Bericht zur Coronalage 23.07.2020: Massentests und künstliche Wellen

Bild: Sterbefälle in D ab 60; Daten Statistisches Bundesamt, Grafik Mathias Seifert

„Das Beste und sachlich fundierteste, was ich bislang zu dem ganzen Hoax gelesen habe!

Da die Staatsmedien sich verweigern solche Informationen zu verbreiten, können wir nur selbst versuchen diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Da die Staatsmedien sich verweigern solche Informationen zu verbreiten, können wir nur selbst versuchen diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen.“ (L.J. Finger)

von Dr. med. Gunter Frank
Die Corona-Erkrankungs- und Todeszahlen entsprechen in Europa schon seit
langem dem Auslaufen einer saisonalen viralen Atemwegsinfektion, die
man gemeinhin Grippewelle nennt. Meist mit Zahlen, wie sie jedes Jahr
auffallen, für das eine Land mehr, für das andere weniger.

Seit Jahrzehnten gehen wir mit solchen Grippewellen um, ohne in Panik
zu verfallen und ganze Länder durch Lockdowns schwer zu beschädigen. Im
Gegenteil, es gibt immer mehr Hinweise, dass der Lockdown selbst in
beträchtlicher Zahl Todesopfer fordert. Es fällt auf, dass die
Infektionszahlen schon vor dem Lockdown rückläufig waren, aber dennoch
die Übersterblichkeit genau mit dem Verhängen des Lockdowns beginnt.

Vielleicht auch deshalb, weil wir seit Monaten so tun, als gäbe es nur eine Erkrankung und die Behandlung anderer viel schwerer Krankheiten behindern oder verzögern.

Es geht schon lange nicht mehr um Gesundheit

Dennoch
wird weiter die Angst geschürt.  Doch wer immer noch öffentlich
fordert, Corona sei eine außergewöhnliche Bedrohung, die es weiter durch
Schutzmaßnahmen von Masken bis Lockdown einzudämmen gilt, den treibt
eine ganz andere Agenda an, die mit allem möglichen zu tun hat, aber
ganz sicher nicht mit der Sorge um die öffentliche Gesundheit: das
Rennen um die apokalyptischste Schlagzeile; die Angst, als Verharmloser
von solchen Schlagzeilen politisch beschädigt zu werden. Sicher auch
Fantasien, die künstliche Aufrechterhaltung eines permanenten Notstands
undemokratisch für ökonomische wie politische Eigenzwecke zu nutzen.
Oder vielleicht auch schlicht die Angst vor dem Eingeständnis, falsch
gehandelt zu haben. Besonders perfide ist, dass die für diese
Angststrategie Verantwortlichen letztlich die dadurch verursachte Beschädigung der psychischen und physischen Gesundheit der Menschen in Kauf nehmen.

Der Missbrauch unschuldiger Testergebnisse

Und
dennoch wird weiter so getan, als stünden wir kurz vor einer zweiten
Welle und damit vor dem Abgrund. Als Beweis gelten die täglichen
Meldungen über hunderte Neuinfektionen. Man möchte das Wort Fake-News
nicht mehr in den Mund nehmen, zu inflationär wird es nur noch als
K(r)ampfbegriff benutzt. Aber wer ein eindrückliches Beispiel für den
dilettantischen wie intentiösen Umgang mit Daten sucht, der findet es im
aktuellen Umgang mit den Corona-Testergebnissen.

Um dies zu
verstehen, muss man ein wenig über die grundsätzlichen Grenzen solcher
Testungen Bescheid wissen. Es ist einfach zu verstehen. Das Kernproblem
der aktuellen Testsituation lautet: falsch positive Fälle bei niedriger
Prävalenz. Wie hier auch hinreichend dargestellt, verfälscht
dieser immer vorhandene und nie gänzlich zu eliminierende Fehler eines
Virusnachweises per Test das Ergebnis umso stärker, je mehr Tests
negativ ausfallen. Je niedriger also der Anteil der tatsächlich
Infizierten innerhalb der getesteten Gruppe ist.

Dazu ein Gedankenspiel: Stellen Sie sich zwei Städte vor.

In
der ersten Stadt leben Menschen, die mit dem SARS-CoV-2 infiziert sind.
Sagen wir 50 Prozent. In dieser Stadt leben dann auch weitere 50
Prozent nicht infizierte Einwohner. Von den zweiten 50 Prozent zeigen
immer 1 Prozent ein falsch positives Ergebnis. Die Gesamtrate der falsch
positiven ist dann auch um die Hälfte kleiner, weil ja die eine Hälfte
schon richtig positiv ist. Sie reduziert sich deshalb um die Hälfte auf
0,5 Prozent. Und da bereits 50 Prozent der Einwohner positiv sind,
verfälschen diese 0,5 Prozent das Gesamtergebnis kaum

Nun zur
zweiten Stadt. In dieser leben nur noch Menschen, die kein SARS-CoV-2 in
sich tragen. Die Rate von 1 Prozent falsch positiven Tests ist deshalb
auf alle Einwohner anzuwenden, beträgt also auch insgesamt 1 Prozent.
Und da niemand richtig positiv ist, bestehen in diesem Fall alle (!)
positiven Testergebnisse in Wirklichkeit aus falsch positiven Fällen.
Hier verfälscht die Rate an falsch positiven das Ergebnis maximal, da ja
in Wirklichkeit niemand infiziert ist.

(Der Vollständigkeit
halber sei erwähnt, dass ebenfalls das Problem der falsch negativen
Testergebnisse existiert. Dieses spielt in Stadt 1 mit hoher Prävalenz
eine bedeutende Rolle, also bei hoher Infektionsrate, aber – und das ist
wichtig – nicht in Stadt 2 mit niedriger Prävalenz, also wenn kaum noch
jemand infiziert ist.)

Wenn man nun wissen möchte, wie viele
infizierte Einwohner sich in einer Stadt befinden, dann testet man eine
Stichprobe. In dieser misst man, wie viele sind positiv, und wie viele
sind negativ. Dabei gilt, je größer die Stichprobe, desto mehr
Testungen, desto mehr positive Einwohner werde ich messen können. So wie
in einem größeren Netz auch mehr Fische gefangen werden. Und je
repräsentativer die Stichprobe, desto besser lassen sich die Ergebnisse
auf die gesamte Stadt übertragen. Ein Vorgehen, welches zu Beginn der
Epidemie hochgradig Sinn gemacht hätte, welches jedoch nur Professor
Hendrik Streeck auf eigene Initiative durchgeführt hat. Das RKI
zeigte Arbeitsverweigerung.

Kann man falsch positive Ergebnisse ausschließen?

Nun
die derzeit vielleicht wichtigste Frage bezüglich der Deutung der
Testergebnisse in Deutschland. Wie viele der derzeit gemeldeten
„Infizierten“ beruhen auf falsch positiven Ergebnissen, also einem
Fehlalarm? Die Frage, wie häufig ein bestimmter Test falsch positive
Ergebnisse produziert, lässt sich in einer Gruppe ohne Infizierte leicht
beantworten (bei allerdings realem, hohem Aufwand). Man muss eine
ausreichend hohe Zahl an Placeboproben, die kein Virus enthalten, an die
Labore senden und feststellen, wie viele davon als positiv
zurückgemeldet werden, obwohl sie das Virus nicht enthalten. Die Gründe
dafür können vielfältig sein: Fehler der Messmethode, der Messapparate,
Verwechslungen, Verunreinigungen und dergleichen. Daraus kann man dann
in Prozent die Rate an falsch positiven Testergebnissen errechnen.

In dem inzwischen öfters zitierten ersten Ringversuch im Auftrag der Deutschen Akkreditierungsstelle kam
man dabei auf 1,4 Prozent. Und das auf der Basis von 983 Messungen.
Sicher zu wenig angesichts dessen, dass an diesem Ringversuch 112 Labore
beteiligt waren. Aber wegwischen kann man diese 1,4 Prozent ganz sicher
nicht. Ein neuer Ringversuch läuft derzeit, und die Ergebnisse sollen
Ende Juli veröffentlicht werden. Dieser Ringversuch zeigte zusätzlich
noch die Möglichkeit falsch positiver Ergebnisse bezüglich SARS-CoV-2,
weil der Test auch auf andere harmlosere Coronaviren anspricht.
Ebenfalls als gesichert gilt, dass Menschen mit durchgemachter
Infektion weiter Trümmer von SARS-CoV-2 Viren in sich tragen, auf die
der Test ebenfalls positiv anspricht. Solche Getesteten gelten dann als
infektiös, obwohl sie es schon lange nicht mehr sind.

Insgesamt
betrachtet, macht es sehr viel Sinn, von einer falsch positiven Rate von
einem Prozent auszugehen. Das bedeutet: Wenn in der Gesamtheit aller
Tests derzeit das RKI stets um die 1 Prozent positive Testergebnisse
feststellt, die die Medien dann irreführenderweise und unwidersprochen
als 1 Prozent Infizierte bezeichnen, dann dürfte ein Großteil dieser
„Infizierten“ in Wirklichkeit das Virus gar nicht in sich tragen.

Wie groß ist das Netz?

Das
Städtebeispiel zeigt, in jeder Stadt – ganz egal, wo und wann, selbst
im keimfreien Weltall – werde ich positive Testergebnisse generieren,
ganz unabhängig davon, ob Viren vorhanden sind oder nicht. Und diese
Zahl lässt sich dann beliebig steigern, einfach dadurch, dass sich das
Netz, sprich die Testzahl, vergrößert. Man kann diesen Effekt gut am
Beispiel USA belegen. Ständig werden in den Medien neue
Infektionsrekordzahlen gemeldet. Doch wie sind diese tatsächlich
einzuordnen?

Wenn ich eine Studie lese, dann fange ich immer mit
den Tabellen und anschließend mit den Grafiken an und nicht mit den
Worten. Es ist eine Binsenweisheit, dass die Interpretationen solcher
Zahlen in vielen Studien durch Fremdinteressen, wie denen des
Auftraggebers, stark beeinflusst werden. Deswegen sollte man stets damit
beginnen, die Zahlen selbst zu verstehen. Schauen Sie mal hier diese zwei Grafiken an, dazu etwas nach unten scrollen (Stand 20.7.2020).

Die erste Grafik trägt die Überschrift: Daily New Cases in the United States.
Gemeint sind positive Testergebnisse. Sie sehen ab 22. Juni einen
zweiten, viel stärkeren Anstieg als den im März. Doch welche
medizinischen Folgen hat dieser Anstieg? Das lässt sich am besten mit
einer Verzögerung von zwei Wochen an der Todesrate etwas weiter unten
anhand der Grafik mit der Überschrift: Daily New Deaths in the United States ablesen.
Sie sehen ein Absinken der Todesrate bis zum 6. Juni und seitdem ein
Stagnieren auf niedrigerem Niveau. Das bedeutet, obwohl die Zahl der
„New Cases“ ansteigt, sinkt die Zahl der Todesopfer und damit die Zahl
der schweren Verläufe.

Probieren wir es mit Logik. Mögliche
Erklärungen: Das Virus ist schwächer geworden. Oder es werden jetzt mehr
junge Menschen infiziert, die gar nicht oder nur leicht erkranken.
Oder: Es handelt sich gar nicht um mehr Infizierte. Wie ist das möglich?
Die Antwort steckt hier in den gesammelten Zahlen der zentralen amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (Stand 20.7.2020).

Der
erste Peak der Infektionszahlen in den USA begann ab 4. April mit rund
35.000 neuen Fällen (positiven Tests) täglich. Der zweite viel größere
Anstieg findet seinen vorläufigen Höhepunkt in KW 28 mit rund 77.000
neuen Fällen täglich. Vergleichen Sie nun die Anzahl der Tests in den
Grafiken. Die eine bezieht sich auf die öffentlichen Labors: In
Kalenderwoche 15 ca. 80.000 wöchentlich, in KW 27 ca. 240.000 Tests. Die
Privaten (Commercial) Labors weisen diese Zahlen auf: KW 15
rund  500.000 Test, KW 27 rund 1,3 Millionen. In KW 26 waren es sogar
rund 2,3 Millionen.

Das Netz wuchs stärker als die Zunahme der Fische

In dem Zeitraum, in dem sich die Zahl der New Cases
ca. verdoppelt hat, hat sich die Zahl der Tests in etwa verdreifacht.
Das Netz wuchs stärker als die Zunahme der Fische. Bezieht man also die
„New Cases“ auf die Testzahlen, dann stellt man fest, in Wirklichkeit
sinkt die Zahl. Deshalb lässt sich auch die unter dem obigen Link
auffindbare untenstehende Grafik leicht erklären: „Percentage of visits o Influenza-Like Ilness (ILI)“:
Sie sehen einen typischen Winteranstieg von behandlungsbedürftigen
viralen Atemwegsinfektionen und dann ein rapides Sinken ab KW 14. Das
minimale Ansteigen in KW 27 ist immer noch unter der Baseline des
Winters 2019/2020 und kann auch der allgemeinen Panik geschuldet sein.

Doch
in den täglichen USA Coronameldungen – und zwar ganz egal, auf welchem
Kanal oder in welcher Publikation – werden diese leicht zugänglichen
Zahlen überhaupt nicht berücksichtigt und stattdessen eine Art
amerikanische Apokalypse beschrieben. Ich stehe ehrlich gesagt vor einem
Rätsel. Sollte Corona eventuell eine spezifische Berufskrankheit bei
Journalisten auslösen? Die konsequente Leugnung der Wirklichkeit?

Dabei
ließe sich anhand des Coronaverlaufs in den USA sehr viel Interessantes
ableiten. Wie wird die Situation in verschiedenen Bundestaaten
gehandhabt, Lockdown ja oder nein mit welchen Konsequenzen, was hat das
amerikanische Gesundheitssystem damit zu tun, die Altersverteilung, was
der Präsidentenwahlkampf. Belassen wir es bei den nackten Zahlen, denn
diese sind eindeutig und reichen für eine vernünftige Einschätzung
völlig aus. Schwere saisonale (Corona-) Grippewelle, mit im Vergleich
hohen Opferzahlen (wir sprechen gleich darüber, warum Panik diese erhöht
haben dürfte) – aber auch nicht mehr. Wenn die täglichen
Katastrophenmeldungen aus den USA wirklich Substanz hätten, dann müsste
sich dies aktuell in weiter stark steigenden Todeszahlen zeigen. Doch
das tut es bisher nicht.

Pressemeldungen zu Coronainfizierten komplett irreführend

Die
Wirklichkeitsverweigerung bezieht sich auch auf Deutschland. Die
aktuellen Pressemeldungen wie z.B. „heute wieder 486 Neuinfizierte“,
oder schlimmer noch „Neuerkrankte,“ sind aus vier Gründen sinnfrei:

  • Es
    handelt sich weder um gesicherte Neuinfizierte, erst recht nicht um
    Erkrankte, sondern lediglich um positiv Getestete, die ich erst durch
    den Filter möglicher Fehlerquellen betrachten muss. Aufgrund des
    Problems der falsch positiven Fälle, dürften sehr viele dieser aktuell
    „Infizierten“ in Wirklichkeit überhaupt nicht infiziert sein.
  • Um
    Rückschlüsse für die Bedeutung dieser Zahl auf die Gesamtheit zu
    ermöglichen, muss ich immer die gleichzeitig die Zahl der negativen
    Testergebnisse mit angeben.
  • Um diese Zahl in Bezug zu
    Vormessungen zu setzen, ist sie angestiegen oder gesunken, muss ich
    angeben, ob sich gleichzeitig die Gesamttestzahl verändert hat, ist sie
    angestiegen oder gesunken. Ist also das Fischernetz größer geworden?
  • Um
    die Bedeutung einer Gesundheitsgefahr durch diese Zahl einschätzen zu
    können, sollte stets auch die Entwicklung der stationär wegen Covid-19
    Behandelten und die Covid-19 Todesfälle mit angegeben werden (Dabei zu
    beachten: zeitliche Verzögerung (Inkubationszeit) und die
    unterschiedlichen Kriterien der Covid-19-Zuordnung. Siehe auch die
    Diskussion bezgl. mit oder an Covid-19 Verstorbene).

Aktuelle Massentestungen täuschen Problem vor, das nicht existiert

Wenn
man sich nun der Wirklichkeit tatsächlich annähern will, muss man die
Realität des komplexen Messvorgangs beachten. Zwei Punkte sind besonders
wichtig. Wenn Proben zur Testung eingehen, sollte das Labor eigentlich
wissen, um beim Gedankenspiel zu bleiben, aus welcher Stadt die Probe
stammt, also wie hoch die Prävalenz ist. Außerdem muss ein Labor ein
nachvollziehbares Vorgehen installieren, wie man mit dem Problem der
falsch positiven Ergebnisse umgeht. Werden diese nochmals überprüft und
wie genau?

Aus welcher der im obigen
Gedankenspiel genannten Städte kommt die Probe (Prävalenz)?
Grundsätzlich kann man die Anzahl von Infizierten in der getesteten
Gruppe nie genau wissen. Das liegt in der Natur der Sache. Aber man kann
anhand der niedrigen Erkrankungszahlen davon ausgehen, dass Menschen
ohne Symptome und mit Bagatellsymptomen, wie Schnupfen oder Halsweh,
derzeit ziemlich sicher aus Stadt Nr. 2 stammen. Also aus einer Gruppe
mit sehr niedriger Prävalenz. Teste ich also derzeit Symptomlose oder
-arme, dann spielt die Rate an falsch positiven Ergebnissen eine ganz
entscheidende Rolle. Solche Ergebnisse müssen unbedingt nochmals
nachgetestet werden.

Wenn ein Getesteter jedoch aus einer Gruppe
mir hoher Prävalenz stammt, dann gehört er derzeit hochwahrscheinlich in
die Gruppe, die deutliche Symptome einer Lungenentzündung aufweisen im
Verbund mit typischen neurologischen Symptomen, vor allem dem Verlust
des Geruchssinns. Doch diese Patienten sind derzeit extrem selten.

Ich
hatte letzte Woche ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin einer sehr
großen Krankenversicherung, die fast den gesamten Raum östlich von
Zürich abdeckt. Sie sagte mir, dass ihrer Versicherung schon seit Wochen
kein einziger Covidfall, also ein Coronainfizierter, der deswegen einen
Arzt aufsuchte, mehr gemeldet wurde. Wie viele Patienten wegen
Covidsymptomen derzeit stationär in Deutschland behandelt werden, habe
ich leider nicht herausfinden können. Teste ich einen solchen Patienten,
stammt er jedoch sicher aus einer Stadt mit einer höheren Prävalenz,
wie aus Stadt Nr. 1. Dann spielt die Rate an falsch positiven Fällen
eine viel kleinere Rolle. Wenn nicht verstanden, bitte noch mal oben das
Gedankenspiel der zwei Städte ansehen.

Es ist also elementar einzuschätzen, welche Prävalenz für den Getesteten zutrifft. Man muss klar unterscheiden:

  • Kranke
    Patienten, die Atemnot haben und neurologische Symptome, kommen
    vielleicht eher aus Stadt Nr.1 (hohe Prävalenz). Hier machen Tests Sinn,
    weil sie helfen, den Auslöser einer Erkrankung zu identifizieren, z.B.
    auch Influenza Viren. Hier verfälscht eher die Rate der falsch negativen
    Testergebnisse das Gesamtergebnis.
  • Symptomlose und Menschen mit
    Bagatellsymptomen kommen derzeit aus Stadt Nr. 2 (sehr niedrige
    Prävalenz). Hier verfälscht die Rate an falsch positiven Testergebnissen
    das Gesamtergebnis.

Zurzeit werden Massentestungen
ausgebaut und Geldmittel bereitgestellt. Schon bei kleinsten Anzeichen
soll getestet werden. Stellen sie sich nur einmal den kommenden Herbst
und die damit beginnende jährliche Schnupfensaison vor. So inkompetent
wie man derzeit mit Testergebnissen umgeht, wird es natürlich zu der
beschworenen zweiten Welle kommen, obwohl so gut wie niemand mehr
SARS-CoV-2 Virusträger ist. Verhindert werden könnte dieser Fehler, wenn
die Labore es schaffen würden, falsch positive Fälle zu erkennen. Wie
muss man sich das vorstellen? Dazu habe ich das Robert-Koch-Institut
befragt.

Mein Mailwechsel mit dem Robert-Koch-Institut

Es folgt nun ein kleiner Briefwechsel:

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: kontakt-rki@noreply.bund.de

Gesendet: Sonntag, 12. Juli 2020 12:34

An: RKI-Pressestelle

Betreff: positive Testergebnisse

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich
habe eine Frage bezgl. der im Epidemiologischen Bulletin
veröffentlichten positiven Testergebnisse. Wie viele der positiv
Getesteten fließen aufgrund eines einzigen Tests in diese Tabelle
ein? Und wenn es eine zweite Testung gab, wissen Sie wie viele von den
zuerst positiven Getesteten dann ein zweites Mal positiv sind?

Vielen Dank für eine Antwort und Grüße Gunter Frank

Von: RKI-Info <info@rki.de>

Gesendet: 13. Juli 2020 13:54

An: ‚dr@gunterfrank.de‘ <dr@gunterfrank.de>

Betreff: AW: positive Testergebnisse

Sehr geehrter Dr. Frank,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bitte beachten Sie dazu  
(wie funktioniert der Meldeweg?) Doppelt erfasste Fälle werden in der
Regel durch die Gesundheitsämter bereinigt, so dass letztendlich die
Daten des RKI keine Mehrfachtestungen enthalten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Dr. 

Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 15:01

An: RKI-Info

Betreff: AW: positive Testergebnisse

Sehr geehrter Dr.

vielen Dank für Ihre Antwort. 

Das bedeutet, die meisten der als positiv erfassten Fälle beruhen auf einem einzigen Test?

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Frank

Gesendet: 13. Juli 2020 16:36
An: ‚Gunter Frank‘ <dr@gunterfrank.de>
Betreff: AW: positive Testergebnisse

Sehr geehrter Dr. Frank,

es
können pro Person durchaus mehrere Teste durchgeführt werden, die als
ein Fall in der Statistik gewertet werden (wenn das Endergebnis positiv
ist).

Das Genom des SARS-Cov-2-Virus umfasst ca. 30000
Nukleotide. Diese kodieren für verschiedene Gene. Alle Bereiche des
Genoms der Viren können zur Selektion von Primern für die
Reverse-Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion verwendet werden
(RT-PCR). Zur PCR-Diagnostik von SARS-CoV-2 verwenden viele Labore
mehrere PCRs (z.B. dual target in Sinne von (Screening)Test mit
anschließendem Bestätigungstest) . Für die PCR-Diagnostik von SARS-CoV-2
Virus ist auch eine PCR ausreichend, die nur auf Primern innerhalb
eines Gens des Virus basiert, wenn die Methode ausreichend hinsichtlich
Spezifität und Sensitivität validiert wurde. Um Auskünfte über die
Sensitivität und Spezifität der PCR zu erhalten kann man sich mit dem
Labor in Verbindung setzen, welches den Test durchführt.

Bei
niedriger Prävalenz und niederschwelliger Testindikation
(einschließlich der Testung asymptomatischer Personen) werden an die
Spezifität der Teste im Hinblick auf den positiven Vorhersagewert hohe
Anforderungen gestellt (z.B. dual target). 

Weitere Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie unter 

Vielleich
sind Sie auch am Bericht zur Optimierung der Laborkapazitäten zum
direkten und indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 im Rahmen der Steuerung
von Maßnahmen interessiert 
;jsessionid=62B3E0DB6D3A30F5AABB59D9F6B46C60.internet121?__blob=publicationFile

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Dr. 

Gesendet: 13. Juli 2020 17:42
An: ‚RKI-Info‘
Betreff: Rate der falsch Positiven AW: positive Testergebnisse

Sehr geehrter Dr.

ja,
das hilft weiter, vielen Dank. Bei der derzeitigen niedrigen Prävalenz
sprechen Sie völlig richtig die hohe Anforderung an die Spezifität des
Tests an. Aber wenn ich mich nicht irre, liegt eine gravierende
Fehldeutung vor.

Ich habe mir den mitgesendeten Link ;jsessionid=62B3E0DB6D3A30F5AABB59D9F6B46C60.internet121?__blob=publicationFile bezgl. des INSTANT Ringversuchs angesehen Das RKI schreibt ab Seite 19 dazu:

„Zur
Überprüfung der Testspezifität wurden …  1 Probe mit nicht-infizierten
Kontrollzellen (MRC-5-Zellen) untersucht. Für die RV-Probe 340062 mit
MRC-5-Zellen (negativ für SARS-CoV-2) wurden 1,4% nicht richtig negative
Ergebnisse festgestellt. Lediglich 3 deutsche Laboratorien meldeten 2
falsch positive Ergebnisse/596 Ergebnisse (entspricht 0,35%) und 2
inkomplette Ergebnisse/596 Ergebnisse (entspricht 0,35%). Hinsichtlich
der Spezifität spiegeln die Ergebnisse dieser negativen Probe eine sehr
gute Testdurchführung in deutschen Laboratorien wider.“

Wenn wir über den gleichen Ringversuch sprechen , glaube ich, dass eine Verwechslung vorliegt. Bzgl. der MRC-5-Zellen war das Ergebnis nicht 1,4% nicht richtig negative Ergebnisse (den Terminus kenne ich auch nicht), sondern 1,4% falsch positive Ergebnisse –
warum auch immer. Schauen Sie dazu die Tabelle auf Seite 12 an, die
untere Zeile. Das bedeutet 98,6% der Proben waren richtig negativ, aber
dann eben 1,4% falsch positiv. Das heißt die durchschnittliche Testung
der RV-Probe 340062 ergab eine falsch positive Rate von 1,4%. Das
bedeutet doch nichts anderes, als dass bei der niedrigen Prävalenz und
der Testung bei nur Bagatellsymptomen, die derzeitige Rate an positiven
Testergebnissen um die 1% bei rund 400.000 wöchentlichen Testungen, vor
allem aus falsch positiven Ergebnissen bestehen dürfte.

Bitte
widerlegen Sie mich, denn wenn das stimmt, wäre der R-Faktor gleich
null und die derzeit täglichen Meldungen von 200–500 Neuinfizierten
schlicht eine Fehlinformation. Denn man würde dann auch in völlig
steriler Umgebung immer um die 1% (falsch) positiv testen.

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Frank

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: RKI-Info
Gesendet: 20. Juli 2020 12:51
An: ‚Gunter Frank‘
Betreff: AW: Rate der falsch Positiven AW: positive Testergebnisse

Sehr geehrter Herr Frank,

Insbesondere
bei diskrepanten Ergebnissen innerhalb eines Tests bzw.
unklaren/unplausiblen Ergebnissen der PCR-Testung (z.B. grenzwertige
ct-Werte, untypischer Kurvenverlauf) muss eine sorgfältige Bewertung und
Validierung durch einen in der PCR-Diagnostik erfahrenen und zur
Durchführung der Diagnostik ermächtigten Arzt  erfolgen. Ggf. muss zur
Klärung eine geeignete laborinterne Überprüfung (z.B. Wiederholung mit
einem anderen Testsystem) erfolgen bzw. eine neue Probe angefordert
werden. Der Befund soll eine klare Entscheidung im Hinblick auf die
Meldung ermöglichen und liegt im Verantwortungsbereich des
Labormediziners.

Von einer ungezielten Testung von
asymptomatischen Personen wird aufgrund der unklaren Aussagekraft eines
negativen Ergebnisses (lediglich Momentaufnahme) in der Regel abgeraten
(Ausnahmen siehe 
;jsessionid=4D4AC3126B17831BCE04638561BE32C3.internet062).

Weitere Informationen zur Diagnostik bekommen Sie aus den regelmäßigen Aktualisierungen auf unserer Homepage  und  .

Mit freundlichen Grüßen

Dr. 

An
der Stelle macht eine Kommunikation keinen weiteren Sinn mehr. Das RKI
weicht aus. Es schiebt die Verantwortung für die potenziell
irreführenden Ergebnisse in die Labore, weiß aber nicht genau, wie man
dort mit dem Problem umgeht. Es verweigert die Antwort darauf, ob es
nicht gravierende Probleme mit den täglichen Meldungen neuer
„Infizierter“ gibt. Es rät zwar von Massentestungen ab, verwechselt
jedoch das Problem dabei. Es liegt nicht in der „unklaren Aussagekraft
eines negativen Ergebnisses“, sondern in den positiven Ergebnissen, die
wahrscheinlich mehrheitlich Fehlalarme sind.

So wird das RKI nicht
Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. So, wie es das schon bei
der Schweinegrippe und es von Anfang an in der aktuellen Coronakrise
war.

Antworten eines Laborfachmanns 

Daraufhin
wandte ich mich direkt an ein Fachlabor, welches Coronaabstriche testet
(und die derzeit mit solchen Tests geflutet werden).

Gesendet: 14. Juli 2020 13:34
Betreff: Kurze Nachfrage bezgl. Testung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Eine
kurze Frage, ihr Real-time RT-PCR Test ist ja wahrscheinlich eine
einmalige Bestimmung? Ab wann gehen sie von einem falsch negativen
Ergebnis aus und testen zweimal? Und wie hätten Sie das Ergebnis
gehandhabt, wenn der real-time Test positiv gewesen wäre?

Vielen Dank für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Frank

Gesendet: 14. Juli 2020 14:04
An: dr@gunterfrank.de
Betreff: Befundkriterien SARS-CoV2 PCR

Sehr geehrter Herr Frank,

wir
bewerten die PCR nach zwei Kriterien, ja nach dem positiven/negativen
Ergebnis der Probe selbst und positivem/negativem Ergebnis der in jeder
Untersuchung mitlaufenden Kontrollen:

Positives Ergebnis Probe:

Zeigt
eine Probe ein positives Ergebnis, so kontrollieren wir diese auf
sauber sigmoidalen Verlauf der Fluoreszenzmessung selbst. Wir evaluieren
unsere Untersuchung regelmäßig. Zeigt die Kurve einen unsauberen
Verlauf oder liegt sie signifikant außerhalb der evaluierten
Detektionsgrenzen wir die Messung wiederholt. Bei leichter
Unterschreitung des Detektionslimits bei sauberem Verlauf befunden wir
als „grenzwertig positiv“ und bitten um die Einschätzung des
behandelnden Arztes.

Kontrollmessungen:

Fällt
die interne Extraktionskontrolle, die jeder einzelnen Probe zugegeben
wird aus, werten wir ein negatives Ergebnis als falsch negativ und
messen erneut. Sie bekommen nur das finale Ergebnis. Fällt aus
unnachvollziehbaren Gründen die Messung mehr als 2x in Folge aus, müssen
wir von der Gegenwart von Störsubstanzen ausgehen und bitten um
Neuzusendung eines neuen Abstrichs.

Fällt die jedem Lauf hinzugefügte Positivkontrolle negativ aus, wird der gesamte Lauf wiederholt.

Fällt die jedem Lauf hinzugefügte Negativkontrolle positiv aus, wird der gesamte Lauf wiederholt.

Positiv-
und Negativkontrolle verfügen je über dieselbe interne Kontrolle wie
die Probe selbst und werden nach identischen Kriterien beurteilt. 

Bei weiteren Detailfragen, zögern Sie bitte nicht mich direkt zu kontaktieren.

Mit besten Grüßen

From: Gunter Frank <dr@gunterfrank.de>
Sent: Dienstag, 14. Juli 2020 14:41
Subject: AW: Befundkriterien SARS-CoV2 PCR

Lieber Dr.

vielen Dank.

Ich
fürchte, um ihre bereits gegebene Antwort einordnen zu können, fehlt
mir als Allgemeinarzt die Fachexpertise. Darf ich nochmal nachfragen.
Wie würden Sie das einschätzen. Das RKI bringe ja die täglichen
Testzahlen und positiven Fälle heraus. Pro Woche ca. 400.000 Tests und
seit einigen Wochen immer zwischen 3000–6000 positive Fälle. Es gibt ja
den Instand Ringversuch, hier wurden auch Leerproben ohne Virus an viele
Labors versandt, die auch unterschiedliche Verfahren einsetzen. Es
waren annähernd 1000 Proben. Hier kamen als Gesamtergebnis 98,6% als
richtig negativ zurück, und somit 1,4% als falsch positiv. Da die
Prävalenz von SARS CoV2 ja derzeit sehr niedrig ist und die meisten
Tests bei Bagatellsymptomen durchgeführt werden, spielen diese 1,4%
falsch positiven Ergebnisse eine große Rolle. Kennen sie die Rate von
falsch positiven und negativen Ergebnissen bei ihren verwendeten Tests?
Die Frage, die ich mir stelle ist, wie viele der vom RKI als positiv
Getestete und dann in den Medien als Infizierte bekanntgegebenen Fälle
sind in Wirklichkeit falsch positiv. Wie schließen sie dies in ihrem
Labor aus und wie melden sie ihre Ergebnisse dem RKI? Messen Sie
beispielsweise jedes positive Ergebnis standardmäßig zweimal?

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Frank

Gesendet: 14. Juli 2020 15:48
An: Gunter Frank
Betreff: RE: Befundkriterien SARS-CoV2 PCR

Lieber Herr Frank,

Ihre Rückfrage ist berechtigt. 

Das
wichtigste zuerst: Wir hätten in vielen Fällen gar nicht die
Möglichkeit jedes positive Ergebnis doppelt zu bestimmen. Extraktion und
Analyse nehmen so viel Zeit in Anspruch, dass die Ergebnisübermittlung
um Stunden, ggf. um einen Tag verschoben würden. Dies können wir nicht
riskieren, die Proben kommen teils aus Krankenhäusern oder ähnlich
kritischen Einrichtungen. Grenzwertig positive Ergebnisse messen wir
häufig nach. Wir testen auf einen spezifischen Abschnitt des E-Gens.

Wichtig
bei der Erstellung eines positiven Befundes: Die Beurteilung, ab wann
eine Probe nachgemessen werden muss, obliegt dem Fachpersonal und
basiert auf Parametern, die durch die von Ihnen zitierten Ergebnisse des
RV leider nicht umfassend abgebildet werden. Wie in meiner letzten Mail
beschrieben, haben wir entsprechend der RKI Empfehlung hier 
 Kriterien
festgelegt, ab denen ein positives Ergebnis durch uns als nicht
eindeutig eingestuft wird und die Messung wiederholt oder im Befund auf
ein grenzwertiges Ergebnis hingewiesen werden muss. Ich würde nicht
davon ausgehen, dass (bei korrekter Durchführung und Dokumentation!)
 falsch positive Ergebnisse aus dem RV ((Ringversuch)) nach unseren
Kriterien eindeutig waren. An den RVen nehmen wir selbst Teil und die
Ergebnisse waren allesamt sehr eindeutig positiv (also mehr als zwei
Größenordnungen von unserer Nachweisgrenze entfernt) oder negativ (kein
detektiertes Signal)!

Mitunter lassen wir unklare
Ergebnisse zur Kontrolle in anderen Laboren, die mit anderem Material
als wir arbeiten, nachmessen. Dies wird routinemäßig zwischen allen
Standorten so praktiziert, ich würde daher unsere Ergebnisse als
verlässlich einstufen. Wie dies in Laboren anderer Anbieter von
Corona-PCR gehandhabt wird, ist mir nicht bekannt.

Reporting
erfolgt bei uns zentral aus unseren Datenbanken heraus. In diesen
Prozess bin ich nicht eingebunden, meine Verantwortung ist das Labor und
die Aufrechterhaltung der damit verbundenen Prozesse. Die Meldungen an
die Gesundheitsämter erfolgen bei uns aus dem Haus, in grenzwertigen
Fällen (im Befundtext vermerkt) halten die Verantwortlichen i.d.R.
Rücksprache mit mir und/oder dem behandelnden Arzt. 

Mit besten Grüßen

Ich
erkenne in diesen Antworten eine hohe Kompetenz, aber auch ein weites
Feld des unklaren Umganges mit grenzwertigen sowie schwach positiven
Fällen. Daraufhin führte ich ein Telefonat mit einem weiteren Fachmann,
der ebenfalls in einem der vielen Labors arbeitet, die derzeit
massenweise Coronatests durchführen. Er bestätigte das Problem. Die
Ergebnisse des Ringversuchs seien zwar mit Vorsicht zu genießen, da die
Anzahl der Placebo-Proben pro Labor nicht ausreichend sei. Er sagte aber
klipp und klar, das Problem ist die große Masse an Tests bei den
gleichzeitig sehr seltenen positiven Ergebnissen.

Massentestungen müssen gestoppt werden – sofort

Bei
hunderttausenden Tests ist einfach nicht auszuschließen, dass es doch
einmal Verunreinigungen gibt oder schlicht auch Verwechslungen. Diese
würden auch nicht durch Nachtestungen als Fehler entdeckt. Außerdem
spricht der Test auch immer wieder bei ehemals Infizierten positiv an.
Oft bei Menschen, die gar nicht wussten, dass sie infiziert waren, aber
bei denen eben noch Virustrümmer auf den Schleimhäuten nachweisbar sind.
Außerdem ist die Meldesituation der Gesundheitsämter auch an das RKI
unklar. Das dortige Fachwissen sensibilisiert nicht ausreichend
bezüglich der immensen Fehlergefahr bei den wenigen positiven Fällen.

Anschließend
telefonierte ich mit einem Fachmann der Epidemiologie und der
Studienstatistik. Sie sehen, ich lasse die Namen bewusst weg, weil
solche Äußerungen inzwischen politisch gewichtet werden und Nachteile an
Hochschulen oder bei Arbeitgebern bedeuten können. Machen Sie sich
einfach bewusst, wenn beispielsweise die Universitätsklinik Heidelberg
vom Land Baden-Württemberg 200 Millionen Euro für den
Corona-Verdienstausfall möchte, dann möchte man keine politisch
unbequemen Äußerungen aus den eigenen Reihen in den Medien sehen. Nun,
dieser Fachmann bestätigte das Problem und plädierte für mehr Mut, um
diese in ihrer Missdeutung verheerenden Massentestungen endlich zu
beenden. Ganz besonders vor Herbst, wenn die ganz normale
Schnupfensaison wieder losgeht, und jedes Niesen die Panik anheizt.

Test auf Rinder-Coronaimpfstoff war negativ

Nun ein weiteres Update. In meinem Coronabeitrag vom 23.06.2020 bin
ich der Frage nachgegangen, ob der Test möglicherweise sogar auf
Tier-Coronaviren ansprechen könnte. Dass der Mensch solche, für ihn
harmlose Viren über seine Nasenschleimhäute auf andere Tiere übertragen
kann, ist gesichert. Obwohl diese Meinung wohl begründet und im Beitrag
als These in der wissenschaftlichen Diskussion beschrieben ist, wurde
der Artikel bei Facebock mit einer Warnung versehen (Siehe Nachtrag vom 08.07.2020). Als
Begründung für diesen Eingriff in die Meinungsfreiheit wurde lediglich
eine Aneinanderreihung anderer Meinungen angegeben, aber keine
wissenschaftliche Veröffentlichung, in denen diese Tests tatsächlich auf
Tiercorona getestet wurden.

Das haben ich nun als Pilotversuch
mit tatkräftiger Unterstützung von Achgut.com und einem befreundeten
Tierarzt selbst durchgeführt. Zwei PCR-Abstriche, getunkt in den
Rinderimpfstoff Rotatec Corona, der Rindercoronaviren in abgeschwächter
Form enthält, wurden unter Fantasienamen in ein Fachlabor eingeschickt.
Ergebnis: beide Tests sind negativ. Das bedeutet einen ersten
belastbaren Hinweis, dass Rinderviren den Test nicht verfälschen.

Um
diesen Verdacht gänzlich zu widerlegen, sollte dieser Vorgang noch
einmal mit mehreren Proben und Laboren wiederholt werden. Vor allem
sollten Tierärzte Abstriche bei infizierten Tieren entnehmen und testen
lassen. Auch sollte man bei den geschlachteten Tieren, wie Schweine oder
Geflügel, Abstriche machen, an denen die positiv getesteten Schlachter
gearbeitet haben. Sind diese ebenfalls negativ, könnte man diesen
Verdacht ad acta legen. Das wären die Behörden den Menschen der
betroffenen Region schuldig, bevor man wieder einen schädlichen Lockdown
veranlasst.

Corona: Der Versuch einer derzeitigen Gesamteinordnung

Derzeit
werden 6 Monaten weltweit 600.000 Todesfälle der durch das Virus
SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung Covid-19 zugeordnet. Jedes Jahr
sterben Schätzungen nach 300.000–650.000 Menschen
an einer durch Influenza verursachten Atemwegsinfektion. Wie kommen
diese Zahlen zustande? Die Oduktionen in Deutschland zeigten, dass viele
Opfer schwerst krank waren und das Corona-Virus zwar der Todesauslöser
war, aber die Ursache eigentlich die schwere Erkrankung.

Außerdem
testete man nicht auf Influenza. Die Coronapanik und der Lockdown führen
sicher besonders in Ländern ohne soziales Netz zu unmittelbaren
Versorgungsengpässen und damit zu Hunger, Schwäche und Todesopfern. Wir werden die Opfer hier zugeordnet? Es ist schwierig einzuschätzen. Die Toten durch Influenza werden auch hochgerechnet und nicht getestet.

Werfen
wir einen Blick auf ein paar vergleichende Übersichtszahlen einiger
Länder in ca. Einwohnerzahl / jährliche Todeszahlen / bisherige Covid-19
zugeordnete Todesfälle (Stand 17.07.2020). 

Indien:             1,4 Milliarden / 10 Millionen / 25.777

USA:                330 Millionen / 2,7 Millionen / 141.150

Brasilien:          210 Millionen / 1,3 Millionen / 76.846

Deutschland:    82 Millionen / 950.000/ 9.157

Frankreich:       66 Millionen / 585.000 / 30.831

Italien:              60 Millionen / 630.000 / 35.017

Belgien:           11,5 Millionen / 113.000 / 9.795

Schweden:       10 Millionen / 95.000 / 5.593

Schweiz:           8,8 Millionen / 70.000 / 1.969

Quelle , 

Geht
man von diesen Zahlen aus, dann ergibt sich ein bisheriger prozentualer
Anteil der Covid-19 zugerechneten Toten an der jährlichen
Gesamtsterbezahl in der Reihenfolge der Höhe:

Indien 0,3

Deutschland 1,1

Schweiz 2,8

USA 5,2

Frankreich 5,3

Italien 5,6

Schweden 5,9

Brasilien 5,9

Belgien 8,7

Die
Prozentzahlen für Indien werden sicher noch ansteigen, aber wegen der
jüngeren Bevölkerung vermutlich nicht sehr stark. In Brasilien hält sich
der Peak der Todeszahlen jetzt schon 8 Wochen. Voraussichtlich müsste
er demnächst sinken, wenn nicht, wäre dies ungewöhnlich. Die USA haben
ihren Peak schon länger überschritten.

Inwieweit diese
Prozentzahlen die Todeszahlen durch Atemwegsinfektionen insgesamt am
Ende des Jahres steigen lassen und für eine Übersterblichkeit sorgen
werden, wird sich zeigen. Meiner Schätzung nach wird es in den
westlichen Ländern, die jetzt über fünf Prozent stehen, anteilig mehr
Atemwegstote geben, aber keine Übersterblichkeit insgesamt. Weil es vor
allem Schwererkrankte und sehr alte Menschen getroffen hat, bei denen
man oft nicht sagen kann, ob sie an oder doch eher mit dem neuen
Coronavirus gestorben sind. Und gestorben wurde vor allem in den
Pflegeheimen, wo sich eben alte schwer vorerkrankte Menschen sammeln,
auch wegen gravierender Fehler wie die panische Verlegung von
Covidkranken zur Entlastung von Krankenhäusern ausgerechnet in
Pflegeheimen (Coronabeitrag vom 28.05.2020).
Eine Panikreaktion, vor allem in Hotspots wie Bergamo und New York. Und
das, obwohl schon seit Jahren bekannt ist, dass im Gegensatz zur
anderen Bevölkerung sich in Pflegeheimen solche Viren mit einer hohen
Letalität ausbreiten.

Wenn dennoch eine Übersterblichkeit zu
messen ist, dann sollten auch die Schutzmaßnahmen selbst als Verursacher
überprüft werden. Jetzt schon mehren sich die Hinweise, dass, wie oben
schon erwähnt, durch fehlende Behandlung anderer Krankheiten viele
Menschen gestorben sind,

Nur der Vollständigkeit halber sei
bemerkt, dass niemand Vernünftiges abstreitet, Covid-19 könne nicht auch
bei Jüngeren zu einer heftigen Lungeninfektion führen, mit einer
manchmal mehrwöchigen Rekonvaleszenz-Phase. Aber virale Infektionen
können nun mal sehr heftig sein. Ich hatte die Grippe 2018. Drei Tage
heftigste Gliederschmerzen, bei denen kein Schmerzmittel half, und
währenddessen ich laut stöhnend im Bett lag. Es war schlimm. Ich
brauchte drei Wochen, um danach wieder normal arbeiten zu können.
Seitdem weiß ich auch aus eigenem Erleben, dass eine Grippe besonders
geschwächte Menschen töten kann.

Zusammenfassend kann man aus
diesen Zahlen erkennen, dass es sich je nach Land, um eine schwere bis
mittelschwere virale Atemwegsinfektion handelt, die erkennbar, wie
üblich, saisonal verläuft. Diese Erkrankungen werden üblicherweise als
Grippewelle bezeichnet, obwohl sie von ganz verschiedenen Viren
ausgelöst werden können, wie Corona- oder Influenzaviren. Sie kehren
jedes Jahr leicht verändert wieder, und unsere Gesellschaften haben bis
zum Jahr 2020 gelernt, vernünftig damit umzugehen.

Diese
jährlichen Grippewellen treffen die Länder stets unterschiedlich, so war
beispielsweise Deutschland vergleichsweise hart getroffen, während es
2020 sehr milde (!) ablief. Doch so wenig die Bundesregierung an dem
schlimmen Verlauf 2018 schuld war, so wenig hat sie etwas mit dem milden
Verlauf 2020 zu tun. Wenn die Coronapanik etwas Gutes hat, dann dass
wir zukünftig sensibilisierter mit klaren Risikogruppen umgehen, was
Händewaschen und Abstand halten betrifft. Doch ganz im Gegensatz zu
dieser Einschätzung vermittelt die politische wie mediale
Berichterstattung den Eindruck einer globalen Katastrophe, die es ganz
sicher nirgends war und nirgends ist.

Was ist zu tun? Seien wir mutig!

Die
jährliche Wintergrippe ist bei uns schon längst vorbei. Doch die
derzeitigen Massentestungen suggerieren stets eine Infektionsrate von
1 Prozent, die jedoch fast ausschließlich auf Fehlalarmen beruft.
Stichwort: falsch positive Testergebnisse bei niedriger Prävalenz.
Deshalb müssen die Massentestungen sofort gestoppt werden, sonst wird es
keinen Weg zurück zur Normalität geben.

Es
gelten in der derzeitigen Situation die ganz normalen Hygieneregeln, an
die man sich besonders im Winter im Umgang mit schwerkranken, meist
alten Menschen (Risikogruppen) halten soll: häufiges Händewaschen,
Niesen in die Ellenbeugen. Risikogruppen sollten sich vor großen
Menschenansammlungen, insbesondere in geschlossenen Räumen, fernhalten.
Masken sind dazu da, in besonderen Situationen, die Infizierung Anderer
zu verhindern: im Operationssaal, in den Intensivabteilungen, in den
Pflegeheimen und bei medizinischen Hausbesuchen bei der Behandlung von
Risikogruppen. Masken verwendet man für diese Situationen einmal und
wirft sie dann weg. Die jetzige allgemeine Anwendungspraxis von Masken,
genauso wie Social Distancing, Ausgangsperren, Lockdowns sind sinnfrei.
Sie schaden wesentlich mehr, als sie nützen.

Wir sollten diesen
Unfug stoppen, denn er führt uns immer weiter weg von dem, was
Gesundheit eigentlich bedeutet, Unbefangenheit, Optimismus und
Lebensfreude. Die vermeintliche Bedrohung ist schon lange vorbei. Seien
wir mutig, fangen wir wieder an, unbefangen unser Leben zu leben. Wenn
Ihnen dieser Beitrag plausibel erscheint, verbreiten sie ihn bitte
weiter.

Post Scriptum

Wie selbst Zeitungen wie die FAZ den Panikmodus schüren, zeigt dieser Kommentar von FAZ-Redakteurin Sibylle Anderl. Er
stellt stellvertretend für das Elend der unreflektierten wie
kompetenzarmen Unisono-Berichterstattung deutscher Medien. Mein Kollege
Christian Haffner, den ich aus der Zusammenarbeit mit meiner
Fachgesellschaft kenne und von dem ich weiß, dass er mit Studienzahlen
sehr gut umgehen kann, hat darauf einen Leserbrief verfasst, der jedoch
von der FAZ abgelehnt wurde. Deshalb füge ich diesen hier im Anschluss
an meinen Beitrag an.

Leserbrief zur Leitglosse: „Fragile Lage“, FAZ vom 18.7.2020

In
der Leitglosse „Fragile Lage“ von Sibylle Anderl vom 18.7.2020  werden
einige grundlegenden Fakten missachtet und damit ein falsches Bild
gezeichnet. Zum Beispiel werden positive PCR-Tests auf SARS-CoV-2 mit
Infektionszahlen verwechselt. Da kein Test 100% richtige Ergebnisse
liefert, hängt die Korrektheit eines Testergebnisses  stark von der
Vortestwahrscheinlichkeit ab, wie das Deutsche Ärzteblatt 24/2020 in
seinem Artikel: „PCR-Tests auf SARS-CoV-2: Ergebnisse richtig
interpretieren“ schreibt. Testen wir z.B. in einer Gruppe mit sehr
vielen Gesunden und der Test ist „positiv“, ist er häufig falsch
positiv, d.h. es besteht gar keine Coronavirusinfektion.. Und selbst bei
einem richtig positiven Test können wir keine sichere Aussage über die
Infektiosität des Patienten machen, sondern lediglich, dass wir den dem
Virus zugeschriebenen RNA-Schnipsel nach millionenfacher Vermehrung im
Labor nachweisen konnten. Darüberhinaus ist der PCR-Test nach wie vor
ein sog. Inhouse-Test, d.h. er ist amtlich leider immer noch nicht
validiert, was dringend nachgeholt werden müsste. Weiten wir außerdem
die Anzahl der Testungen noch aus, erhalten wir naturgemäß mehr positive
Testergebnisse, was in vielen Medien als eine Zunahme an „Infektionen“
gedeutet wird und dabei „entdecken“ wir einfach nur mehr an schon
vorhandenen Fällen.

In Bezug auf die Sterbefälle im
Zusammenhang COVID-19 gibt es ebenfalls eine Reihe von Unwägbarkeiten.
Das wird in den Ländern unterschiedlich gezählt. Wer wirklich an der
Infektion gestorben ist, können am Ende nur Obduktionen klären und nur
diese Ergebnisse dürfen, nach international einheitlichen Standards,
dann vergleichend als „Coronavirustote“ bezeichnet werden. Auch wird
hier nichts über Vorerkrankungen oder das Alter der Verstorbenen
berichtet, was aber eine wichtige Information wäre.

Was
ebenfalls fehlt sind die durch die staatlichen Maßnahmen zusätzlich
Verstorbenen und Geschädigten, wie verschobene Operationen oder
Krebsbehandlungen sowie Menschen, die trotz Krankheit nicht zum Arzt
gegangen sind oder Auswirkungen der staatlichen Eingriffe weltweit, auch
die durch wirtschaftliche Krisen, die jeweils beträchtlich sind. 

Weiterhin
ist die Aufweichung der Pandemiekriterien durch die WHO aus meiner
Sicht ein wichtiges Kriterium. Im April 2009 wurde unter Lobbyeinfluss
pharmazeutischer Unternehmer in den Kriterien die Notwendigkeit „einer
beträchtlichen Anzahl an Toten“ herausgestrichen (Quelle: arznei
telegramm 2010; 41: 59-60). Eine weitere Abschwächung für die Ausrufung
einer Pandemie gab es im Jahr 2017, wie u.a. in dem Dokumentarfilm
„Trust WHO – Wie krank ist die Weltgesundheitsorganisation“  der
französischen Filmemacherin Lilian Franck von 2018 detailliert
dargestellt wurde.

Um die Weltkrise durch die
Coronaviruspandemie in den Griff zu bekommen, braucht es transparentes
und wissenschaftliches Vorgehen und eine neutrale, kritische und
umfassende Berichterstattung. Diese wünsche ich mir ganz besonders von
einem Leitmedium, wie der FAZ. Dieser Artikel, wie weitere Artikel zu
diesem Thema in dieser Ausgabe, gehören leider nicht dazu.

Dr. med. Christian Haffner
Facharzt für Allgemeinmedizin, Manuelle Therapie/Chirotherapie

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

Quelle:

Ein Kommentar zu “Bericht zur Coronalage 23.07.2020: Massentests und künstliche Wellen

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