Institut für Weltwirtschaft: „Elektro-Auto für Klimaschutz kontraproduktiv“

Ein BMW i3, der Elektro-Trabi aus München-Dingolfing. Von Thesupermat – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38927299

von AR Göhring

Nun ist es fast amtlich: Der Ökonom Ulrich Schmidt vom IWF in Kiel rechnet vor, daß die von der Regierung propagierte E-Mobilität nicht nur völlig sinnlos ist, sondern die CO2-Menge sogar erhöht.

EIKE-Leser wissen es schon lange: Zwar sind Elektromotoren die effizientesten bekannten Energiewandler (99%); außerdem sind sie schön kompakt und benötigen kein aufwendiges Getriebe. Nützt aber nichts: Die Energiequelle, der redox-/elektrochemische Akkumulator, macht die Vorteile mit seinen Problemen mehr als wett. Teuer, schwer, brandgefährlich, unsozial und umweltgefährdend. Für die Produktion wird wesentlich mehr CO2 emittiert als für einen Verbrenner. Erst durch die langjährige Nutzung soll sich der Stromer amortisieren, da kein Kohlendioxid mehr anfalle. Was nicht stimmt, da die Akkus überwiegend mit Kohle- oder Gasstrom geladen werden (müssen).

Diese Rechnung bestätigt Ulrich Schmidt vom IWF; ergänzend zu den bereits vorher veröffentlichten Texten vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und vom Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung. Zitat zu Publikationen, die das E-Auto als „Ökomobil“ darstellen:

„Diese Studien vernachlässigen den erhöhten Stromverbrauch, der aus dem Ausbau der Elektrombilität resultiert.“

Daher seien die Emissionen an CO2 um 73% höher als bei einem modernen Diesel. Konkrete Rechnung: Ohne E-Autos bleibe der Strombedarf Deutschlands konstant; mit steige er erheblich an. Jährlichen legen laut Behörden PKW 630 Milliarden Kilometer auf deutschen Straßen zurück. Benötigt ein Stromer zurückhaltend gerechnet im Schnitt 15kWh* pro 100 Kilometer, ergibt sich ein Gesamt-Jahresbedarf von 94 tWh**; das sind rund 18 Prozent der deutschen Nettoerzeugung per annum (rund 515 tWh).

Daher empfiehlt Schmidt, auf E-Auto-Förderung zu verzichten und stattdessen die „Erneuerbaren Energien“ auszubauen, um die Kohle zu ersetzen. Daß ein Ökonom so etwas ernst meint, darf bezweifelt werden, da ihm bekannt sein dürfte, daß der Zappelstrom von Windkraft- und Solaranlagen nicht regulierbar, speicherbar und somit unbrauchbar ist. Er muß sich halt im Rahmen des von der Politik und vor allem den Medien wie der FAZ konstruierten Meinungskorridors bewegen und Holzschuhe in das Räderwerk des Wahnsinns werfen, wo es noch geht (frz. sabo = Holzschuh; daher „Sabotage“). Wenn das IWF dadurch wenigstens einen Baustein von Merkels ruinöser Energiewende wegnehmen kann und damit unsere lebenswichtige Autoindustrie rettet, soll es uns recht sein.

Allerdings bezweifle ich, daß die Regierung ihr wahnwitziges Industrie-Vernichtungsprogramm noch stoppen wird. Altmaier und Merkel haben ihr Elektromobilitätsprogramm angefahren und neben VW auch die anderen großen Autobauer mit der Förderung von Tesla in Grünheide gezwungen, nachzuziehen. Ansonsten würde Elon Musk, bezahlt mit deutschen Steuern, durch seinen Wettbewerbsvorteil den Verbrenner-Herstellern massiv Marktanteile wegnehmen. VW, BMW und Co. müssen also mitmachen, um einen Teil der Subventionen in ihre Kassen zu leiten und den ausländischen Konzern so in die Markt-Schranken zu weisen. Man merkt: Marktwirtschaft ist das nicht mehr, weil die staatsgetragene E-Mobilität Wohlstand und Substanz vernichtet, statt aufzubauen. Beim deutschen Wähler, versteht sich. Musk und die Manager hingegen verdienen sich eine goldene Nase.

*Kilowatt-Stunden. Leistung mal Zeit = Energiemenge, bezogen auf elektrischen Strom. Wer das in Joule umrechnen kann, bekommt von der EIKE-Redaktion eine Eins!

** Terawatt-Stunden; also Tausend Million Kilowatt-h.

Quelle

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