Dissertation Drostens offenbar 17 Jahre verschwunden: Rätsel um die Doktorarbeit!

Noch bis mindestens Ende Juni war die Doktorarbeit von Christian Drosten offenbar nicht auffindbar. Wir hatten hier berichtet: https://www.watergate.tv/wer-ist-drosten-wirklich-seine-doktorarbeit-ist-unter-verschluss/. In der Frankfurter Universitäts-Bibliothek wurde damals lediglich das Inhaltsverzeichnis einer Schrift gefunden, jedoch nicht die ganze Dissertation. Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) führte für die Jahr 2000 bis 2003 keinen Eintrag für Christian Drosten auf. Bei der DNB sind aber alle Hochschulschriften anzumelden. Auch in der „National Library of Medicine“ war die Dissertation nicht zu finden.

Der auf Wissenschaftsbetrug spezialisierte Naturwissenschaftler Dr. Markus Kühbacher kam inzwischen zu dem Schluss, dass die Dissertation Drostens bis zum Sommer 2020 an keiner Bibliothek vorhanden war. Auch in keiner einzigen deutschen Universitätsbibliothek war ein Exemplar seiner Dissertation auffindbar, so die Ergebnisse Dr. Kühbachers. Kühbacher war eigenen Angaben zufolge seit April dieses Jahres auf der Suche nach der Dissertation Drostens und blieb monatelang erfolglos.

Forscher hat nun Einsicht in Exemplar gehabt

Innerhalb der letzten drei Wochen soll Dr. Kühbacher nun endlich die Einsicht in ein Exemplar der inzwischen stark nachgefragten Dissertation gelungen sein. Das Prüfungsverfahren laut der damals gültigen Promotionsordnung soll mit der Disputation (mündliche Prüfung) zur Verleihung des Doktorgrades am 22. März 2003 erfolgreich beendet worden sein. Der 22. März 2003 jedoch war ein Samstag – ein ungewöhnlicher und unglaubwürdiger Tag für eine Disputation.

Tatsache sei, so das Ergebnis Kühbachers, dass die Dissertationsschrift 17 Jahre lang von 2003 bis zum Sommer 2020 nicht veröffentlicht worden war, obwohl die Promotionsordnung eine solche Veröffentlichung explizit forderte. Auch ist in diesem Zeitraum kein einziges Druckexemplar der Dissertation in den Bestand der Universitätsbibliothek Frankfurt aufgenommen und katalogisiert worden, so Dr. Kühbacher. Dies sei erst vor wenigen Wochen in diesem Sommer geschehen.

Auch die Deutsche Nationalbibliothek habe erst vor Kurzem zwei kopierte Exemplare der Dissertation erhalten, so Kühbacher. Als Beleg führt der Wissenschaftler die Signaturen der inzwischen an den beiden Standorten der Deutschen Nationalbibliothek, in Frankfurt und Leipzig einsehbaren Exemplare an: Diese datieren aus dem Jahr 2020.

Auch ein anderer Forscher, Doz. Dr. Stefan Weber, hat für seinen Blog „plagiatsgutachten.com“ den „Publikationskrimi“ untersucht. Der Gutachter hat sich nun offenbar über Wochen mit dem Fall beschäftigt. Sein Statement: „Es gibt eine Doktorarbeit. Aber nicht aus dem Veröffentlichungsjahr!“ Dabei bezieht er sich (ebenfalls) auf die Signaturen der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main: Die gebundenen Exemplare haben demnach die Signaturen D 126/1286 sowie D126/1342. Die jeweilige Nummer D126 deute auf das laufende Jahr, so ein Vergleich mit anderen Arbeiten. So wird eine Dissertation eines anderen Autors aus dem laufenden Jahr aufgeführt, die mit der Signatur 126/1459 versehen ist. Damit stellten sich erhebliche Fragen:

Natürlich kann es sein, dass die Dissertation von 2001 neu gedruckt und aufgenommen wurde. Dies jedoch wird wohl in der Regel nicht fast 20 Jahre später geschehen. Zudem stelle ich die Frage, ob die Exemplare aus diesem Jahr 2020 und von 2001 vollkommen identisch seien. Immerhin hält der Autor dieses Blogs fest, dass es im Jahr 2000 einen Zeitschriftaufsatz „Evaluation of a new PCR assay with competitive internal control sequence for blood donor screening“ geben würde, bei dem sich die Frage stellt, ob dies bereits der in der damals gültigen Promotionsordnung vorgeschriebenen „Veröffentlichung in einer Zeitschrift“ entspreche. Dagegen spricht, dass das Papier Teil der Dissertation wurde, worauf auch hingewiesen würde. Dies könne also nicht die Veröffentlichung der Dissertation selbst sein. Es bleibt spannend und wir verfolgen den Fall.

Quelle

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