Blackbox KW 41 – Anarcha-queer-feministische Wohnkultur

Von Stephan Paetow

In Berlin wird wieder gerangelt, die SPD diskutiert die Frage: Ist Olaf Scholz ein Reicher? Und wegen Corona werden bei uns inzwischen schon die Schlagersänger verrückt …

Nach der Begehung des „anarcha-queer-feministischen Hausprojekts“ (Selbstdarstellung) Liebig 34 in Berlin dokumentierten Berichterstatter Zustände, gegen die selbst die Unterkünfte der Leiharbeiter von Tönnies als akzeptabel gelten würden. Wenigstens wurde nun endlich mit dem uralten Klischee aufgeräumt, dass Frauen generell zum gepflegten Nestbau neigen. Gut, dass die Unterbringung der Evakuierten dem Berliner Senat keine Probleme bereitet, denn wie heißt es (nicht nur) in Berlin: #wirhabenplatz.

♦ „Zwölf brennende Autos, zerstörte Fensterscheiben, Rangeleien, 18 Polizisten verletzt“ notierten Reporter über die Randale am Abend nach der Räumung unter dem Motto „Stadtpolitik – Wohnraum für alle“. Die Berliner Polizei prüfte sogar, ob sie wegen der „fortgesetzten Begehung von Straftaten“ die Antifa-Demonstration auflösen sollte. Aber der entscheidungsfreudige Einsatzleiter, der die große Corona-Demo im Sommer wegen Nichteinhaltung der Abstandsregeln flott beendet hatte, war wohl im Sonderurlaub. Also durfte weiter gerangelt und gezündelt werden.

♦ Weil wir keine wirklichen Probleme haben, kann sich unsere politische Führerschaft ausgiebig mit diesem Corona beschäftigen. Dr. Angela Merkel prophezeit 19.200 Infizierte täglich (oder war‘s wöchentlich?), Dr. Wolfgang Schäuble ruft unter Strafandrohung von bis zu 25.000 Euro die Maskenpflicht im Parlament aus, der Berliner darf nicht mehr in Brandenburg übernachten, der Bayer nicht mehr nach Frankfurt reisen. Selbst für die Berliner Partykids gilt: Um 23.00 Uhr Licht aus! Ab ins Bett! Denn „die Zeit des Feierns ist vorbei“ (Bürgermeister Müller). Dafür dürfen die Ballermann-Lokale auf Mallorca bald wieder Gäste empfangen. Das ist europäische Regierungskunst vom Allerfeinsten.

♦ Unser Leibarzt Dr. Drosten empfiehlt, sich vor dem Verwandtenbesuch an Weihnachten oder vor einem Urlaub vorsorglich eine Woche in freiwillige Quarantäne zu begeben, der Virologe Hendrik Streeck warnt hingegen vor Panikmache und mahnt zur „faktenbasierten Ruhe“. Und Kassenarztchef Andreas Gassen sieht allerorten „falschen Alarmismus“ und hält Reisebeschränkungen und Sperrstunde für nicht effektiv.

♦ Ist es da ein Wunder, dass ein einfacher Schlagersänger von der Straße langsam die Orientierung verliert? Und der Bundesregierung „bezüglich der angeblichen Corona-Pandemie und deren resultierenden Maßnahmen grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und des Grundgesetzes“ vorwirft?“ Und hilft die schnelle Reaktion von RTL („Davon distanzieren wir uns ausdrücklich.“) wirklich weiter? Jetzt sollen Bushido („Reicht mit euch Aluhüten“) und andere Psychologen versuchen, des Wendlers Irrungen zu erklären.

♦ Jedenfalls ist es statistisch wahrscheinlicher, dass ein Hausmann beim Putzen tot von der Leiter fällt, als dass Sie, verehrte Leser, an Corona zugrunde gehen. Selbst die glaubensfesten Faktenfinder der Tagesschau, streng wie die iranische Religionspolizei, mussten bei der Überprüfung von gefährlichen Fake News zugestehen, dass die Todeszahlen durch Covid-19 eigentlich nicht für die öffentlich-rechtliche Berichterstattung taugen – sie würden den Zuschauer nur weiter verwirren. Schließlich war doch gerade erst hochoffiziell von der Tagesthemen-Kanzel verkündet worden, dass der positive Covid-Test bei Donald Trump „eine zynische Antwort der Natur auf seine bizarren Lügen und die endlose Irreführung“ ist.

♦ Der 74-jährige US-Präsident steht, nachdem er diverse Medikamenten-Cocktails durchprobiert hatte, längst wieder auf dem Balkon des Weißen Hauses („Das Wunder von Maryland“) und pfeift auf die journalistischen Analysen aus Germany.

♦ Das Rede-Duell zwischen US-Vize Pence und Kamala Harris war so spannend wie die Rede von Frank-Walter, dem Spalter, zur Deutschen Einheit (Die Welt: „Einheitsfeiern in Vollnarkose – So schlimm war es lange nicht.“). Ein CNN-Reporter hätte am liebsten die Mikrofone ausgeschaltet. Am Ende machte eine Fliege auf dem Kopf von Mike Pence mehr Schlagzeilen als jede Aussage von Kamala Harris.
Das zweite Duell sollte nur digital stattfinden. Mit Joe Biden voll verdrahtet aus seinem Keller zugeschaltet. Aber nicht mit Donald, der will seinen Herausforderer im Ring sehen – oder gar nicht.

♦ Irritierende Überschrift zum Bombenleger von Köln: „Maskierter deponiert vermeintlichen Sprengsatz in Zug – Festnahme“. Sind wir denn nicht alle maskiert?

♦ Immer wieder loben wir hier die deutsche Juxtiz, die auch in schweren Zeiten Kurs hält. Unter den vielen weisen Richtsprüchen, die unser tägliches Zusammenleben erst möglich machen, scheint uns dieses vom Düsseldorfer Amtsgericht richtungsweisend: Ein 17-jähriger „afrikanischstämmiger“ (Presse) Jugendlicher, der bei den Rheinbad-Krawallen in Düsseldorf (Schwimmbad musste mehrmals geschlossen werden) einer Bademeisterin drohte „Ich töte dich“, muss zur Strafe am Lese-Projekt „Krisen-Situationen – wie gehe ich damit um?“ teilnehmen. Anschließend soll er einen Aufsatz unter besonderer Berücksichtigung eines Opfers schreiben.

♦ In Syrien, Libyen und Bergkarabach setzt Erdolf, der Schreckliche, auf Drohnen aus eigener Produktion (Produktname: Flügbümms). Da stellt sich doch die rhetorische Frage, wo die Kohle für die Produktion der teuren Teile her kommt. Hat etwa EUropa mitgebombt?

♦ Keine Frage beschäftigte die Spezialdemokraten in den letzten Tagen so wie diese: Ist Olaf Scholz reich? Vom Gehalt her (30.000 Euro/Monat) kommt Familie Scholz gerade so zurecht, wie viele SPD-Wähler in staatlichen Ämtern und Würden auch. Augenblicklich kann er wegen Corona sogar etwas (Friseur) sparen.

♦ Der masochistische Wähler darf sich nach Zwangsvermaskung und Gelegenheitsquarantäne darauf freuen, im nächsten Jahr noch schärfer rangenommen zu werden. Heizen und Tanken wird deutlich teurer. Inzwischen ist schon der Kauf eines E-Autos billiger (Opel Mocca für 35 Euro/Monat), als damit zu fahren …

♦ Das wurde aber auch Zeit! Im Ulmer Münster kommt endlich das Krippenspiel weg. Ein Künstler hatte vor hundert Jahren einen der Heiligen Drei Könige „mit wulstigen Lippen, Körperfülle und Goldreifen an den nackten Fußknöcheln“ dargestellt – statt rank und schlank, mit schicken Sneakers. Deshalb soll in diesem Jahr auch die Weihnachtsgeschichte nach Lukas erzählt werden, und in der kommen die Heiligen Drei Könige gar nicht vor. Cancel Culture nach Lukas, großartig! Wenn erstmal das Evangelium nach Eckardt (Katrin Göring-E. erzählt darin von Samariterinnen und Sankt Martinas Mantel) fertig ist, können sie dann richtig umdekorieren in Ulm und um Ulm und um Ulm herum …

♦ Ja mei, des war wieder eine Gaudi beim Oktoberfest in Quingdao! Ohne Söder und ohne Masken, dafür mit viel Bier und Schweinsbraten.


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