Oktober-Überraschung schlägt zurück

Von Roger Letsch – 23. Oktober 2020

So eine Oktober-Überraschung zu organisieren ist nicht so einfach. Dem Biden-Laptop, welchem wir seit einer Woche fast täglich neue delikate Nachrichten verdanken, etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen, erfordert Phantasie. Natürlich versucht man es! Da ist zum Beispiel Trumps „Geheimes Konto in China“. Dafür hatte man extra den Experten für als Schmeicheleien verpackte Ohrfeigen aus dem Ruhestand geholt. Obama: „Könnte ihr euch vorstellen, ich hätte ein geheimes Konto in China gehabt als ich wiedergewählt werden wollte?“ Doch soweit ich weiß, betrieb Obama auch vor seiner Amtszeit nie ein Hotel in China. Ja, von ihm ist überhaupt keine Auslandsaktivität bekannt, die ein Auslandskonto erfordert hätte – warum sollte er also ein Konto dort haben? Obama war nie in der freien Wirtschaft tätig, wo sowas schon vorkommen kann.

Das fragliche Konto gehört auch nicht Trump selbst, sondern der „Trump International Hotels Management L.L.C.“, seiner Holtelverwaltungsfirma. Ebenso „gefunden“ wurden ein Konto in Irland und eins in Schottland, wo sie zu Trumps jeweiligen Golf-Ressorts gehören. Wie die superschlauen Oktober-Überrascher das mit Trumps supergeheimem China-Konto herausgefunden haben? Dies gehe aus der Analyse von Trumps Steuerunterlagen hervor, berichtet die New York Times. Die allergeheimsten Konten für krumme Geschäfte sind bekanntlich die, von denen das Finanzamt offensichtlich Kenntnis hat und sogar den Kontostand kennt. Wie clever! Wir staunen und lernen: geheim ist ein Konto nicht, wenn man darüber am Fiskus des jeweiligen Landes vorbei Geschäfte macht, sondern wenn die amerikanische Mainstreampresse nicht regelmäßig die Kontoauszüge zu sehen bekommt. Für die meisten Leser wird es jetzt ziemlich eng…

Rudi wird entkabelt

Doch wenn der Eselsschwanz schon nicht an Trump haften bleiben will, wie wäre es mit dessen Anwalt, Rudi Giuliani? Hat der nicht gerade den Ermittlungsbehörden von Delaware heikles BLM*-Bildmaterial übergeben, das Hunter Biden einige Probleme bereiten könnte? Warum nicht mit gleicher Münze zurückzahlen? Man habe Filmmaterial, so raunt der Blätterwald, auf dem Giuliani mit einer Minderjährigen im Hotelzimmer zu sehen ist und der Rudi hat schon die Hand in der Hose…ach, Mist! War auch wieder nichts. Die Minderjährige war 24, Giuliani war gerade interviewt worden und hatte sich nur das Hemd wieder in die Hose gestopft, nachdem Mikrofonsender und das unter dem Hemd entlang geführte Kabel zum Kragenmikro dort hervorgeholt wurden.

Einem Rudi Giuliani beim Entkabeln zuzusehen ist offenbar keine so kompromittierende Meldung wie die metooeske Verwechslung von Kontext und Gelegenheit beim Zoom-Call des Jeffrey Toobin von CNN und New Yorker.

Wenn sogar Ben Dreyfuss vom linken Magazin „Mother Jones“ erklärt, an der Giuliani-Hotel-Geschichte seit nichts dran, was hat man dann noch als Oktober-Überraschung? Nun, da heute erst der 23. Oktober ist, würde ich sagen: noch acht Tage. Da heißt es dranbleiben!

* Biden Laptop Matters

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