Angela Merkel erinnert sich beim Regieren an die DDR

Unlängst ließ sich die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Kanzleramt Annette Widmann-Mauz gleich zweimal vor dem Gemälde mit dem geflüchteten Künstler ablichten, einmal mit Maske und einmal ohne Maske, schließlich haben auch Regierungsmitglieder zuweilen Schwierigkeiten mit den von der Regierung initiierten Pandemieregeln.

Vom Bild strahlt Angela Merkel in der Ordenstracht Mutter Teresas, die ein Kind of Color in den Armen hält. Der verherrlichende Gestus erinnert jedoch an die Ästhetik des kommunistischen Personenkults, damals stand im Mittelpunkt nicht Mutter Teresa, sondern Stalin, der Vater der Völker.

of Color in den Armen hält. Kunstkritiker könnten einwenden, dass das Kind nicht entspannt wirkt und „Mutter Angela“ wie vor einer Kamera posiert, das Kind wenig beachtend, das wie ein Accessoire, wie ein Hinweis auf die Mildtätigkeit der Ordensfrau wirkt, wie ein Zeichen in dem mit Zeichen übersäten Porträt, denn weder das Auge Gottes, das weint, noch Flüchtlingsboote dürfen fehlen. Über die Farben schweigt der Kritiker besser, denn schließlich ist das Gemälde furchtbar gut gemeint, geht es nicht um den ästhetischen, sondern um den ideologischen, vor allem aber um den panegyrischen Wert des Bildes. Der verherrlichende Gestus erinnert jedoch an die Ästhetik des kommunistischen Personenkults, damals stand im Mittelpunkt nicht Mutter Teresa, sondern Stalin, der Vater der Völker.

Nun hat die Bundeskanzlerin nur einen begrenzten Einfluss darauf, wie sie konterfeit wird, doch ist es fragwürdig, wenn eine Mitarbeiterin des Kanzleramtes dem Politkitsch amtlichen Segen verleiht, so, als würde man damit zum Ausdruck bringen wollen, dass die Mutter Teresa der Geflüchteten nunmehr amtlich gewünschte Ikonographie der Bundeskanzlerin ist.

Zeit zum Lesen „Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen Man erinnert sich in diesem Zusammenhang nur zu gut daran, dass die Bundeskanzlerin – wie eine strenge Mutter – eine demokratische Wahl als „unverzeihlich“ einstufte und anwies, sie rückgängig zu machen. Was auch geschah. Kaum verkündet reiste auch schon der Parteivorsitzende der FDP, Christian Lindner, der deutsche Meister in Proskynese und Entschuldigung, nach Erfurt, um den Willen der Bundeskanzlerin durchzusetzen – womit die FDP vorerst aufgehört hat, politisch zu existieren.

Nun hat in einem Interview Angela Merkel geäußert, dass die starken Einschnitte in die persönlichen Freiheitsrechte durch die Pandemieregeln sie an die DDR erinnern würden. Diese Einschätzung teilt sie nun mit vielen Kritikern der von der Regierung erlassenen Corona-Regeln, auch mit jenen, die von den Medien als Verschwörungstheoretiker und von der SPD-Vorsitzenden als Covidioten bezeichnet werden, die zweimal in großen Kundgebungen gegen die Regierungspolitik demonstrierten – nur Angela Merkel ist die Regierung.

Dass die Regierung die von derselben Regierung erlassenen Maßnahmen in ihrer Einschränkung der Freiheitsrechte an die DDR erinnern, erstaunt wirklich. In „diesem Moment“, als die Bundeskanzlerin nach eigener Aussage die Einschränkung der Freiheitsrechte verkündete, waren ihr ihre „Kindheit und Jugend“ in der DDR „sehr präsent“. Zwangen sie die Umstände, wie sie behauptet, im Stile der DDR-Regierung zu handeln? Was sagt das über das demokratische Verständnis der Bundeskanzlerin aus, wenn sie sich in ihrem eigenen Regierungshandeln an eine Diktatur erinnert, und die Reminiszenz nicht zur Warnung und zur Änderung des Regierungshandelns führt? Zumindest, dass die Alternativlos-Kanzlerin wohl nicht über demokratische Alternativen nachgedacht hat.

Auch wenn westdeutsche Medien immer wieder Merkels Ostherkunft hochspielen, um den Ostdeutschen einzureden, dass die Bundeskanzlerin eine von ihnen ist, so verfängt das bei vielen Ostdeutschen nicht, mehr noch, wird Angela Merkel von vielen Ostdeutschen nicht als Ostdeutsche wahrgenommen. Im Westen mag das gelingen.

Bundestagsdebatte: Merkel und „wir“: Über die Sprache der Bundeskanzlerin Aber die meisten Medien sind schon seit geraumer Zeit zum Lobpreis der Bundeskanzlerin übergegangen. Glaubt man ihnen, entsteht ohnehin der Eindruck, dass Angela Merkel ihre Apotheose bereits zu Lebzeiten erlebt. Das jedoch sollte jeden demokratischen Politiker, wenn ihm das widerfährt, stutzig machen, vielleicht sogar die Erkenntnis vermitteln, dass es Zeit wäre, sich zurückzuziehen.

In dem schönen Roman „Fräulein Smillars Gespür für Schnee“ von Peter Hoeg vermag die Wissenschaftlerin Smillar, Tochter einer Inuk und eines dänischen Arztes die verschiedenen Arten von Schnee zu unterscheiden, für die den Inuuk unterschiedliche Begriffe zur Verfügung stehen.

So existieren auch unterschiedliche Begriffe für den Weg in eine Diktatur, die „Einschränkung der Freiheitsrechte“ ist einer davon. Es klingt so leicht, wenn Angela Merkel einmal, was sie selten tut, in Jugenderinnerungen schwelgt. So, als wäre das alles nicht so schlimm, als könne man auch das mit genügend Pragmatismus ertragen. Mit einem bisschen guten Willen geht schließlich alles.

Inzwischen, ob in der Frage der Corona-Epidemie, als auch in der Klimaapokalyptik, wird der Teufel an die Wand gemalt, um mit Angst „brachial“ Politik zu machen, um sich mittels Schreckensszenarien der rationalen Begründung der eigenen Politik zu entheben. Die Bundeskanzlerin sollte aus ihren Erinnerungen die richtigen Lehren ziehen.

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