Spiel mit dem Feuer: Nato-Flugzeuge mit Atomwaffen fliegen immer öfter an Russlands Grenzen entlang

Westliche Medien melden regelmäßig, wenn die Nato russische Flugzeuge irgendwo abfängt. Was im Westen nie gemeldet wird ist, wie oft Nato-Flugzeuge an der russischen Grenze abgefangen werden.

Ich schaffe es nicht, darüber zu schreiben, denn es passiert zu häufig, aber die russischen Medien melden beides: Sie melden sowohl die westlichen Beschwerden, wenn Nato-Einheiten russische Flugzeuge nahe dem Luftraum der Nato abfangen, was wir dann auch aus den deutschen Medien immer brandheiß erfahren. Von den Nato-Flugzeugen, die an der russischen Grenze abgefangen werden – und das sind mehr Vorfälle, als an den Grenzen der Nato – hört man im Westen hingegen nur, wenn die Nato den russischen Piloten mal wieder „unprofessionelle“ oder „gefährliche“ Flugmanöver vorwirft. Die russischen Medien berichten hingegen über alle derartigen Vorfälle, sowohl über die westlichen Beschwerde, aber auch über die vielen Vorfälle von Nato-Flügen entlang der russischen oder chinesischen Grenzen, die die westlichen Medien verschweigen.

Nun gibt es eine gute Gelegenheit, das Thema mal aufzugreifen, denn in der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ gab es dazu am Sonntag aus aktuellem Anlass (über den im Westen natürlich nicht berichtet wurde) einen kurzen Interview-Ausschnitt mit dem russischen Verteidigungsminister Schoigu. Ich habe den kurzen Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt, danach habe ich noch einige andere Fakten zu dem Thema zusammengestellt.

Beginn der Übersetzung:

Am 4. September drangen zwei strategische Atombomber vom Typ Boeing B-52H Stratofortress in den ukrainischen Luftraum ein und flogen begleitet von ukrainischen Jägern nur 53 Kilometer von der russischen Grenze der Krim entfernt.

Gleichzeitig wurden über dem Schwarzen Meer, in der Nähe der Krim, drei NATO-Aufklärungsflugzeuge gesichtet. Das Nationale Verteidigungskontrollzentrum Russlands berichtete, dass acht Abfangjäger des südlichen Militärbezirks aufgestiegen sind. Die ungeladenen Gäste sind nach Hause geflogen.

In einem exklusiven Interview mit Jevgeni Popov, dem Moderator der Sendung „60 Minuten“, hat Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärt, was es mit der Zunahme der NATO-Aktivitäten in der Nähe der russischen Grenzen auf sich hat.

Schoigu: „Seit 2014 ist Russland in allen offiziellen Dokumenten der Nato der Hauptgegner. China tauchte dann auch auf. Irgendwann waren Russland und China schlimmer, als der internationale Terrorismus, der im gleichen Atemzug genannt wird. Sehen Sie, es ist doch nicht unsere Flotte, die andauernd vor der Küste von San Francisco hin und her fährt.“

Journalist: „Wir hoffen, dass unsere Flotte da auch ist…“

Schoigu: „Das habe ich jetzt mal überhört. Aber deren Flotte ist im Schwarzen Meer. Nicht nur das, da sind Flotten und Schiffe, die nicht aus der Region kommen, sie sind dort regelmäßig. Es ist klar, wir begleiten sie jedes Mal. Sie hören es ja jeden Monat in den Medien, dass wir sie da irgendwo falsch begleitet hätten.“

Journalist: „Russland führt gefährliche Manöver aus“

Schoigu: „Ja, sie haben da noch andere Worte: „Unprofessionell“, „nicht korrekt“ und so weiter und so fort. Formulierungen haben sie genug. Aber was machen die denn da? Was machen die da? Wir haben keine andere Wahl, wir müssen stark sein, und dafür wird im Land alles getan“

Ende der Übersetzung

Wie gesagt gibt es derartige Fälle von Nato-Streitkräften an Russlands Grenzen ständig und es sind weit mehr, als es umgekehrt Vorfälle mit russischen Einheiten an den Grenzen der Nato gibt. Was in Deutschland zum Beispiel auch praktisch nicht berichtet wurde, ist, dass die deutsche Bundesmarine ebenfalls im Schwarzen Meer an den Kriegsspielen der Nato teilnimmt, über ein Beispiel habe ich 2019 berichtet. Wie gesagt komme ich nicht dazu, über alle derartigen Vorfälle zu berichten, denn solche Meldungen gibt es mindestens wöchentlich.

Russische Flugzeuge an den Grenzen der Nato werden in den deutschen „Qualitätsmedien“ immer als aggressiv dargestellt, daher will ich Ihnen zeigen, was Putin selbst schon 2014 dazu gesagt hat, als er auf einer Pressekonferenz von der BBC danach gefragt wurde.Putin 2014 zur Frage der aggressiven russischen Politik – Putins Antwort auf eine Frage der BBC


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

Quelle

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