Lockdown 2: Die Hofberichterstattung schleimt wieder

Nun ist er halt da, der Lockdown 2. Entschieden hatte das die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder unter Umgehung des Parlaments. Und das, obwohl in den vergangenen Monaten viel bekannt wurde zum Verhältnis von per PCR-Test als infiziert Identifizierten zu tatsächlich Erkrankten. Es bleibt aber alles beim Alten. Die Panikspiele werden fortgesetzt und der Medien-Mainstream schleimt sämiger als je zuvor. Die Mädch … Medienkritik.

von Max Erdinger

Gott bewahre, daß jemand eine Testmethode entwickelt, die der Öffentlichkeit verkauft werden kann als eine, mit der sich alle multiresistenten Keime identifizieren lassen, die es gibt. Die Leute würden sich Gummihandschuhe überstreifen und eine Maske aufsetzen, ehe sie panisch vom Hochhausdach springen, um sich nicht vor dem Aufprall auf dem Boden der Tatsachen noch mit irgendeinem Ekelzeugs anzustecken. Der Deutsche stirbt gern gesund.

Der angeblich coronainfizierte, tatsächlich wohl etwas verschnupfte Bundesgesundheitsminister scheint nach Einnahme einer Handvoll Globuli das Lager der Todgeweihten wieder verlassen zu haben. Vielleicht hat er sich auch aus sicherem Abstand mit Vitaminen bewerfen lassen. Meinereiner vermißt bundesweites Glockengeläut und kollektive Dankesgesänge auf den Plätzen der Republik. Schließlich haben wir es mit einem hoffnungsspendenden Helden zu tun, der dem Sensenmann ein Schnippchen geschlagen hat. Den Normalsterblichen im Volke darf man ein solches Husarenstück jedoch nicht zutrauen, weshalb die Autokratin im Kanzleramt beschloß, den Hilfsbedürftigen mit einem erneuten Lockdown lebenserhaltend zur Seite zu springen. Die Begeisterung kennt kaum noch Grenzen.

Ganz besonders begeistert ist beispielsweise Frau Margarete van Ackeren, ihres Zeichens „Focus-Online Korrespondentin“. Beim Verfassen ihres Kommentars zum autokratischen Corona-Gipfel muß sie die Kanzlerin wohl übers Wasser watscheln sehen haben. Anders ist die folgende Schlagzeile kaum zu erklären. „Merkel hat die Gabe, Unheil vorherzusehen – diesmal wurde ihr endlich geglaubt„, titelte die zivilreligiös zutiefst Ergriffene.

Momeeent! Ehe „wir“ hier einfach achtlos weiterlesen, bitte ich um einen kurzen Moment der Andacht. Ein jeder von „uns“ sollte sich gewissenhaft fragen, was es über ihn selbst aussagt, daß ihm die Gaben der Kanzlerin bisher noch nicht aufgefallen waren, obwohl er doch so aufmerksam nach ihnen Ausschau gehalten hatte. Danke, Frau van Ackeren!

Das war aber noch nicht alles. Frau van Ackeren wurde von der Erleuchtung nämlich nicht nur ein bißchen gestreift, sondern volle Kanne mitten aufs Hirn getroffen. Und das äußerte sich dann so: „Deutschland fährt das öffentliche und private Leben runter. Radikal. Der beschworene „nationale Kraftakt“ verdient seinen Namen. Endlich ziehen die Ministerpräsidenten und Angela Merkel an einem Strang. Das Land rückt im Kampf gegen Corona zusammen. Der Preis wird dennoch hoch.“ – Sagenhaft. Oben hatten wir also schon die Gabe der Vorsehung, jetzt kommt noch die nationale Kraft dazu, und alle rücken für die eine zusammen. Und weil im Zeitalter der „echten Gleichschalt … stellung“ nicht nur die „Focus-Online-Korrespondentin“ Erscheinungen haben darf, sondern auch ihr Kritiker, erscheint vor meinem inneren Auge das zerstörte Berlin im April 1945, was mich während des Tippens leise die Frage murmeln läßt: „Für die Vorsehung und die nationale Kraft aus der völkischen Geschlossenheit ist kein radikaler Preis zu hoch, stimmt´s Adolf, alte Wursthaut?“ – Zwar wollen Sie nicht wissen, was mir die alte Wursthaut aus dem Jenseits geantwortet hat, aber ich verrate es Ihnen trotzdem. „Hör´ endlich auf mit dem Schwachsinn, du blöder Buchstabenaffe.“ Das war ungerecht. Hätte die alte Wursthaut ja mal der Frau van Ackeren unter ihrem Bärtchen hervor zuraunen können, nicht ausgerechnet mir.

Aber nochmal, damit es auch wirklich jeder versteht – Frau van Ackeren: „Endlich. Deutschland rückt wieder zusammen. Die Regierungschefs haben ihre Eitelkeiten beiseitegelassen und den Weg freigemacht für radikale Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Virus. Die Kanzlerin, die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben sich zu rigiden Schritten durchgerungen, die das Etikett „nationaler Kraftakt“ verdienen.“ – und schon wieder geht mir eine Textanalogie durch den Kopf. „Endlich. Deutschland einig Vaterland. Die Gauleiter haben ihre Eitelkeiten beiseitegelassen und den nationalen Weg freigemacht für radikale Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Welt …“ … ähem … hier müssen wir uns mit einer Handvoll Gendersternchen zur Leerstellenbesetzung behelfen … „der Führer, die Gauleiterinnen und Gauleiter haben sich zu rigiden Schritten durchgerungen, die das Etikett „nationaler Kraftakt“ verdienen.“ – Alter Schwede, das ist heute wieder ein Etikett, das man sich verdienen muß? Dann dauert es bestimmt nicht mehr lange, bis der erste Nationalkraft-Verdienstorden an einen der Ministerpräsidenten verliehen wird. Obwohl: Wahrscheinlich bekommt eine Ministerpräsidentin den ersten. Wegen der echten Gleichstellung. Oder aus einem gleichgelagerten Echtheitsgrund.

Nur, da wird sich kaum noch jemand Illusionen hingeben: Es wird hart. Für viele. Für Künstler, für kleine Unternehmer, für Veranstalter, für Masseure, Hoteliers, Kosmetiker und und und. Die Regierung wird mit weiteren Hilfsangeboten zwar die übelsten Härten abzumildern versuchen. Viele aber wird diese Krise die berufliche Existenz kosten.“ – Und da unsereiner sich keinesfalls irgendwelchen Illusionen hingeben will, fragt er gleich mal nach, wie hart es denn für viele genau werden wird. Kruppstahlhart, etwa? Und wo hätte die Regierung denn die Mittel her, welche es ihr erlauben, Hilfsangebote zu machen, mit denen die übelsten Härten abgemildert werden sollen? Will die nationalkraftsaktige Kanzlerin etwa in ihr Privatschatüllchen greifen? Und was soll eigentlich die Binsenweisheit, daß diese Krise eine Menge trauriger Volksgenoss … Menschen die berufliche Existenz kosten wird? Noch jeder, der vor lauter Panik mit übergestreiften Gummihandschuhen und einer Maske im Gesicht vom Hochhausdach gesprungen ist, hat beim Aufprall auf dem harten Boden der Tatsachen automatisch auch seine berufliche Existenz verloren. Um das zu wissen, braucht nun wirklich niemand eine Frau Margarete van Ackeren. Überhaupt – dieser Name. Die „Focus-Online-Korrespondentin“ wird doch nicht von niederländischen Kollaborateuren abstammen?

Das ist – natürlich – ein extrem hoher Preis. Den aber fordern die Regierenden selbst nicht in freier Entscheidung ein, sondern in einer Art politischer Notwehr. Sie können kaum anders.„, schreibt die „Focus-Online-Korrespondentin“ mit dem verdächtigen Stammbaum. Und Potzdonner, auf einmal hat sie – wahrscheinlich unfreiwillig – etwas ganz Richtiges behauptet. Tatsächlich können die Regierenden gar nicht mehr frei entscheiden, weil ihnen die Sorge um ihr eigenes politisches Überleben im Zusammenhang mit „Pandemie“ die Entscheidungen diktiert. Das ist das ganze Problem mit diesen Leuten. Sie neigen zur Vertuschung von Fehlern. Umso mehr, je größer die Fehler sind, um die es geht. „Tut uns leid, wir haben aus Versehen ein ganzes florierendes Land an die Wand gefahren, soll nicht wieder vorkommen“, ist kein besonders erfolgversprechender Spruch im Hinblick auf eine anstehende Wahl. Zu bekritteln wäre also lediglich die Wahl des Wörtchens „kaum“ vor „anders“. Zu ersetzen wäre das „kaum“ durch ein „nicht“. Alles andere stimmt aber. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Aber dann kommt es knüppeldick im zivilreligiösen Margarete van Buchstabenhagel. Obacht! Hier kommt´s ….

„Die Gabe, Unheil vorherzusehen“

Die Kanzlerin mag sich in diesen Tagen häufiger wie Kassandra fühlen. Die unselige Frau aus der griechischen Mythologie hatte die seltene Gabe, Unheil klar vorherzusehen. Sie erlitt jedoch das Schicksal, dass niemand ihren Warnungen glaubte. Mitte des Monats schon sah Angela Merkel großes „Unheil“ am Horizont, sie sah es glasklar, sie nannte es auch so, sie warnte und warnte, doch man folgte ihr nicht.“ – „cheesers cryst!“, wie die gegenderten Käsehändler*Innen auszurufen pflegen. Die Vorsehung, das Gefühl, der nationale Kraftakt, das Schicksal, die Mythologie, das Unheil … ähem … am Horizont auch noch, Warnung auf Warnung, die Folgsamkeit – Aaaalter! Da fragst du dich wirklich, ob die Frau Margarete van Ackeren ihren Kommentar im Bürgerbräukeller verfasst hat, oder bei den Wiedertäufern von Münster. Ganz harter Tobak.

Es ist aber nicht so, daß eine Frau Margarete van Ackeren im merkelstanischen Herbst nicht noch zu toppen wäre. Die Hammer-Schlagzeile der vergangenen 24 Stunden stammt vom „Stern“ in Zitatform: „Der neuerliche Lockdown funktioniert nur, wenn die Leute ihr logisches Denken ebenfalls beschränken„. Dem Artikel ist ein Video beigefügt. Man sieht die Kanzlerin. Um sie sprechen zu hören, müsste man es anklicken. Wegen eines Anfallsleidens, das sich seit 2005 Jahr für Jahr verschlimmert hat, habe ich es aber unterlassen. Leider weiß ich deswegen auch nicht, ob das Zitat von ihr stammt. Zuzutrauen wäre es ihr. Von irgendjemandem im zusammenrückenden Deutschland wird´s wohl stammen, weil es schließlich auf deutsch gemacht worden ist.

Das „Unheil am Horizont“ schlug dennoch zu. Es gibt nämlich noch ein anderes Merkel-Video, dem ich mich doch noch todesmutig stellte. Aufgenommen wurde es im Bundestag. Die Kanzlerin „denkt“ sich in das Virus hinein und erklärt den bundestäglich Versammelten recht einfühlsam, was wiederum das Virus über die Menschheit dächte, wenn es denken könnte. Zum Glück können Sie nicht sehen, wie ich gerade, grotesk zappelnd und Tierlaute ausstoßend, von unter meinem Schreibtisch hervor diese letzten Worte in die Tastatur zu hacken versuche. Hier sind sie: Wie würde das Donald Trump kommentieren? – So vielleicht: „´nough said. Call the ambulance.“

Deutschland Ende Oktober 2020: Deeer Waaahnsinn!

Quelle

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