Die Dauerbeschimpfungssendung im ZDF: „Die Anstalt”

Hadmut 21.7.2020 12:43

Wer sich mal 47 Minuten lang „rassistisch” dauerbeschimpfen und -beschuldigen und sich sagen lassen will, dass er kraft Existenz an den letzten 500 Jahren Schuld sein soll, und sich dabei ständig fragen möchte, für wen das ZDF eigentlich noch sein Programm macht,

der kann mal ZDF-Die Anstalt vom 14.7. schauen. Titel: „Ich bin Rassist – Hol mich hier raus.”

Für Fortgeschrittene möchte ich dann doch mal ein paar Aspekte kommentieren und zeigen: Das ZDF bringt Dummes von Dummen für Dumme. Und ich will es begründen.

Oder um es kurz zu sagen: Reisen bildet, das ZDF nicht (mehr).

Ja, das ist gerade so unter Germanoschwarzen in Mode, Weißen Rassismus zu unterstellen, weil sie Schwarzen so gerne in die Haare fassten.

Das ist als Vorgang an sich erst mal nicht unwahr. Das kann ich insofern bestätigen, als ich das selbst schon erlebt habe: Ich habe mal vor vielen Jahren für einige Zeit Babysitter-Dienste für jemanden erbracht und war deshalb gelegentlich mit einem ungewöhnlich hübschen Baby und später Kleinkind einige Male unterwegs, das auch durch eine auffallend schöne Haarpracht auffiel. Ich habe einen großen Teil meiner Zeit und Energie darauf verwenden müssen, Frauen jenseits eines gewissen Alters – teils lautstark, teils mit leichter, mehrmals auch mit richtiger Gewalt – abwehren und davon abhalten müssen, das Kind anzufassen und in seinen Haaren rumzufingern. Und die sehen das dann auch nicht ein. Viele Frauen sind so sehr an Haptik, an das Anfassen von allem und jedem gewöhnt, dass sie gar nicht in der Lage sind, das als Eingriff in die Rechte anderer oder als verboten „zu begreifen”. Das ist im Hirn irgendwo außerhalb des steuerbaren Handelns verdrahtet. Die können die Pfoten nicht weglassen. Es geht nicht. (Ich habe ja auch schon so oft beschrieben, dass der Erlebnishorizont vieler Frauen, vor allem feministischer, auf Armlänge beschränkt ist, und der seltsame Ratschlag der Armlänge Abstand wohl damit zu tun hat. Ein prägendes Element weiblicher Identität ist ohne Frage, dass der eigene Südpol noch innerhalb der Armreichweite liegt.)

Das hat aber nichts mit Rassismus zu tun, sondern mit der simplen Struktur der Frau: Frauen sind haptisch orientiert. Sie begreifen nicht oder nur sehr schwer, wenn sie dabei nicht „anfassen”. Das merkt man in jedem Supermarkt, weil sie ständig am Obst rumfingern müssen, um es kaufen zu können (Grandiose Szene im Film Tampopo dazu), und auch wenn man irgendwo verpackte Kleidung, Männerunterhosen gar, kaufen will, liegt da immer rausgerupfte oder falsch wieder reingestopfte Kleidung rum, weil Frauen von Natur aus keine Unterhosen kaufen können, die sie nicht vorher angefasst haben. Als ich noch in der Schule war, so achte, neunte Klasse rum, sind die Lehrer fast ausgerastet, weil die Mädels im Unterricht ständig strickten. Bis der Direktor den Mädchen das Stricken im Unterricht verbot. Wir haben sie mal gefragt, warum sie das eigentlich tun, ob ihnen da irgendein labbriger Pulli oder Socken so wichtig wären. Sie sagten, es gehe nicht um das Strickwerk, sondern sie könnten viel einfacher, leichter, effektiver zuhören und lernen, wenn sie dabei die Hände in Bewegung haben und mit den Nadeln und der Wolle hantieren. Ich habe den Verdacht, dass der Siegeszug des Handys und der Social Media wesentlich damit zu tun hat, dass die Handy-Bildschirmtastatur – auf der viele Mädchen und junge Frauen irrsinnige Geschwindigkeit erreichen – die Kommunikation haptisch verankert und dafür Frauen leichter zugänglich macht. Für Museumstechnik ist es ganz wichtig, vor allem, wenn man ein weibliches Publikum ansprechen will, ihnen etwas zum Anfassen anzubieten, Oberflächenbeschaffenheiten, fühlt sich das warm oder kalt oder rau oder glatt oder hart oder weich an.

Wenn Leute also Schwarzen in die Haare greifen – und ich habe noch nie gesehen, dass ein Mann das tun würde, wenn er nicht gerade Friseur ist und berufliches Interesse hat – dann ist das nicht Rassismus, sondern ein Symptom und Indikator dafür, dass erweiterte Hirntätigkeit eingesetzt hat.

Und das tun sie auch hier. Germanoschwarze bilden sich nur ein, dass es rassistisch wäre, weil sie einfach alles für rassistisch halten und nicht so wirklich dabei denken. Oder beobachten. Weil jemand, der nur den Hammer kennt, alles für einen Nagel hält.

Und das ist auch umgekehrt so.

Wie schon oft erzählt: Ich war auf Reisen in Namibia und Südafrika, und dabei auch in vielen Townships, jeweils von schwarzen Bewohnern derselben geführt, unter anderem in einem riesigen bei Windhuk. Weil in der Besuchergruppe aus drei Leuten auch eine weiße Frau aus Johannesburg mit langen blonden glatten Haaren dabei war, hat uns der Guide vorher extra instruiert und vorgewarnt: Manche Leute werden uns wie Gespenter behandeln oder ungläubig anfassen, die Haut und vor allem deren Haare. Es gibt Leute, die haben noch nie einen Weißen in Natura gesehen, kennen die nur aus dem Fernsehen und halten die für weiß geschminkt, glauben nicht, dass es sowas wirklich gibt. Und wenn dann einer vor ihnen steht, ist es in etwa so, als würden wir dem Yeti gegenüberstehen. So ähnlich kam es dann auch. Die Frau wurde zwar nicht ständig, aber schon mal von Frauen intensiv begrabbelt. Die fanden das zum Quieken komisch und lustig, dass jemand solche Haare haben kann, haben gelacht und sich wirklich aufgeführt, als hätten sie gerade ein Gespenst angefasst. Die blonde Frau fand das allerdings gar nicht rassistisch oder feindlich, sondern hat sich über das Interesse gefreut und daraus ein rituelles gegenseitiges Haare-befummeln gemacht.

Mehr zu den Haare-Rassismus-Arien hier.

Ähnlich mit der Haut.

Es kam zwar jetzt in dieser Sendung nicht vor, ist aber auch so ein Narrativ der Germanoschwarzen, dass sich Rassismus darin beweise, dass Leute sie fragten, ob sie Sonnenbrand bekämen.

Ich bin da in größere unglückselige Diskussionen in einem Township in Kapstadt geraten.

Sie wissen zwar alle, dass das Pigment in der Haut Melanin heißt, und dass sich der unterschiedliche Hautfarbton Weißer und Schwarzer durch den unterschiedlichen Gehalt an Melanin ergibt, aber sie verstehen nicht, was das Melanin bewirkt. Sie verstehen nicht, dass wir Sonnenbrand bekommen, weil Melanin davor schützt, es in unseren Breiten aber nachteilig war. Sie wissen zwar, dass wir uns Sonnencreme kaufen und damit einreiben, bevor wir in die Sonne gehen, aber sie sind der festen Überzeugung, dass wir das tun, um nicht dunkel zu werden, weil wir Rassisten sind, sie alle hässlich finden und gerne schön weiß bleiben wollen. Dass wir hier Sonnenbänke haben, wissen sie nicht. Das hat mich in eine üble Situation gebracht, als sie mir in diesem Township die Haare auf einen halben Millimeter abrasieren wollten, um mir die dort gerade übliche Frisur zu verpassen. Es war nicht möglich, ihnen zu erklären, dass ich das nicht kann, weil mir die Sonne sonst den Kopf verbrennt. Die waren der festen Überzeugung, ich sei eben Rassist und wolle einfach nicht aussehen wie sie und würde mir den Blödsinn mit dem Sonnenbrand nur als Vorwand ausdenken. Ich hatte in solchen Breitengraden schon einige Male Sonnenbrand auf dem Kopf, weil ich nicht vorsichtig genug war. Ich weiß, wovon ich rede, und das ist besonders am Kopf sehr übel und schmerzhaft. Zumal sie mich mal fast aus medizinischen Grunden bei einem Flug nicht mitgenommen hätten. Aber hier beklagen sie sich über den schlimmen Rassismus, wenn ein Weißer einen Schwarzen fragt, ob er Sonnenbrand bekommt.

Ich halte das Gehampel, Weißen Rassismus vorzuwerfen, weil Frauen Schwarzen in die Haare greifen, einfach nur für dummes Geschwätz. Für den Versuch, Rassismus herbeizureden, ohne Argumente dafür zu haben.

Währe man auch nur entfernt objektiv, würde man es für Interesse halten. Aber gleichzeitig beschweren sie sich, dass sie unterrepräsentiert seien und man sich nicht genug für sie interessiere.

Rassismus-Einbahnstraßen und Straßenschilder

Herrje, ist das dumm. Nacht ist es kälter als draußen.

Man definiert sich den „Rassismus” willkürlich so hin, dass er als politisches Mittel passt. Wer definiert eigentlich, was „Rassismus” ist? Ist das wie bei der sexuellen Belästigung, dass es immer in der willkürlichen alleinigen Definitionshoheit des Opfers liegt? Wie kann dann eine Schwarze behaupten, dass es keinen Rassismus gegen Weiße gäbe?

Wir hatten da

Und dass Schwarze nicht genügend Einfluss haben, um hier Straßen umzubenennen, ist nicht Rassismus, sondern man nennt es Demokratie.

Und deshalb unterscheidet sich das Erschießen eines Menschen vom Umbenennen einer Straße: Das eine ist eine Handlung eines Einzelnen, das andere ein Akt, der demokratisch nach Mehrheitsprinzipien abläuft (oder ablaufen sollte).

Das Problem ist aber ein anderes, nämlich deren Lügennarrativ: Sie definieren das erst zirkulär, etwa hier, beim ZDF: Weiß und Schwarz habe ja gar nichts mit der Hautfarbe zu tun, sondern damit, dass Schwarze die sind, die durch Rassismus benachteiligt sind, und Weiße die, die dadurch keine Probleme haben. Das ist eine völlige Nullaussage, weil völlig gehaltlos und vor allem willkürlich und zirkulär. Man definiert einfach ohne nähere Inhaltsangabe Schwarz, Weiß und Rassismus als eine inhaltlose, beliebige abstrakte Eigenschaft, die als einzige Ergebnis hat: Rassismus = Weiße gegen Schwarze. Ohne irgendeine Inhaltsangabe. Das unterstellt man dann als feste Voraussetzung, deutet dann aber „Weiß” und „Schwarz” urplötzlich doch wieder in Hautfarben um und stellt dann Schwarze vor die Kamera, die ohne jegliche stichhaltige oder nachprüfbare Begründung, allein aufgrund ihrer behaupteten Souveränität kraft Hautfarbe behaupten, diskriminiert zu sein.

Straßen umbenennen

Lasst es mich mal so ausdrücken:

Solange die wesentliche Infrastruktur und das Straßen- und Eisenbahnnetz Afrikas immer noch wesentlich auf der Kolonialzeit beruhen und von Kolonialisten gebaut wurden, und sie zwar auf Kolonialisten schimpfen, es sich aber nicht leisten können, deren Straßen abzureißen, und sie auch auf neue – chinesische – Kolonialisten angewiesen sind, um neue Straßen zu bauen, brauchen wir uns um unsere Straßennamen hier auch keine Sorgen zu machen.

Wenigstens haben die Straßen bei uns alle Straßennamen. In Namibia haben viele nicht mal Asphalt und sind nur Buckelpisten. Eine Hauptverkehrsstraße hat eine Decke aus Salz, sie wird regelmäßig mit Meerwasser begossen, das verdunstet. Als ich da war, hat es zum ersten Mal seit Menschengedenken richtig geregnet, und es hat ihnen den Straßenbelag einfach weggewaschen.

Ich hatte neulich den Artikel über die – überaus beachtliche und intelligente – Rede des Präsidenten von Ghana, der die Frage stellte, warum eigentlich die Asiaten, die denselben europäischen Kolonialismus zur selben Zeit hatten, daraus den Start vom primitiven Agrarland an die technologische Topspitze geschafft haben, während man in Afrika nicht mal die Eisenbahnen ersetzen konnte und oft immer noch mit Kolonialeisenbahnen rumfährt. Und letztlich nur weiter vom Kolonialismus abhängig ist.

Warum beschweren sich eigentlich die Asiaten, die genauso kolonialisiert wurden, nicht darüber?

Warum sind die in Hongkong gerade so sauer darüber, dass es ihnen nach der Rückgabe an China so dreckig geht, und sie nun alle ihre Rechte und Vorteile als britische Kolonie verlieren? Die wären gerade sehr froh, wenn sie noch britische Kolonie wären.

Solange die in Afrika noch auf den Straßen und mit den Eisenbahnen der Kolonialherren rumfahren, müssen wir uns hier um unsere Straßennamen keine Sorgen machen.

Ich hatte mal einen Diercke-Weltatlas von ca. 1875 in der Hand. Da waren von Afrika nur die Küstenlinien und ein bisschen was im Norden eingezeichnet, ansonsten war es ein großer, weißer Fleck mit der diagonalen Aufschrift „Größtenteils unerforscht”. Sowas wie Landkarten haben sie auch nicht gemacht, das kam auch erst von den Kolonisten.

Als ich in Namibia war, haben sie gerade alle wie bekloppt englisch gepaukt, und die Polizei hat bei Verkehrskontrollen radebrechend, aber sehr bemüht, englisch gesprochen, obwohl man sich völlig fließend auf Afrikaans hätte unterhalten können. Staatsziel ist, dass sie alle schnellstmöglich die Kolonialsprache Englisch lernen, damit sie innerhalb des Staates endlich mal alle miteinander reden können. Da gibt es – im 21. Jahrhundert – Stämme, die seit Jahrhunderten benachbart leben und kein Wort miteinander sprechen können, weil sie unterschiedliche Sprachen sprechen. Wir waren bei den Himba, und der einzige, mit dem ich direkt, ohne Dolmetscher, sprechen konnte, war der Häuptlingssohn. Das war ihr Gebildeter, der konnte Englisch. Und der fragte mich, wie lange man denn da so mit dem Auto von Deutschland bis zu ihnen fährt, und wie es in Deutschland eigentlich so aussieht.

Man muss allerdings auch sehen, dass die Analphabetenquote in Deutschland inzwischen wohl höher als in Südafrika ist.

Hehlerware

Quelle

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