Das RKI, seine Abteilungsleiter und Geschäfte mit PCR-Tests

http://www.reitschuster.de

Der PCR-Test, im Volksmund auch Corona-Test genannt, ist derzeit ein Milliardengeschäft. Umso wichtiger scheint deswegen größtmögliche Transparenz. Im Internet hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Entwickler der heute gebräuchlichen Testvariante, Professor Christian Drosten, an den Tests verdiene. Er selbst bestreitet dies und da es keine handfesten Belege gibt, hat für ihn die Unschuldsvermutung zu gelten und die Gerüchte sind als bösartig zu werten. Umso erstaunlicher ist dagegen eine andere Verbindung, die jetzt der Berliner Abgeordnete Marcel Luthe (bis Oktober FDP, jetzt parteilos) ans Tageslicht gebracht hat – über die reitschuster.de exklusiv berichtet und zu der ich heute auch in der Bundespressekonferenz die Regierung befragt habe.

Im Robert-Koch-Institut, das federführend für die Tests ist, gibt es eine Unit – früher hätte man wohl Abteilung gesagt – die eine wichtige Rolle spielt in Sachen Labors: „ZIG 4: Public-Health-Laborunterstützung“, nennt sie sich. Die wird auf der Webseite des RKI wie folgt beschrieben: „Um Krankheitsausbrüche rasch erkennen und ihnen begegnen zu können, sind Gesundheitssysteme auf eine zuverlässige Diagnostik angewiesen.“

Zu den Aufgaben der ZIG 4 gehört demnach:

  • Aufbau und Modernisierung von Laborkapazitäten im Ausland
  • Schulungen von Laborpersonal in Deutschland und vor Ort
  • Entwicklung von „best practices“ für Qualitätsmanagement und Biosicherheit
  • Zusammenarbeit beim Aufbau von mobilen Laboren im In- und Ausland
  • Unterstützung der Ausbruchsbekämpfung im Ausland
  • Generieren und Unterstützung von Forschungsvorhaben zur Stärkung des internationalen Gesundheitsschutzes

Also sehr viel, was mit dem PCR-Test zu tun hat, so zumindest der Eindruck, den die Beschreibung auf der Webseite erweckt. Leiter der „Unit“ ist Heinz Ellerbrok. Luthe fand nun heraus, dass Ellerbrok gleichzeitig Gesellschafter der Firma GenExpress Gesellschaft für Proteindesign mbH ist. Das bestätigte ihm explizit der Berliner Senat auf eine parlamentarische Anfrage hin. Genauer gesagt auf Nachfrage, da sich der Senat erst um eine Antwort drücken wollte (die Kopien beider Antworten finden Sie exklusiv unter diesem Beitrag). Auf der Webseite der Firma steht: GenExpress versteht sich als Dienstleistungsunternehmen, welches sich zudem an spezifischen Forschungsprojekten als Projektpartner beteiligt. Unter „Leistungen der Firma“ wird aufgeführt: „Standards für PCR und Real-Time PCR“. Hier ein Auszug der Leistungsbeschreibung:

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