Verplappert oder schlechter Witz? Elon Musk gesteht Beteiligung an Putsch in Bolivien ein

Verplappert oder schlechter Witz? Elon Musk gesteht Beteiligung an Putsch in Bolivien ein

In Bolivien hat im letzten Jahr ein Putsch stattgefunden, den die deutschen „Qualitätsmedien“ wie üblich als „Sieg der Demokratie“ darstellen. Nun hat Elon Musk dazu einen interessanten Tweet abgesetzt.

Dass es sich in Bolivien um einen von den USA gelenkten Putsch gehandelt hat, ist offensichtlich.

Der „Lithium-Putsch“ in Bolivien

Schon knapp zwei Wochen vor der Wahl im Herbst in Bolivien sind 16 Audiodateien mit Gesprächen aufgetaucht, die belegen, wie der Putsch ablaufen sollte. Ursprünglich waren sie auf einem Dropboxaccount, der jedoch gelöscht wurde, aber sie sind heruntergeladen worden und nun auf anderen Seiten zugänglich. Die Aufnahmen zeigten auf, dass die USA zusammen mit Komplizen in Bolivien einen Putsch planten und sie zeigten im Detail auf, wie das ablaufen sollte.

Am 8. Oktober, also zwölf Tage vor der Wahl, die am 20. Oktober stattfinden sollte, hat ein Portal darüber berichtet und aufgezeigt, dass der Putsch-Plan aus drei Phasen bestehen sollte. Das war ein geradezu prophetischer Artikel, denn es ist fast zu 100 Prozent alles so eingetroffen, wie es dort Wochen vor der Wahl beschrieben wurde. Das alleine ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Autor des Artikels sich auf wahre Informationen berufen hat.

Der Grund für den Putsch waren die reichen Lithiumvorkommen des Landes, es gilt als das Land mit den größten Lithiumvorkommen der Welt. Über die vor der Wahl öffentlich gewordenen Audiodateien und den Artikel, sowie über die Details der „Lithiumfrage“ habe ich damals ausführlich berichtet, den Artikel finden Sie hier.

Lithium ist heute wertvoller Rohstoff, ohne den es keine Elektroautos geben könnte. Entsprechend groß ist das Interesse von zum Beispiel Elon Musk an den Vorkommen und daran, das Lithium möglichst billig zu bekommen. Aber das soll natürlich nicht in den westlichen Medien zu lesen sein, da wird behauptet, es sei um die Demokratie gegangen und Präsident Morales habe die Wahl gefälscht, was die vor der Wahl öffentlich gewordenen Audiodateien klar widerlegen, denn sie zeigen auf, dass die Nummer mit der Wahlfälschung lange vorher konstruiert worden war, um den Wahlsieg von Morales zu diskreditieren.

Um die angebliche Wahlfälschung zu belegen, sollte eine Kommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Wahl untersuchen. Die Organisation wird von den USA dominiert und sie hat prompt das gewünschte Ergebnis geliefert. Das Problem dabei: Die Kommission hat mit falschen Statistiken gearbeitet.

Die Rolle der „Qualitätsmedien“

In Deutschland hat darüber praktisch nur RT-Deutsch ausführlich berichtet. Und da RT-Deutsch natürlich russische Fake News verbreitet, muss man nicht glauben, was RT-Deutsch schreibt. Das Problem dabei: RT-Deutsch hat sich auf Berichte aus den USA und Berichte der New York Times gestützt und korrekt darüber berichtet und korrekt daraus zitiert. Das kann jeder leicht nachprüfen.

Da diese Sache kaum zu widerlegen ist, haben es die deutschen „Qualitätsmedien“ vorgezogen, über die Berichte aus der New York Times und anderer US-Quellen nicht zu berichten. Übersehen haben sie die Berichte sicher nicht, denn sie lesen die New York Times sehr aufmerksam und wenn Berichte der New York Times in ihr Konzept passen, dann berichten die „Qualitätsmedien“ sehr ausführlich. Das erleben wir zum Beispiel täglich, wenn es um den Lieblingsfeind der New York Times, um Präsident Trump, geht.

Da zitieren die deutschen „Qualitätsmedien“ die New York Times ausführlich, aber wenn es darum geht, dass die New York Times meldet, dass der bolivianische Präsident Morales die Wahl nicht gefälscht hat und dass die OAS stattdessen ihren Bericht gefälscht hat, dann muss der deutsche Leser das ja nicht unbedingt wissen.

Stattdessen hat der Spiegel vor kurzem lieber gemeldet, dass die Putschregierung in Bolivien Morales als Terroristen bezeichnet und einsperren will. Bei der Gelegenheit hat der Spiegel auch den Bericht der „Wahlbeobachter“, also der OAS erwähnt. Dabei hat der Spiegel allerdings vergessen zu erwähnen, dass der Bericht manipuliert wurde:

„Der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes war im November 2019 unter dem Druck des Militärs zurückgetreten, nachdem ihm von der Opposition und internationalen Wahlbeobachtern Betrug bei der Präsidentenwahl vorgeworfen worden war.“

Die Formulierung „unter dem Druck der Militärs zurückgetreten“ finde ich besonders gelungen, denn es ist eine unglaublich feinsinnige Umschreibung für das Wort „Militärputsch“. Aber der Leser soll die Vorgänge in Bolivien ja für einen Sieg der Demokratie halten.

Die bolivianische Übergangsregierung

Morales hatte in Sachen Lithium einen Plan, der den USA und Leuten wie Elon Musk nicht gefallen konnte: Präsident Morales wollte nicht, dass Lithium einfach nur in Bolivien abgebaut und dann im Ausland verarbeitet wird. Er wollte die gesamte Wertschöpfungskette im Land halten und so für Wohlstand sorgen. 2018 hat Bolivien daher mit der deutschen Firma ACI-Systems einen Vertrag geschlossen. In der Pressemeldung konnte man lesen:

„Diese Industrialisierung soll durch die Gewinnung und Herstellung von Rohstoffen aus Restsole, den Aufbau von Fertigungskapazitäten und die Produktion von Kathodenmaterial und Batteriesystemen in Bolivien sowie deren Vermarktung erfolgen.“

Im Klartext: In Bolivien sollte das Lithium abgebaut und verarbeitet werden. Bolivien hätte fertige Batterien für Elektoaustos exportiert, anstatt nur den Rohstoff Lithium. Die Gewinne wären vergleichbar mit dem Ölboom der Vergangenheit.

Elon Musk und andere wollten das Lithium aber billiger bekommen, also musste Morales weg und siehe da: Die neue Übergangsregierung hat als erstes angekündigt, die Lithiumvorräte des Landes privatisieren zu wollen. Na, so ein Zufall aber auch!

Bei der nun anstehenden Wahl hat die angeblich vom Volk getragene Übergangsregierung aber kaum eine Chance. Wahlumfragen sehen den Morales nahe stehenden Kandidaten Luis Acre mit über 40 Prozent in Führung, während die Chefin der Übergangsregierung, Jeanine Anez, abgeschlagen nur auf 13 Prozent kommt. Sie würde es nicht einmal in die Stichwahl schaffen.

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