Illner in der Dauerschleife: Trump & Corona – Corona & Trump

Von Stephan Paetow

Keine Illner-Sendung ohne Trump. Oder Trump und Corona. Außerdem: Eine Wirtschaftsweise hat eine Schnapsidee und Sahra Wagenknecht träumt vom Systemwechsel.

Da muss man die Intendanz auch mal verstehen: Irgendwas muss schließlich gesendet werden, und mit 1.800 Euro pro Sendeminute „Maybrit Illner“ (Zahlen von 2014, mit Transparenz hat‘s das ZDF nicht so) kommt der Staatsfunk vergleichsweise billig davon. Außerdem werden so immer wieder Gäste aus der politischen Verantwortungsgemeinschaft (Lindner-Deutsch) umschmeichelt, und die entscheiden schließlich über die GEZ-Gebühren.

Heute etwa war wieder mal Peter Altmaier da, unser sympathischer Wirtschaftsminister mit den etwas zu kurzen Hosen. Und dann Sahra Wagenknecht, die Linkspopulistin von der SED. Dazu gesellte sich der nette Virologe Streeck, der den Leuten zuletzt mehr ans Herz gewachsen ist als Professor Drosten, die immer muffeliger werdende Unkenrübe. Zu der Melange passte gut die „blonde Weltbürgerin“ (derwesten) Sandra Navidi, die bei Bild eine Wirtschaftskolumne hat, weil sie eine Menge Leute von der Wall-Street-Clique kennt und eine lichtdurchflutete Wohnung auf der Upper-East-Side nahe dem Central Park bewohnt. Mehr große weite Welt geht ja gar nicht im deutschen TV. Dazu Sudha David-Wilp vom „German Marshall Fund“.

Zeit zum Lesen „Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen Ja, werden Sie sich bei der Besetzungsliste fragen, worum ging es? Das ist leicht zu erraten: Das Thema lautete „Trump (zuständig alle außer dem Virologen), Corona (zuständig nur der Virologe) und die Weltwirtschaft (zuständig alle außer dem Virologen)“. Geballte Kompetenz in 75 Minuten. Und dabei haben wir die „Wirtschafts-Weise“ Monika Schnitzer noch nicht einmal erwähnt. Deshalb fangen wir mit ihr an.

Nachdem Donald Trump von allen (außer dem Virologen) vollumfassend als böser seniler Depp diskreditiert wurde, brachte die Weise Schnitzer die Debatte in sofern weiter, als dass sie eine geniale Idee äußerte, auf die wahrscheinlich nicht mal Wolfgang Schäuble (klügster Kopf der Regierungspartei CDU) bisher gekommen ist. Weil doch der „Trump die Visa-Sachbearbeiter auf die Straße gesetzt hat“ und das Silicon Valley keine befristeten Arbeitsverträge an Ausländer mehr vergeben darf, könnten wir doch die Chance nutzen und die „Klügsten der Welt nach Deutschland holen“. Genial! (Hatten wir erwähnt, dass die Ernennung zur/m Weisen auf Vorschlag der Bundesregierung erfolgt?)

Keine spontane Veranstaltung Kanadische BLM-Aktivistin: »Weiße Haut ist untermxnschlich« Zeitgenossen, die das politische Geschehen schon länger verfolgen, erinnern sich sicherlich noch an die Inder, die einst Gerd Schröder (jetzt Gazprom) ins Land holen wollte. Sudha David-Wilp war aber heilfroh, dass ihre Eltern sich für die USA als Einwanderungsland entschieden hätten. Warum, darüber dürfte die Wirtschaftsweise Schnitzer wohl immer noch grübeln. Nur ein kleiner Tipp: Laut Steuerzahlerbund arbeitet der Deutsche erst seit gestern in die eigene Tasche, vorher nur fürs Finanzamt. Außerdem werden (Erfolg-)Reiche (etwa durch Stock Options) bei uns nicht so gern gesehen.

Das machte vor allem Sahra Wagenknecht sonnenklar. Firmen, die Dividenden zahlen, Milliardäre, die reicher werden, das geht gar nicht. Sie hat die Hoffnung, dass wir das („an den USA orientierte“) Modell schnell verlassen und uns zurückorientieren an … ja, an was? Die Soziale Marktwirtschaft (die fürsorgliche Deutschland-GmbH)? Das dürfte bei offenen Grenzen unmöglich sein. Also dann doch an der Täteretä. Alle haben nix, nur die Bonzen in Wandlitz und Genossen mit Dollars kaufen in der Konsum-Oase „Exquisit“.

Wer weiß denn sowas …? Wenig bekannte Fakten aus der Automobilindustrie Peter Altmaier ist grundsätzlich auch für mehr Staat. Denn das Digitale und die Cloud funktioniert nur, „wenn Firmen und Staat zusammenarbeiten“. „War in Silicon Valley auch so“, wusste Sahra zu ergänzen, wo es Apple ohne Staatsknete nicht gäbe. Sie verwechselte da wahrscheinlich staatliche mit militärischer Forschungsunterstützung und Apple mit Microsoft, aber so sind sie halt, die Populisten. Peter steht für das Zusammengehen von Staat und Firmen, weil er da zuletzt riesige Erfolge gehabt hat, bei Tesla in Brandburg etwa oder den neuen Batteriezellenwerken, die er auf den Weg gebracht hat. Überhaupt kommen wir im Oktober aus der Krise raus, und zwar nicht mit 6 Mio. Arbeitslosen (Roland Berger) sondern nur 2,7 Mio. (Weise Monika Schnitzer).

Und das Virus? „Das ist jetzt halt da“, sagte der Virologe in merkeligen Worten. Also zurück zum Geld. Peter konnte stolz berichten, dass der Staat sich soeben mit 300 Millionen an „diesem Unternehmen, das Wirkstoffe herstellt“, beteiligt habe. Wir vermuten mal, er meinte die CureVac AG. Hier hätte Sahra kritisch anmerken müssen, dass es sich um eine Unternehmung des Milliardärs Dietmar Hopp handelt, aber man kann ja nicht alles wissen

Das ZDF entblödete sich dann nicht, die Fake News zu wiederholen, Donald Trump habe sich CureVac für die USA unter den Nagel reißen wollen, was die Firma längst eindeutig dementiert hat. Dazu passt Illners Sorge, Trump würde ein mögliches Impfmittel nur für Amerikaner zulassen. Sie hat halt das Wesen des Kapitalismus auch 30 Jahre nach der Wende noch nicht verstanden.

Überrascht hat uns ein Satz von Peter Altmaier dann doch. Donald Trump habe „bemerkenswerte Erfolge mit seiner Unternehmenssteuerreform“ gehabt, sagt unser Wirtschaftsminister. So sehr wir späte Einsichten unseres politischen Personals begrüßen – so weit hätte er gar nicht gucken müssen. In den Niederlanden zahlen Unternehmen 15% Körperschaftssteuern. Und eine Gewerbesteuer kennen die da gar nicht. So geht Business.


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