„Qualitätsmedien“: Bei den Coronahitlers liegen die Nerven blank

Corona-Demonstranten am 12.09.20 in München (Foto:Imago/ZUMA)

In der „Coronakrise“ erleben immer mehr Bürger den Staat als übergriffiges Monster. Dennoch hält die Mehrheit an dem liebgewonnenen Gedanken fest, es geschehe alles nur zu ihrem Besten. Und es gibt eine Presse, die diesen Irrglauben immer hysterischer zu stützen versucht, auf daß die heutige Mehrheit nicht morgen zur Minderheit werde. Ein besonders ekelhaftes Beispiel lieferte der „Tagesspiegel“. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Wer sich in der Fußgängerzone der oberfränkischen Stadt Hof eine Bratwurstsemmel kauft, darf sie maskiert durch die Gegend tragen. Reinbeißen darf er nicht, solange er sich im Geltungsbereich der Maskenpflicht befindet. Die „Frankenpost„: „Der Biß in die Wärscht kann teuer werden. Maskenpflicht gilt auch bei Hunger. Wer in der Hofer Innenstadt einen Snack verdrücken will, muß dafür die Zone, in der Maskenpflicht gilt, verlassen. Ohne Ausnahme, sagt die Stadt„.

Derweilen in Heidelberg: Verwaltungsgericht Karlsruhe kippt die Maskenpflicht für die Heidelberger Altstadt wegen Unverhältnismäßigkeit. Zum Verdrücken einer Bratwurstsemmel extra von Hof bis nach Heidelberg fahren?

Doch auch das gibt es: „Eine Woche alles dichtmachen – Strobl bringt deutschlandweiten Lockdown ins Spiel„. Der CDU-Bundesvize, Schwiegersohn von Bundestagspräsident Schäuble, Innenminister von Baden-Württemberg und Ehemann der ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, geb. Schäuble, scheint nicht viel von den Expertisen führender Verfassungsrechtler zu halten. Ein zweiter Lockdown wäre verfassungswidrig. Wie sagte doch schon der Herr Schwiegervater sinngemäß? – Die Krise wird die Menschen zwingen, sich zu fügen. Das haben auf der anderen Seite des Atlantiks auch schon ganz Andere behauptet. David Rockefeller zum Beispiel.

Den Vogel schießen gerade die Österreicher ab – und zwar per „Inzidenzwert“. Das verhältnismäßig kleine Land ist in 90 Bezirke unterteilt, von denen 70 weniger als 100.000 Einwohner haben. Der „Inzidenzwert“ ergibt sich allerdings aus einer Hochrechnung festgestellter Infektionen auf 100.000 Einwohner. So kam es, daß für ein Dorf mit ca. 600 Einwohnern bei drei Infizierten ein „Inzidenzwert“ errechnet wurde, der höher ist, als die Zahl der Einwohner. Mit den entsprechenden Folgen für die Dorfbewohner.

Viel größer als Österreich sind die USA. Der dortige Präsident appellierte an seine Landsleute, sich die Lebensart nicht von einem Virus diktieren zu lassen. Die Realität gibt ihm recht. Nirgendwo auf der Welt ist für die bisherigen „Pandemiemonate“ von Januar bis Ende Oktober eine Übersterblichkeit zu verzeichnen. Auch in solchen Ländern nicht, die von Anfang an der Corona-Hysterie nicht anheim gefallen waren, wie etwa in Schweden oder in Weißrußland. In Deutschland liegt die Mortalitätsrate ausgerechnet im „Covidjahr 2020“ leicht unter dem langjährigen Mittel. Inzwischen ist klar wie Kloßbrühe, daß es beim staatlichen Coronatheater nicht mehr um „Infektionsschutz“ geht, sondern um den Machterhalt trotz eines historisch beispiellosen Staatsversagens. Das Infektionsschutzgesetz schützt nicht die Bürger vor den vermeintlich verheerenden Folgen einer inexistenten Pandemie, sondern es schützt ihre Regierungen in vielen europäischen Ländern davor, die Konsequenzen aus ihrem beispiellosen Versagen ziehen zu müssen. Die Frage ist nur noch, wie lange Regierungen diese billige und durchsichtige Nummer weiterhin durchziehen können und welche drakonischen Maßnahmen noch im Busch sind, um sie durchzuziehen. Der bürgerliche Widerstand wächst allerorten. In Augsburg ist es Maskengegnern gelungen, eine Kreistagssitzung im Landratsamt zu „stürmen“. In Berlin sammeln sich Leute zu Hunderten, um demonstrativ ohne Masken durch Einkaufspassagen und über öffentliche Plätze zu ziehen.

Ebenfalls in Berlin erscheint der „Tagesspiegel“ – mit einem Artikel, der an ganz dunkle deutsche Zeiten erinnert. Verfaßt hat ihn ein Julius Geiler ganz so, als sei er scharf darauf, es karrieremäßig noch bis zum Geilleiter zu bringen. Was übrigens der GAU wäre. Gottlob wird ihm das aber nicht gelingen, weil sein Hetzartikel mit der Forderung, Schluß zu machen mit der Toleranz gegenüber „radikalen Corona-Skeptikern“ vor allem eines offenbart: Daß ihm und den anderen existentiell Coronaabhängigen inzwischen der „Arsch“ ganz gewaltig „auf Grundeis geht“. Völlig zu Recht, übrigens.

Bevor ich aber zu seinem Hetzartikel für den „Endsieg über die Corona-Skeptiker“ komme, zitiere ich noch einen sehr weisen Mann, der dieser Tage in einer Diskussionsrunde zum Thema beim „Talk im Hangar“ des österreichischen Senders „Servus TV“ zu bejubeln war: Gerald Hüther, Neurobiologe und Autor. „Das Leben ist nicht kontrollierbar. Das ist ein Wahn, dem wir da folgen, daß wir glauben, wir könnten alles unter Kontrolle kriegen und könnten alles beherrschen. Auf so eine Idee kann man mal eine zeitlang kommen, aber bitte doch nur so lange, bis einen dann dieses winzigste Lebewesen dieser Welt lehrt, daß es nicht geht. Wir sind lebendige Wesen und müssen zur Kenntnis nehmen, daß das Leben nicht von uns gemacht werden kann, daß das nicht von uns kontrolliert werden und beherrscht werden kann. Stellen Sie sich eine Zukunft vor, wie sie sich hier andeutet, wo wir alles kontrollieren, alles beherrschen und die Zukunft für die nächsten fünf Jahre so vorhersehen können, daß da auch gar nichts mehr passieren kann. Wissen Sie, was das ist? – Das ist der Tod! Wenn keine Zufälle mehr auftreten können, wenn es nicht Leid und auch Glück immer wieder auch geben kann, weil das Leben so ist, dann brauche ich nicht mehr zu leben, dann kann ich wie eine Maschine durchackern, dann werde ich ein Automat. Und das möchte ich nicht, daß wir so eine Gesellschaft werden.“ – Chapeau!

Julius Geiler, Kommentator beim „Tagesspiegel“

Eine sich stetig radikalisierende Bewegung an Realitätsverweigerern trifft auf eine überforderte bis unwillige Polizei.„, meint der Kommentator Geiler, Julius. Ehrlich, der Julius ist der letzte, von dem meinereiner sich die Realität vordefinieren lassen würde. „Seit mittlerweile einem halben Jahr erlaubt sich eine kleine, aber laute Minderheit in diesem Land, bei jeder Gelegenheit zu behaupten, dass wir in Deutschland in einer Diktatur leben würden. Das Paradox: die Demokratie macht`s möglich.“ – Völliger Bullshit. Niemand behauptet, daß wir bereits in einer Diktatur leben. Jene kleine, aber laute Minderheit weist lediglich darauf hin, daß wir uns auf dem Weg hin zu einer Diktatur befinden. Warnende Unterstützung bekommt sie dabei von Verfassungsrechtlern, u.a. vom ehemaligen Vorsitzenden des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier. Es ist auch nicht „die Demokratie“, welche diese Demonstrationen ermöglicht, sondern es sind zunehmend Verwaltungsgerichte als letzte Bastion gegen den Totalitarismus von Antidemokraten und wildgewordenen Bürokratiehengsten, die dieses Demonstrationsrecht durchsetzen – gegen den Willen einer politischen Klasse, die lieber per Verordnung statt per Gesetz regieren will. Der Geiler, Julius sollte dann, wenn er die Existenz einer einwandfrei vorhandenen Demokratie belegen will, lieber zu der Frage Stellung beziehen, was von einer politischen Klasse zu halten ist, deren Verordnungen in bereits über 60 Fällen ihrer Verfassungswidrigkeit wegen von Verwaltungs- und Verfassungsgerichten einkassiert worden sind. Außerdem sollte er lieber einmal erklären, was unter demokratischen Gesichtspunkten von einer Kanzlerin zu halten ist, die unter dem Vorwand „Pandemie“ seit Monaten am Parlament vorbeiregiert, um einsame Entscheidungen gerade noch mit 16 Ministerpräsidenten zusammen zu treffen – und wo im Grundgesetz ein Koalitionsausschuß als Entscheidungsgremium vorgesehen wäre. Alsdann sollte er sich fragen, wer hier der Realitätsverweigerer ist: Die „Corona-Skeptiker“ oder er selbst. Erfahrungsgemäß sind aber Hetzer die letzten, die zur Selbstreflexion fähig wären. Um einen Kommentar im „Tagesspiegel“ zu bringen, ist das allerdings auch keine Voraussetzung.

Meinungen (…) müssen ausgehalten werden, ob bei Demonstrationen, auf kruden Verschwörungsblogs im Netz oder im persönlichen Umfeld„, schreibt Geiler, sichtlich bemüht, sich ein pseudodemokratisches Mäntelchen überzuziehen, was er allerdings mit „krude Verschwörungsblogs“ gleich selbst versemmelt. Die Begriffe „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungsblogs“ gäbe es nämlich gar nicht, wenn es nie zuvor Verschwörungen gegeben hätte, weil dann niemand wüßte, was das überhaupt sein soll, so eine Verschwörung. Tatsache ist: Verschwörungen gibt es so lange, wie es Menschen gibt. Krude Kommentatoren gibt es übrigens, seit es Zeitungen gibt. Niemand braucht einen Geiler, Julius, um zu erfahren, was er wohl als „krude“ zu begreifen hat. Beim Kommentar im „Tagesspiegel“ wäre auch ohne die Nennung des Kommentatorennamens offensichtlich, daß es sich um einen „kruden Kommentar“ handelt.

Weil Geiler seine Leser offenbar für etwas beschränkt hält, demaskiert er seine eigene Behauptung, Meinungen müssten ausgehalten werden, sogleich vermittels eines dicken „aaaaber“ als vorgeschoben, um dann offen totalitär zu werden: „Aber es gibt Grenzen. Am Sonntag setzen sich die Demonstranten zum wiederholten Male über polizeiliche Auflagen, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, hinweg. Mit Vorsatz wird die Ansteckung der Mehrheitsgesellschaft in Kauf genommen. Polizisten und Gegendemonstranten werden angegriffen, Journalisten beleidigt, in der Berichterstattung beeinträchtigt und mit dem Tode bedroht. Überraschend ist das nicht. Seit Monaten radikalisiert sich die Bewegung aus Pandemie-Leugnern, Verschwörungsideologen und Skeptikern der Corona-Maßnahmen im Schnelldurchlauf.“ Als Pseudobeleg dafür nennt er dann Attila Hildmann, als ob der repräsentativ sei für die gesamte Bewegung. Der ganze Absatz ist eine einzige Tatsachenverdrehung. Radikalisiert hat sich keine „Bewegung“, sondern die „Bewegung“ tritt ein für die Deradikalisierung der wahrhaft Radikalisierten. Die wiederum sind allesamt in jener politischen und medialen Klasse zu finden, die eine Trendwende von der Demokratie hin zur Diktatur betreiben oder wohlwollend medial begleiten.

Dr. C. E. Nyder - Gesundheitsdiktatur - Bill Gates Angriff auf die Demokratie - Kopp Verlag - 19,99 Euro
Dr. C. E. Nyder – Gesundheitsdiktatur – Bill Gates Angriff auf die Demokratie – Kopp Verlag – 19,99 Euro

Richtig perfide ist die Insinuation in Geilers Behauptung, mit „Vorsatz“ würde die „Ansteckung der Mehrheitsgesellschaft in Kauf genommen“. So ein Satz im Lande der heiligen Minderheitenrechte? Und was für eine Ansteckung? Ansteckung mit einem Virus, das erwiesenermaßen in den seltensten Fällen zu einer Erkrankung führt? Hatten die Demonstranten, bildlich gesprochen, Baseballschläger bei sich, um „mit Vorsatz“ das Immunsystem der „Mehrheitsgesellschaft“ zu Klump zu schlagen? Und wenn: Wie wäre das dann bei der Mehrheitsgesellschaft unter sich, wenn sie sich auf dem Weg zur Arbeit dicht an dicht in der U-Bahn drängelt? Mit Masken im Gesicht, die sehr wenig bis gar keinen Nutzen bieten oder sogar kontraindiziert sind: Ach so, arbeiten zum Steuernerwirtschaften muß man schließlich, demonstrieren aber nicht? Und ob das so ist, beurteilt ein Geiler, Julius im „Tagesspiegel“? – Interessant.

Kein Geiler muß irgendwem verschweigen, welche radikalen Ziele die Radikalisierten mit ihrer „Coronapolitik“ verfolgen. Zusammenfassen lassen sich diese Ziele mit drei Wörtern: The Great Reset. Der wiederum soll nicht aus epidemiologischen Gründen stattfinden, sondern aus wirtschaftlichen, bzw. wegen wirtschaftlicher Interessen. Um die Interessen der von Panikmachern und Grundrechtsschleifern Gepeinigten handelt es sich dabei allerdings nicht, sonder eher um deren Enteignung. Zutreffend könnte allenfalls Geilers offensichtliches Kalkül sein: Wenn schon alle blöd geworden sind, dann kann ich sie auch für blöde verkaufen.

Geilers Schrecken

Innerhalb einer Woche taucht in Minden eine gehängte Schaufensterpuppe mit dem Schild “Covid-Presse” auf, die Museuminsel wird zum Ziel eines kunstfeindlichen Anschlags und das Robert Koch-Institut mit Brandsätzen attackiert. In letzteren Fällen ermittelt der Staatsschutz, einiges deutet auf einen Zusammenhang mit der verschwörungsideologischen Szene hin. Und am Sonntag? Die Polizei ist zunächst mit einer zweistelligen Anzahl Beamter am Alexanderplatz vor Ort. Wenige Minuten nach Beginn eskaliert die Situation, weil die “Querdenker” ohne Freigabe der Polizei einfach loslaufen. Wie bereits bei den Großdemos im August werden die Einsatzkräfte überrumpelt.“ – Wie war das nochmal mit der fehlenden Selbstreflexion der kommentierenden Geilers in dieser geschichtsreichen Republik? Es gäbe keine nachvollziehbaren Gründe dafür, daß eine „gehängte Schaufensterpuppe mit dem Schild `Covid-Presse´“ auftaucht? – Absolut gibt es die. Man schaue sich nur einmal an, mit welchen inhaltsleeren Begriffen die „Covid-Presse“ seit Monaten ihre Leserschaft für blöd verkauft. „Neuinfektionen“: In Wahrheit „neu festgestellte Infektionen“, die nicht zwingend zum Krankheitsausbruch führen müssen und die mit einem PCR-Test „neu festgestellt“ worden sind, der ausdrücklich nicht für medizinische Diagnosen geeignet ist. Für die „Covid-Presse“ allerdings scheint es keinen Unterschied zu geben zwischen „neue Infektion“ und „neue Feststellung“. Das ist nur ein Beispiel. Die kritiklose Übernahme des absoluten Schwachsinnsbegriffs „Inzidenzwert“, das hemmungslose Daherschwadronieren von „kritische Schwelle“ und dergleichen mehr: Der Begriff „Covid-Presse“ ist nur allzu verständlich. Und anstatt sich auch noch larmoyant darüber zu beschweren, sollte die „Covid-Presse“ lieber froh sein, daß bislang nur eine Schaufensterpuppe hing, anstatt sich selbst darüber noch recht künstlich aufzuregen.

Des Lesers Schrecken

Der Kommentar von Julius Geiler gipfelt dann in der folgenden Forderung: … die Politik sollte die zunehmend demokratiefeindlichen Aktionen der Corona-Demonstranten ernst nehmen und dementsprechend Druck ausüben. (…) Schluss mit der Toleranz gegenüber gefährlichen Realitätsverweigerern!“ – Ganz genau. Schluß mit der Toleranz gegenüber gefährlichen Realitätsverweigerern á la Julius Geiler. Das Gefährliche an ihnen ist, daß sie mangels ihrer Fähigkeit zur Selbstreflexion nicht einmal mehr merken, welcher Regierungsform sie das Wort reden: Der Diktatur.

Das noch Betrüblichere ist allerdings, daß das der „Mehrheitsgesellschaft“ heute so wenig auffällt wie eh und je. Henryk M. Broder ist es gewesen, der die richtige Antwort gefunden hat auf die Frage, wie es „damals so weit kommen konnte“: „Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid„. So berichtete es jedenfalls Joachim Steinhöfel in einem Tweet am 7. Oktober 2018. Die Geilers dieser deutschen und ach-so-demokratischen Republik sind eher keine Antifaschisten, sondern achsengespiegelte Faschisten, Minusfaschisten also. „Minus“ ist etwas anderes als „Anti“.

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: