Elektroautos: Ein Realitäts-Check

Dürfte keine Zukunft haben: das Elektroauto. Bild: Jan Claus / pixelio.de

Glauben Sie mir, ich und die meisten anderen Genossenschaftsmanager im Land würden gerne eine Fülle von Elektroautos sehen. Wenn jedes Mitglied unserer Genossenschaft morgen ein Elektroauto kaufen würde und seine Autos zu unseren Nebenverkehrszeiten langsam aufladen würde, könnten wir wahrscheinlich unsere Stromtarife um 15% senken. Warum ist das so? Weil wir unsere Stromleitungen nicht aufrüsten müssten. Diese Stromleitungen wurden für Spitzenlastzeiten (in der Regel von 6 bis 8 Uhr morgens und 16 bis 20 Uhr abends) entworfen und konstruiert, und wenn man das Auto außerhalb der Spitzenlastzeiten aufladen würden, würden Sie diese Stromleitungen während der Nebenlastzeiten nutzen. Wir müssten den Transformator nicht aufrüsten, da er ebenfalls für Spitzenlastzeiten ausgelegt ist. Dasselbe gilt für Umspannwerke, Übertragungsleitungen und die Kohle- und Gaskraftwerke – alle für den „Spitzenverbrauch“ ausgelegt. Daher sollte die Nutzung von Strom außerhalb der Spitzenlastzeiten der billigste Strom sein, den es gibt, und bei unseren Tarifen für die Tageszeit ist das auch so.

Also ja, ich will, dass Elektroautos erfolgreich sind. Aber manchmal erfordert das, was wir wollen, einen Realitäts-Check. Ob es also Elektroautos sind, was ich will, oder eine kohlenstofffreie Welt, was die Befürworter des Green New Deal wollen – beide Gruppen brauchen einen Realitäts-Check. Ich werde später über einen solchen für den Green New Deal schreiben, aber heute … reden wir über einen Realitäts-Check für Elektroautos. Ich glaube im Großen und Ganzen nicht, dass Elektroautos mehr sein werden als Nischen-Autos, und zwar aus folgendem Grunde:

Wir haben uns sehr bemüht, über eine KW-Ladung gegenüber einer kWh-Ladung aufzuklären, und man hat jetzt beides auf seinen Rechnungen. Ein Autoladegerät, das über Nacht langsam auflädt, stellt kein Problem dar, aber wenn man unterwegs ist, wird man nicht 8 Stunden warten wollen, bis das Auto aufgeladen ist. Man wird sich ein Schnellladegerät wünschen. Nun, das bisher schnellste Ladegerät ist ein 500-KW-Ladegerät, das ein Auto in 10 Minuten auflädt. Tesla arbeitet an einem 550-KW-Ladegerät. Wenn man ein Elektroauto mit Erhaltungsladung auflädt, sollten die Batterien etwa 10 Jahre halten, aber wenn man ein Elektroauto schnell auflädt, sinkt die Lebensdauer der Batterien erheblich, und mit 6.500 Dollar pro Stück sind diese Batterien nicht billig.

Stellen Sie sich eine Ladestation anstelle einer Tankstelle vor, die acht dieser 500 KW-Ladegeräte besitzt. Das ist eine Last von vier Megawatt, das ist mehr als alle unsere großen Stromkonten zusammengenommen. Für diese Ladestation brauchen Sie eine Umspannstation, die ohne die Aufrüstung der Übertragungsleitungen zur Speisung derselben 1.000.000 Dollar kosten wird. Auch das wird Hunderttausende kosten, und diese zusätzliche Last entspricht einem neuen Kraftwerk, das Millionen kostet – und nein – Sonne und Wind liefern größtenteils keine zuverlässige Spitzenleistung, sondern nachts als unzuverlässige intermittierende Leistung.

Und für elektrische Groß-LKW* ist es noch schlimmer. Eine laufende Studie in Kalifornien, Oregon und Washington hat eine 10-MW-Ladestation für diese großen LKW projektiert. Wie viele Tankstellen gibt es jetzt in unserem Land dafür? Nun, wenn man sechzig davon auf elektrische 10-MW-Lasten umrüstet, hat man das Äquivalent unseres größten Kohlekraftwerks, und das wird mehr Millionen Dollar an Umspannwerken und mehr Nachrüstungen der Übertragungsleitungen erfordern, was sehr, sehr teuer sein wird. Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass diese 18-Rad-Fahrzeuge mit einer Batterie 500 Meilen zurücklegen werden, aber diese Batterien wiegen 5 Tonnen, die zusammen mit ihren normalen Lasten die in mehreren Bundesstaaten gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für den Schwerlastverkehr auf Autobahnen testen könnten. Ich hoffe wirklich, dass sie erfolgreich sein werden, aber die elektrische Infrastruktur, um dies zu ermöglichen, ist ein sehr großer Berg, den es zu erklimmen gilt, und wird wahrscheinlich mehr Kohlenstoff-basierte Kohle- oder Erdgaskraftwerke erfordern (es sei denn, wir sind bereit, zur Kernenergie überzugehen).

[*electric 18-wheelers ist hier mit Groß-LKW übersetzt. Um eine Vorstellung zu bekommen, was das ist, schaue man hier. Da wirbt BMW für so etwas, doch steht diese Werbung in krassem Gegensatz zu diesem Beitrag. Anm. d. Übers.]

Einige haben theoretisch argumentiert, dass man durch die Umkehrung des Stromflusses von Zehntausenden von Autos ins Netz zu Spitzenzeiten das Netz nivellieren und weitere Spitzenkraftwerke vermeiden könnte. Mit anderen Worten, das Netz würde die Ladung der Autobatterien nutzen, so dass der Besitzer seine Batterie vor der Fahrt wieder aufladen müsste. Das Problem mit dieser Theorie ist, dass die Leute wahrscheinlich nicht 40.000 bis 80.000 Dollar für ein Elektroauto ausgeben werden, um das Stromnetz auszugleichen. Wenn sie so viel Geld ausgeben, dann nur, um das Auto zu fahren.

Die Systemspitzen treten an den heißesten und kältesten Tagen des Jahres auf. Wenn man an diesen Tagen mit dem Auto fährt und die Heizung oder Klimaanlage benutzt, wie viel überschüssige Batterieenergie benötigt man dann voraussichtlich zum Aufladen des Netzes? Es sind diese heißesten und kältesten Tage, die bestimmen, wie viele Kraftwerke wir benötigen. Ich glaube nicht, dass der Rückfluss eine vernünftige Lösung ist, um diese höheren Spitzen zu vermeiden, die durch Gelände- und Lastwagen im Fernverkehr verursacht werden, die ihre Fahrzeuge während der Spitzenzeiten schnell aufladen.

Solange nicht jemand (entweder unsere Mitglieder oder die Steuerzahler) Geld hat, um diese Schnellladegeräte, Umspannwerke, Übertragungsaufrüstungen und Kraftwerke zu finanzieren, werden sie wahrscheinlich nicht Wirklichkeit werden.

Um der Diskussion über Autos willen sollten wir also die Ladegeräte von einem 500-KW-Ladegerät auf ein vernünftigeres 50-KW-Ladegerät (das ist das Achtfache des Spitzenwertes eines durchschnittlichen Hauses) reduzieren. Dies sind die schnellsten Ladegeräte, die Kansas City Power & Light (KCP&L) in Kansas City installiert.

Diese 50 KW-Ladegeräte laden ein Auto in 93 Minuten auf. Wenn Sie also in diese Ladestation einfahren und noch drei Personen vor Ihnen sind, die jeweils 93 Minuten benötigen,ergibt sich eine Wartezeit von 4 ½ Stunden plus 1 ½ Stunden, um Ihr Auto aufzuladen. Viele der Ladegeräte von KCP&L sind Stufe-2-Ladegeräte. Diese benötigen vier Stunden, um 200 Meilen Fahrzeit hinzuzufügen. Keine schlechte Wartezeit, wenn Sie sich auf dem Golfplatz befinden.

Wie weit kann ich also mit einer Ladung kommen? Wie ich bereits sagte, können diese neueren Elektroautos jetzt bis zu 250 Meilen [ca. 400 km] mit einer Ladung fahren …, es sei denn, man schaltet die Heizung ein. Bloß nicht!. Die Meilen gehen um 25% zurück, wenn man Wärme benötigt. Die Nordstaaten mögen mit diesem Problem kämpfen. Langsam aufladende Ladestationen am Arbeitsplatz könnten längere Fahrten zuverlässiger machen und würden mit der bestehenden Infrastruktur funktionieren, aber wenn man sich darauf verlassen will, um nach Hause zu kommen, müsste es einem selbst gehören.

Es wird geschätzt, dass Elektroautos sechs- bis zehntausend mehr kosten als ein Benzinauto. Diese Autos benötigen 70 % weniger Teile als Benzinmotoren und benötigen 30 % weniger Arbeiter, um sie zusammenzubauen, also verlorene Arbeitsplätze und ein teureres Auto. Positiv zu vermerken ist, dass die Kosten für das Aufladen eines Elektroautos zu Hause viel billiger sind als bei einem Benzinfahrzeug, wenn man kein Schnellladegerät verwendet. Das meiste Kobalt in Lithiumbatterien stammt aus dem Kongo. Der Kongo treibt den Preis für Kobalt weiter in die Höhe und gilt als instabiles Land.

Im Jahr 2012 verlangten die CAFÉ-Normen, dass Autos bis 2025 durchschnittlich 54,5 Meilen pro Gallone fahren müssen. Präsident Trump hat diese Anforderung auf 37 Meilen pro Gallone reduziert. Anscheinend glauben General Motors und andere Autohersteller, dass die Politik entweder bis 2020 oder bis 2024 zu diesen Standard von 54,5 Meilen pro Gallone zurückkehren wird, also bewegen sie sich auf dieses Ziel zu. Der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist die Beimischung einer beträchtlichen Menge an Elektroautos. General Motors geht davon aus, dass bis 2023 20% seiner Autoverkäufe elektrisch sein werden.

Der Green New Deal würde alle Fahrzeuge bis 2030, der vorgeschlagene „OFF Act“ alle Fahrzeuge bis 2035 elektrifizieren. Wenn das geschieht, könnte das Reisen durch das Land zu einem Zirkus werden. Ein Elektroauto ist für ein Pendlerauto sinnvoll, aber für Fahrten quer durchs Land wird man, wenn man nicht die lange Ladezeit in Kauf nehmen will, ein Benzinfahrzeug wollen, wenn man eines finden kann.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/10/30/reality-check-on-the-electric-car/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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