“Rekord” bei “neuen Fällen in Deutschland? Oder ein Irrtum?

Wenn Sie am Donnerstagvormittag die Schlagzeilen gelesen haben, dann schleicht sich möglicherweise etwas Panik in die Wahrnehmung. Die Schlagzeilen gehörten einem “traurigen Rekord” – mit mehr als 9.000 Fällen an einem einzigen Tag. Ist Deutschland insgesamt ein neuer Hot Spot? So, wie sich die Zahlen zunächst lesen, sieht es danach aus. Tatsächlich aber stellen die Zahlen bei weitem keinen “Rekord” dar. Denn anders als dargestellt kommt es nicht auf die absolute Anzahl an “Fällen” an. Die “Fälle” selbst werden lediglich entdeckt. Es kommt auf den Anteil der “Fälle” bei den jeweiligen Tests an. Die Positiv-Rate in Deutschland liegt derzeit im Durchschnitt der vergangenen Tage bei weniger als 3. Zu Hochzeiten hatte der Anteil der “Fälle” an den Getesteten bei 8, 9 und bis zu 11 betragen. Das heißt: Die Anzahl der Fälle steigt gegenüber März / April nicht und ist auch nicht rekordverdächtig.

Allerdings steigt auch die relative Anzahl an Fällen bezogen auf die Anzahl der Tests – daran gibt es keinen ernsthaften Zweifel. Die Zahlen werden mutmaßlich auch in den kommenden Tagen – auch relativ – noch steigen. Die Maßnahmen haben schon im März wenig gebracht.

Maßnahmen – nicht effektiv?

Sie erinnern sich: Die Zahlen im März begannen bereits zu sinken, als die großen Maßnahmen getroffen worden sind. Die Vorstellung, Deutschland wäre – wegen der Maßnahmen – besonders “gut” durch die Krise gekommen, ist ohnehin falsch. Tatsächlich dürfte diesem Land geholfen haben, dass die Wohnsituation nicht beengt ist wie teils in Südeuropa. Tatsächlich dürfte dem Land geholfen haben, dass die Krankenversicherung überhaupt zugänglich ist und nicht – wie seit jeher und nicht “seit” Trump – wie in den USA praktisch zahlreichen Menschen nicht zur Verfügung steht. Das hatte und hat zur Folge, dass, wer krank ist, zu Hause bleiben kann und dennoch weiterhin Geld erhält. In ärmeren Ländern schleppen sich Menschen an die Arbeitsstelle.

Dennoch: Die Zahlen steigen. Dies allerdings ist jahreszeitlich bedingt gleichfalls erwartbar gewesen. Die Menschen halten sich stärker in geschlossenen Räumen auf. Genau darauf zielen jetzt allerdings auch die nächsten Maßnahmen ab – wir dürfen gespannt sein, ob dieser Schuss nicht massiv nach hinten losgeht.

Quelle

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