren

Nicht jeder aber sah diesen Erfolg mit Wohlgefallen und Ende der 60er-Jahre formierten sich Proteste. Die Protagonisten der Bewegung hatten erkannt, dass sie mit ihren sozialistischen Maximen auf einem akademischen Spielfeld, das von Logik und Aufklärung geprägt war, keine Chance hätten. Sie machten sich also daran, diese Ordnung zu stören. In den Universitäten besetzten sie schnell die Büros der Studentenvertretungen, des „ASTA“, und rekrutierten hier demonstrationswillige Kommilitonen, die dabei halfen, Vorlesungen zu stören; auch solche, die vollkommen unpolitisch waren. Ob ihnen bewusst war, in welcher Tradition sie handelten?

Ihr Slogan „Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“ richtete sich zwar angeblich gegen das nationalsozialistische Erbe an den Hochschulen. Tatsächlich aber war es ein Angriff auf den Geist der Aufklärung, deren Erfolg sich in den exakten Wissenschaften und den technologisch-industriellen Leistungen des Landes par excellence verkörpert hatte.

Dieser „Leistungsgesellschaft“, die viele der Akteure durch Stipendien gut versorgte, fühlte man sich nicht gewachsen. Nach dem Motto „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ versuchte man einerseits durch Gewalt, andererseits durch Ausdauer sein zerstörerisches Ziel zu erreichen. Dieser zweite Weg, der „Marsch durch die Institutionen“, war erfolgreich.

Zwei Generationen nach 68 sind das öffentliche intellektuelle Leben, die Erziehung vom dritten zum dreißigsten Lebensjahr, die Medien und, nicht zuletzt, die Regierung zutiefst durch linke Ideologie geprägt. Heute steht Haltung an Stelle von Leistung, Ideologie hat Logik verdrängt, Ausbildung wurde durch Indoktrination ersetzt. Die Abiturientin von heute kann Ihnen vielleicht erklären, welch schlimme Folgen der Klimawandel hat, aber sie weiß nicht, was der Dreisatz ist.

Die Aufklärung ist besiegt und die Universitäten haben ihren eigentlichen Sinn verloren – auch wenn es durchaus Institute gibt, die Spitzenleistungen produzieren. Doch die sind leider Ausnahmen, sonst würden unsere Universitäten im globalen Vergleich nicht so schlecht abschneiden. Und je röter desto weiter hinten liegen sie im Ranking. Die Uni Bremen etwa, schon immer an vorderster Front des sozialistischen Kampfes, kommt im globalen Vergleich auf Platz 541.

Mehrheit und Wahrheit

Politik und Wissenschaft vertragen sich nicht. In der Wissenschaft geht es um Wahrheit, in der Politik um Mehrheit. Die Wahrheit ist beständig, daher kann Wissenschaft systematisch auf alte Erkenntnisse bauen. „Ich stand auf den Schultern von Riesen, deswegen konnte ich so weit sehen“, soll Isaac Newton gesagt haben; seine bahnbrechenden Entdeckungen verdankte er den Philosophen der Antike.

Politische Veränderungen aber entstehen auf Trümmerfeldern, die entweder schon vorhanden sind, oder durch eine Revolution geschaffen werden. Der Politiker steht nicht auf den Schultern von Riesen und blickt in die Weite, er wühlt sich wie ein Maulwurf durch die Ruinen.

„Wir lernen aus der Geschichte, dass wir nichts aus der Geschichte lernen.“ Desmond Tutu

Wenn die Politik nun für sich beansprucht, der Verwalter der Wahrheit zu sein, dann ist das ein Todesurteil für die Wissenschaft. Dann wird man von Forschern verlangen, pseudo-wissenschaftliche Beweise für politisch opportune Thesen vorzulegen. Dann werden eigene Universitäten gegründet, um eine Erwärmung um 0,02 °C jedes Jahr aufs Neue zu bestätigen. Dann werden Institute für Gender-Forschung geschaffen, die nachweisen, dass es keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, abgesehen davon, dass die Frau in jeder Hinsicht nützlicher, klüger und wichtiger ist.

Mehr noch als die Naturwissenschaften haben die Geisteswissenschaften gelitten, die früher einmal intellektueller Gegenpol zur Macht waren. Heute aber sind sie zu Stichwortgebern für die Politik degeneriert. Sie haben weder mit Geist noch mit Wissenschaft zu tun, sie verdienen den Namen nicht mehr.

Wohin steuert solch eine Gesellschaft? Der warnenden Beispiele gibt es in der Geschichte mehr als genug.

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.think-again.org und im Buch „Grün und Dumm“.

Ergänzung der Redaktion

Zitat von Michael Klonovsky :

„Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.“

und einem FB Leser:

In diesem Fall betrifft es ’nur‘ die Physik, aber es dürfte praktisch auf jedem speziellen Gebiet der Wissenschaft ähnlich aussehen. Oder in der Kunst, der Literatur, der Medizin, der Architektur, der (klassischen) Musik, der Technik …

Matthias Kegelmann 29. Juni 2020 um 0:06

Kritikpunkte

a. Was für den Physiker der Verbrennungsmotor ist für den Wirtschaftswissenschaftler der Kapitalismus. Der Zeuge Desmond Tutu verriet all seine eigenen wichtigen Werte, kungelte mit dem Reichtum zerstörenden und Menschen verachtenden Sozialismus. Nelson Mandela tendierte sogar zum Kommunismus. Beide wären auf Seiten der Gegner von EIKE, auf Seiten der Unfreiheit und des Betrugs, die grünen Kommunisten unterstützend. Desmond Tutu hat weder aus der Geschichte noch aus der Bibel etwas gelernt. Das ist allein seine schuld.

b. Die Physiker haben den Politikern die Waffen geliefert, die sie brauchen, um den Menschen, vollends zu unterdrücken. Dürrenmatt lesen.

c. Was ist denn das letztliche Ziel der Physik? Wo liegt der Sinn? Wieso arbeitet der Silicon Valley dann an der Verknüpfung Mensch und Maschine? Was hat denn Bill Gates sich bereits patentieren lassen, diesbezüglich? Ist denn KI, nicht der lächerliche menschliche Versuch, GOTT nachzuahmen? In der Bibel steht, dass das nicht gelingen wird und der Mensch nie dahinter wird kommen können. Physiker vermögen eben nicht alles.

d. Alle Physiker auf dem obigen Photo sind tot? Keiner hat überlebt? Das ist eine sehr schlechte Bilanz. Was ist Intelligenz? Was ist Weisheit?

e. Ich kann jedem Möchtegern-Physiker nur anraten, sich mit Max Thürkauf (1963 erhielt er für die Herstellung von schwerem Wasser den renommierten Ruzicka-Preis der ETH Zürich) geistig sehr intensiv auseinanderzusetzen und ihn sehr genau zu studieren. Max Thürkauf kennt seinen Fachbereich auch aus dem ff. Das soll ihm erst einmal einer nachmachen.

Max Thürkauf (später auch Fluglehrer und Kunstflieger) begann seine berufliche Laufbahn als Chemiker mit einer Lehre zum Chemielaboranten. Danach holte er in einer Abendschule die Hochschulreife nach und studierte Chemie.

Thürkauf arbeitete naturwissenschaftlich auf den Gebieten der Isotopentrennung, Elektronenmikroskopie grosser Moleküle, der chemischen Thermodynamik und Reaktionskinetik. Er war Professor für Physikalische Chemie und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie an der Universität Basel. Wer diesem Mann echtes, unangreifbares naturwissenschaftliches Know-how absprechen will, der sollte demütig in sich gehen, wenn er es noch kann.

f. Und dem Autor oben empfehle ich die Lektüre der überlegenen Bibel. Da stehen alle Antworten bereits drin. Da viele diese Antworten jedoch nicht mehr ertragen ist ein Problem, welches die Bibel auch erklärt.

g. Physik hat mit Materie zu tun. Vom überlegenen menschlichen Geist versteht die Physik nichts. Weil sie es wollte. Hochmut kommt immer vor dem Fall.

Mit den obigen Physikern auf dem Photo, hätte man noch über all diese Dinge höflich und OHNE ZENSUR sprechen können. Obwohl auch damals der Hochmut schon im Aufkommen war. Diese Preisträger hatten noch echte Bildung, die sie alles aus nicht-physikalischen Fächern zogen.Antworten

Andreas Demmig 28. Juni 2020 um 23:53

Die Beschreibung der Personen und Hintergründe zum Aufmacherbild stimmen mich traurig.
Wo sind heutzutage die kompetenten Wissenschaftler und Ingenieure, die das Wissen der Altvorderen bewahrt und vermehrt haben?
Wenn ich da so an die MPG, VDI,VDE,DVWG denke … Für mich Duckmäuser die Angst haben, die Subventionen zu verlieren.Antworten

Gürol Salk 28. Juni 2020 um 23:11

Die neulich eingeführte Corona-Warn-App ist die Krönung des Ganzen.
Wenn die Leute das auch noch mitmachen, dann habe ich die Hoffnung für Deutschland endgültig verloren.
https://youtu.be/RPTMuLJFQTIAntworten

Dr.-Ing. Friedhelm Sporenberg 28. Juni 2020 um 23:06

Dr.-Ing.Friedhelm Sporenberg

Ein Beispiel aus dem Jahr 1972 ( nach Dutschke -Zeit TU Berlin), Lehrveranstaltung “ Höhere Mathematik IV“,sehr komplex und aufwendig in den Übungen.Die Veranstaltung wurde von linken marxistischen Studenten ,z.T. von der FU Berlin, schon damals weit nach links abgedriftet,gestört, indem diese uns aufforderten, die Vorlesung zu sabotieren ,um draussen am Bahnhof Zoo gegen die Polizei zu kämpfen. Damals war es noch möglich, diese Leute höflich zu bitten,die Veranstaltung nicht länger zu stören, sodass wir sie hinauskomplimentiert haben.Diese “ Neu Linke -Protestbewegung „kam in den 1960-Jahren in Gang und setzte sich in den 1980-Jahren fort, indem diese ursprünglichen Marxisten mit radikaler Staatskritik die eigenen Aktionen als Notwehr zu rechtfertigen versuchten. In den 1990-Jahren kamen die Grünen dort an ,wo sie immer hinwollten. Im öffentlichen Dienst bekleideten sie inzwischen komfortable Positionen( Fischer, Trittin,Claudia Roth, Edda-Müller,R. Baake etc.).All dies hat direkt und indirekt mit dem Niedergang der deutschen Wissenschaft , sowie einhergehend mit der Ausbildung der Studenten zu tun, indem im Namen der Grünen der Fortschrittsgedanke geächtet wird und eine Meinungsdiktatur etabliert wurde.
Noch ein Literaturhinweis: A.Pettenkofer Die Entstehung der grünen Politik.
Kultursoziologoie der westdeutschen Umweltbewegung. Campus VerlagAntworten

Dr. Eckhard Pfister 28. Juni 2020 um 22:29

Männer/Frauen: hier gibt es Unterschiede, deshalb ist Gendermedizin sinnvoll, z. B. hormonelle Unterschiede, Häufigkeiten bei Erkrankungen, Auswirkungen bei medikamentöser Therapie…
Ansonsten teile ich die Ansichten über unsere Hochschullandschaft. Manche privaten Hochschulen sehe ich sehr kritisch, Bachelorabschlüsse sind leicht erreichbar. Professoren/innen ohne Forschungserfahrung, “Titel“ als Schmuck für die Visitenkarte.Antworten

Paul Jansen 28. Juni 2020 um 22:26

Der Gipfel der Dummheit ist hier versammelt:
https://www.scientists4future.org/Antworten

Dr. Roland Ullrich 28. Juni 2020 um 22:01

Ich denke, das beschreibt die Politisierung und den Niedergang unserer Hochschul-Landschaft treffend. Die 68er waren bei ihrem Marsch durch die Institutionen erfolgreich, der Linksdrall wirkt bis heute. Das Tragische dabei: Unsere Hochschuldirektoren und Politiker sind nur mehr zu einer Schleimspur-Politik der Anpassung fähig. Selbst einer bedauernswerten jungen Frau wie Greta laufen alle nach, um sie mit Ergebenheitsbekundungen zu überhäufen. Heilige Greta, gib uns Orientierung!
Dass von Kirchen und Medien wenig zu erwarten ist, das ist hierzulande Normalzustand. Ob Excellenz-Initiativen und der Ersatzfetisch Europa den Absturz stoppen können – wohl eher nicht. Auch nicht mit noch so vielen Gender- und Fahrrad-Lehrstühlen!Antworten

Wolfgang Schneider 28. Juni 2020 um 21:04

Die Humboldt-Universität zu Berlin, wo ich zu DDR-Zeiten ein Sprachenstudium begann, war zwar von vorn bis hinten von Stasi-Zuträgern durchsetzt; dennoch hat man mir eine gute Ausbildung vermittelt. Zum Übersetzer. Im Ostblock galt das Prinzip von Makarenko, dem Grandseigneur der sowjetischen Erziehungswissenschaft. „Ich fordere dich, weil ich dich achte.“ Auch den Oberen in der DDR war klar, daß man Bienen braucht und züchten muß und nicht nur nutzlose fette Drohnen, die bloß durch ihr SED-Parteibuch Karriere machen oder durch Denunziantentum. Als faulen Kompromiß – gut zu sein allein genügte in der DDR nicht – leistete ich 3 Jahre Armeedienst in der NVA, um überhaupt den Studienplatz zu bekommen. Aus meiner Sippe war niemand bei SA oder NSDAP, später auch nicht in der SED. Und mit der Stasi im Bett schon gar nicht. Selbst den dümmsten Knallchargen im Politbüro war klar, daß zur Schau getragene Loyalität zu Staat und System kein Fachwissen und Können ersetzt, so sehr sie auch auf den Gehorsam ihrer Untertanen Wert legten.Antworten

Dr. Müller Bernd 28. Juni 2020 um 20:41

Der Artikel hat mich sehr traurig gestimmt, was ich auch in der Weiterleitung an meinen Privatverteiler geschrieben habe.
Was die Medizin anbetrifft (ich bin Physiker) kann ich da nur aus eigenem Erleben etwas Positives berichten:
1985 habe ich mir beide Handgelenke gebrochen, beim Sturz vom Kirschbaum. Die Chirurgen haben mir an einer Hand einen „Fixateur externe“ appliziert, der ziemlich gräßlich und gerfährlich aussah. Die offenen Wunden für die Schrauben mußte ich auch täglich sorgfältig desinfizieren.
Mit dieser Hand (die andere hatte nur eine Schiene benötigt) bin ich herumgelaufen, auch in der Stadt (damals Fürth). Da hat mich ein junger Mann angesprochen, der mich gefragt hat, ob er genauere Informationen zu diesem deutlich sichtbaren Unikum haben dürfte, er wäre Medizinstudent in USA, und er hätte so etwas noch nie gesehen! Ich habe ihm gerne die Informationen gegeben (was mir der Chirurg eben gesagt hatte) und er war sehr beeindruckt.
Ich habe dieses Erlebnis meinem Chirurgen erzählt, und da sagte er mir: In den USA wären solche modernen Methoden eher nicht im Einsatz, weil bei Fehlschlägen exorbitante Schadenersatzforderungen auf die Ärzte zukämen, was den technologischen Fortschritt (in der Medizin) doch sehr behindere.
Da habe ich damals doch ein wenig an den Fortschritt auch hierzulande geglaubt…Antworten

Alwin Bruno 28. Juni 2020 um 19:30

Anbei eine „Wissenschaftlerin“ die weiß[sic] weil[sic] sie gelesen hat und deswegen der Opponent ein Klimaleugner ist.Antworten

Quelle

Ein Kommentar zu “Haltung statt Leistung – deutsche Universitäten früher und heute

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