Donald Trump: Nannte er die Bundeskanzlerin „dumm“?

Bild von BarBus auf Pixabay

Die „BILD“ wartete am 30.06. mit der Meldung auf, US-Präsident Donald Trump habe behauptet, unsere verehrte Frau Bundeskanzlerin sei dumm. Ob´s wohl stimmt?

von Max Erdinger

In der „BILD“ ging es um die „Anruf-Diplomatie“ von US-Präsident Donald Trump. Das Blatt berichtet, Präsident Trump habe in hunderten von persönlichen Telefonaten honorige Weltführer beleidigt und nicht so honorige Autokraten hofiert. Das Hauptmerkmal seiner Anruf-Diplomatie seien fehlende Vorbereitung und absolute Unterlegenheit auf dem politischen Parkett gewesen. Die „BILD“ beruft sich auf die Journalistenlegende Carl Bernstein. Zusammen mit seinem Kollegen Bob Woodward hatte Bernstein im Juni 1972 die Watergate-Affäre publik gemacht. Ihre Enthüllungen führten damals zum Rücktritt von Präsident Nixon am 9. August 1974. Die Watergate-Affäre wurde mit Dustin Hoffman und Robert Redford in den Rollen von Woodward und Bernstein verfilmt. Der Kassenschlager hatte den Titel „Die Unbestechlichen“.

Das Pikante an dem „BILD“-Bericht ist, daß mit keiner Zeile erwähnt wird, wie Bernstein an die Protokolle von „hunderten von persönlichen Telefonaten“ Donald Trumps gekommen sein will. In der Watergate-Affäre des Jahres 1972 war es u.a. genau darum gegangen: Um den Versuch, Abhörwanzen in der Wahlkampfzentrale der US-Demokraten zu installieren, welche sich im Watergate-Gebäudekomplex in Washington befunden hatte. Carl Bernstein habe „dutzende Gespräche mit Trump-Vertrauten, Regierungs-Vertretern und Diplomaten“ geführt, heißt es bei „BILD“. Das heißt also, daß Bernstein keine Protokolle gesehen hat, sondern sich auf die Aussagen Dritter verlassen haben muß. Über Trumps Telefonate war zuerst bei CNN berichtet worden. Mit wie vielen Trump-Vertrauten, Regierungs-Vertretern und Diplomaten Bernstein „dutzende Gespräche“ über „hunderte von persönlichen Telefonaten“ des US-Präsidenten geführt hat, ist bis dato unklar. Woher die wiederum ihr Wissen haben, wird ebenfalls nicht erwähnt, geschweige denn, daß ihre Namen veröffentlicht worden wären. Es scheint also so zu sein, daß Carl Bernstein mit einer unbekannten Zahl von Leuten „dutzende Gespräche“ geführt hat, und daß es sich bei der Behauptung, es ginge um „hunderte von Telefonaten“ des US-Präsidenten lediglich um eine Mutmaßung handelt.

Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkelhttps://googleads.g.doubleclick.net/pagead/ads?client=ca-pub-3622156405313063&output=html&h=250&slotname=a49ad7e.fcdf641&adk=47338550&adf=2648580225&w=300&lmt=1593675181&psa=1&guci=1.2.0.0.2.2.0.0&format=300×250&url=https%3A%2F%2Fwww.journalistenwatch.com%2F2020%2F07%2F01%2Fdonald-trump-nannte%2F&flash=32.0.0&wgl=1&adsid=NT&dt=1593675180773&bpp=5&bdt=7870&idt=-M&shv=r20200624&cbv=r20190131&ptt=9&saldr=aa&abxe=1&prev_fmts=728×436%2C640x280%2C300x1032%2C0x0%2C728x90&nras=1&correlator=1573101518225&frm=20&pv=1&ga_vid=786096031.1584689780&ga_sid=1593675180&ga_hid=88275364&ga_fc=0&icsg=704411412201456&dssz=102&mdo=0&mso=0&u_tz=120&u_his=1&u_java=0&u_h=990&u_w=1760&u_ah=969&u_aw=1760&u_cd=24&u_nplug=1&u_nmime=2&adx=121&ady=2172&biw=1221&bih=673&scr_x=0&scr_y=122&eid=42530493%2C42530495%2C42530499%2C42530501&oid=3&pvsid=1918653004655885&pem=906&rx=0&eae=0&fc=896&brdim=525%2C96%2C525%2C96%2C1760%2C21%2C1225%2C760%2C1235%2C673&vis=1&rsz=%7Cm%7CpoeEbr%7Cp&abl=XS&pfx=0&cms=2&fu=8208&bc=29&ifi=6&uci=a!6&btvi=4&xpc=Gxqqr9Zbkz&p=https%3A//www.journalistenwatch.com&dtd=1023

Für deutsche Leser von besonderem Interesse dürfte sein, wie sich Donald Trump über Angela Merkel geäußert haben soll. Die „BILD“: „Bundeskanzlerin Angela Merkel (65) bezeichnete er in einem Telefonat als „dumm“ (im englischen Original: „stupid“). Deutschland stecke ihretwegen in der Tasche der Russen. Merkel habe die Angriffe aber stoisch einfach an sich abprallen lassen.“ – Es ist nett von der „BILD“, daß sie die englische Übersetzung für „dumm“ gleich mitliefert. Sollte Trump das Wort „stupid“ tatsächlich verwendet haben, dann wäre das mit „dumm“ zu übersetzen. Allerdings müsste man sich nicht wundern, wenn Trump tatsächlich behauptet hätte, er halte das politische Agieren von Bundeskanzlerin Merkel für „stupid“, und nicht sie persönlich. Das wäre nämlich ein gewaltiger Unterschied. Und gerade der Eindruck besonderer „Gründlichkeit“, der in der „BILD“ durch die Erwähnung des englischen Original-Wortes für „dumm“ offenbar suggeriert werden soll, könnte leicht dem Ansinnen geschuldet sein, diesen gewaltigen Unterschied zu verwischen, so nach dem Motto: Konzentrieren Sie sich bitte auf das Wörtchen „dumm“, liebe BILD-Leser.

Für die Trump-Fans auf aller Welt wäre es tatsächlich ernüchternd, wenn der US-Präsident gesagt hätte, Frau Merkel sei dumm. In dem Fall wäre Trump selber dumm. Fast jedermann weiß, daß Frau Merkel nicht dumm im Sinne von „unintelligent“ ist. Wäre sie wirklich dumm, hätte sie sich niemals so lange im Amt halten können, es sei denn, der deutsche Wähler und die deutsche Presse wären saudumm. Das müsste Donald Trump fast zwangsläufig mitgemeint haben, wenn er tatsächlich behauptet hätte, Frau Merkel sei dumm – und nicht ihr politisches Agieren. Wahrscheinlich ist das nicht, da Trump bekanntlich große Stücke auf Deutschland hält. Es ist das Land seiner Vorfahren.

Auf alle Fälle sieht der eingeklammerte BILD-Zusatz „im Original: stupid“ sehr danach aus, als solle hier eine Quellenangabe simuliert werden, die in Wahrheit nichts anderes ist, als eben eine überflüssige Übersetzung des Wörtchens „dumm“. Frau Merkel ist nicht „dumm“. Donald Trump wird lediglich nachgewiesenermaßen in keiner Medienlandschaft derartig „gebasht“ wie in der deutschen. Das scheint auch hier wieder Zweck der Übung gewesen zu sein. Dafür gibt es weitere Indizien bei der „BILD“.

Wladimir Putin

Auffällig: Während sich Trump in Gesprächen mit Frauen und demokratischen Staatsführern als harter Hund inszeniere und diese beschimpfe, würde er umso weicher, je autokratischer der Gesprächspartner ist„, heißt es im Springerblatt. Dabei soll es um den türkischen Präsidenten Erdogan und den russischen Präsidenten Wladimir Putin gehen. Als ob Angela Merkel den beiden in Sachen Autokratie in irgendetwas nachstünde. Man denke nur an ihr Selbstverständnis angesichts der MP-Wahl in Thüringen dieses Jahr. Aber sei´s drum. Über das Verhältnis zwischen Putin und Trump heißt es in der „BILD“: „Männliche `Dampfbad-Atmosphäre´ im Gespräch mit Putin„. Trump mache immer seine eigene Großartigkeit zum Gesprächsmittelpunkt, gebe sozusagen die amerikanische Ausgabe des legendären deutschen Lügenbarons Münchhausen und sei ständig auf die Anerkennung des russischen Präsidenten erpicht.

Der Schachgroßmeister Putin spiele den Gelegenheits-Dame-Spieler Trump an die Wand – um Politik und Kritik gehe es dem US-Präsidenten auch gar nicht. Ein Offizieller: „Trump gibt den Vorteil aus der Hand, der im Kalten Krieg erkämpft wurde“ – ER mache Russland weitaus größer und gefährlicher als es ist. Das Horror-Fazit: Trump wird von den Polit-Profis abgezockt, weil es ihm nur um sich, seine Eitelkeiten, Anerkennung und keinesfalls um die USA gehe.“ – Es mag ja sein, daß Carl Bernstein als klassischer „liberal“ (Linksliberaler) den US-Präsidenten gern so portätiert sieht, und es ist auch nicht relevant, was ein „Offizieller“ dazu sagt, weil an Information dabei ohnehin nichts anderes herumkommt, als die subjektive Einschätzung einer nicht genannten Person. Wer die bekannten Bilder von Putin und Trump genauer anschaut – auch das in der gegenständlichen Ausgabe der „BILD“ -, der hat eher den Eindruck, als würden sich da zwei ähnlich strukturierte Charaktere mit Sympathie begegnen. Heimliche Verachtung läßt sich in Putins Gesicht nicht erkennen.

Daß es Donald Trump in Wahrheit gar nicht um die USA gehe, darf man durch sein Wirken seit Amtsantritt 2017 für eine sehr bösartige Unterstellung halten. Und daß Russland gefährlich sei, ist auch nichts weiter, als eine unbewiesene Behauptung. Gefährlich inwiefern? Putin hat so wenig globale Machtallüren wie Donald Trump. Das sieht im Falle Chinas ganz anders aus. Vermutlich deswegen kommen die chinesische KP und Xi Jinping in dem „BILD“-Artikel auch nicht vor.

Verhindert Trump!

Dennoch wird natürlich alles versucht, um eine Wiederwahl Donald Trumps im Herbst dieses Jahres zu torpedieren. Neuesten Gerüchten zufolge soll eine Spezialabteilung des russischen Geheimdienstes GRU afghanische Islamisten dafür bezahlt haben, Anschläge auf amerikanische Soldaten und deren Verbündete zu verüben. Trump wisse angeblich seit Monaten davon, heißt es in der „NZZ„. Sehr wahrscheinlich wird auch diese Behauptung sang- und klanglos wieder aus der Themenliste zu Donald Trump verschwinden, wie schon bisher alles, das medial gegen Trump in Stellung gebracht worden ist. Es gab keine russische Einflußnahme auf die US-Präsidentenwahl im November 2016, der Schurke in der Ukraine war nicht Donald Trump, sondern Joe Biden – und der Versuch, Trump vermittels eines Impeachment-Verfahrens loszuwerden, sind ebenfalls im Sande verlaufen.

Der deutsche Medienmainstream liegt zuverlässig immer daneben, wenn es um Donald Trump geht. Der US-Präsident scheint wohl eine einzige Provokation für das globalistisch gesinnte Medien-Establishment zu sein, die absolute Haßfigur. In diesem Zusammenhang sei noch einmal an das „Trendbarometer“ erinnert, mit dem sich die ARD-Tagesthemen zwei Tage vor der US-Wahl im November 2016 bis auf die Knochen blamiert haben.

Wahlprognose des deutschen Medienkonsumenten 2016 – Foto: Screenshot

Die Übersetzung dazu sieht so aus: Das, meine Damen und Herren, ist das Ausmaß an Realitätsverlust, welches sich bei deutschen „Demokraten“ einstellt, die sich zuvor in deutschen Mainstream-Medien „informiert“ hatten.

Man sollte sich wohl besser angewöhnen, deutsche Mainstream-Meldungen zu Donald Trump einfach zu ignorieren. Es handelt sich meistens nur um Desinformation, blanken Haß und Hetze. Trump läßt sich eben nicht in die klassischen Feindschablonen des weitgehend gleichgeschalteten, politkorrekten Gutmenschentums in den Medien pressen. Einigermaßen richtig liegt vermutlich derjenige, der angesichts der immer perfider werdenden „Berichterstattung“ zu Donald Trump davon ausgeht, daß er genau den Richtigen auf den Füßen herumsteht. Sollte er im Herbst wiedergewählt werden, dann dürfte der mediale Wahnsinn in Deutschland endgültig gar ausbrechen – und keine Maske wird ihn mehr verbergen können. Es ist ja schon wahnsinnig genug, sich ständig über Donald Trump das Maul zu zerreißen, wenn man auch eine Angela Merkel hätte, über die man schreiben kann. Warum in die Ferne schweifen, wenn „die Gute“ doch so nah ist, fragt ein deutsches Sprichwort, wenn man es leicht abwandelt. Donald Trump soll angeblich gesagt haben, „die Gute“ sei „dumm“.

Quelle

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