USA bringen Frieden, Freiheit und Wohlstand? Sicherheit in Chicago mittlerweile auf dem Niveau von Kabul

Die USA – und mit ihnen die deutschen Medien – behaupten, sie würden Frieden und Wohlstand in die Welt bringen. Vielleicht sollten sie bei sich anfangen, wie ein Bericht über ein ganz normales Wochenende in Chicago zeigt.

Das russische Fernsehen hat an diesem Sonntag wieder über die (politische) Woche in den USA berichtet. Der Bericht war dieses Mal nicht so interessant (aber dafür sehr lang), dass ich ihn übersetzen wollte. Aber ein Detail hat meine Aufmerksamkeit erregt: Die Berichte über Mord und Totschlag in den USA. Aus New York – so berichtete das russische Fernsehen – flieht jeder, der es sich leisten kann, vor der Welle der Gewalt. Alleine nach Florida wandern derzeit 1.000 New Yorker pro Tag aus, meldete das russische Fernsehen.

Und in Chicago herrscht schon ein regelrechter Bürgerkrieg, die Lage sei in der Stadt mittlerweile gefährlicher, als in Kabul, sagte das russische Fernsehen. Allein am letzten Wochenende seien bei Schießereien 53 Menschen verletzt und 10 getötet worden. In Kabul sterben bei einzelnen Anschlägen zwar mehr Menschen, aber auf das Jahr gesehen ist Chicago tatsächlich gefährlicher, als Kabul.

All das könnte man für russische Propaganda halten, schließlich sind das ja Berichte des russischen Fernsehens. Aber leider bestätigt eine kurze Google-Suche all das. Über die Fluchtwelle aus New York finden sich viele Berichte in englischsprachigen Medien und die lokale Redaktion von CBS listet die Morde und Schießereien vom Wochenende in Chicago penibel auf. Und CBS ist dummerweise keine russische Propaganda.

Aber die deutschen Medien berichten lieber über andere Ereignisse und halten an dem Bild der für Freiheit, Wohlstand und Demokratie stehenden USA fest. Was wäre wohl in den deutschen „Qualitätsmedien“ los, wenn täglich 1.000 wohlhabende Russen vor den unerträglichen Zuständen aus Moskau fliehen würden und im russischen St. Petersburg jedes Wochenende zehn Menschen erschossen und über 50 bei Schießereien verletzt würden?

Wie einseitig und propagandistisch die deutschen Medien arbeiten, wird an diesem Beispiel mal wieder besonders deutlich und ich frage mich, ob all die Redakteure deutscher „Qualitätsmedien“ auch die Einstellung der Finanzierung der Polizei fordern würden, wenn solche Zustände in Hamburg, Berlin und München Alltag wären. Und ich frage mich, ob sie dann selbst nach „Law and Order“ (Trump) oder nach Kürzungen der Finanzierung der inneren Sicherheit (US-Demokraten) rufen würden.

Es ist eben sehr einfach, Blödsinn zu schreiben und zu fordern, wenn man tausende Kilometer entfernt und nicht betroffen ist.

Quelle

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