Ohne Waffen Ruinen und Märkte schaffen

Von Roger Letsch – 16. November 2020

Heute mal die Empfehlung einer Dokumentation von Arte: „Dutertes Methoden im Schatten des Virus“. Und natürlich ein wenig abschweifende Interpretation dazu. Es geht im Video zwar um die Philippinen, aber man muss unweigerlich an Europa denken. Natürlich sind wir hier in jeder Weise besser dran, ich will die Lage der Philippinen rund um Lockdown und wirtschaftlichen Crash gar nicht mit der Situation in Deutschland vergleichen. Aber in wievielen Schwellenländern sind die Maßnahmen der Regierungen wohl ähnlich verheerend? Wie sieht es in Indien, Indonesien, Südafrika, Brasilien oder anderswo aus? Warum hört fast niemand mehr auf die WHO, jetzt, wo sie dringend von erneuten oder generell längeren Lockdowns abgeraten hat, weil bei der WHO jedem klar ist, dass die „Heilung“ schlimmer sein kann als die Krankheit? Die Maßnahmen in Manila sind ähnlich wie unsere, nur die Mittel unterscheiden sich deutlich. Noch. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Und falls sich jemand fragt, wer nach der Krise der Wirtschaft am Boden liegenden Ländern wie den Philippinen unter die Arme greifen wird, der muss nur nach China und zur neu gegründete RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) schauen. Und diese Hilfe wird mit Forderungen nach wirtschaftlichem Entgegenkommen verbunden sein, das ist so klar wie eine Wan-Tan-Suppe.

Welches Land wird sich leisten können, diese Hilfe dann auszuschlagen? Soll man anderswo um Hilfe bitten? In der EU vielleicht? Zerstritten und mit sich selbst beschäftigt, bekommt es die EU nicht mal hin, Großbritannien ein Abkommen mit ähnlichen Konditionen wie Kanada anzubieten und wird nach der Krise erst recht mit sich selbst und damit beschäftigt sein, seine Währung vor dem Kollaps zu bewahren und das Zentralbankgeld wieder einzufangen, was aktuelle vor allem in Aktienmärkte und Immobilien fließt. Die USA, politisch zerrissen und ebenfalls mit sich selbst beschäftigt, haben gerade (wahrscheinlich) einen Fan, ja, vielleicht geradezu ein Asset der Chinesen zum neuen Präsidenten gewählt und die Russen ziehen gerade die Zugbrücken hoch und versuchen, ihr Pulver trocken zu halten, um ihren Einfluss in den Lücken zu festigen, die China, die USA und die EU an seiner Peripherie offen lassen.

Wenn Staub und Pulverdampf dieses nichterklärten und als nur kollateral wahrgenommenen Covid-Wirtschaftsweltkrieges verzogen sind, wird es – wie es scheint – wohl nur einen Sieger geben: China. Die Theorie, das Virus sei eigentlich aus einem Labor in Wuhan entkommen oder gar absichtlich freigesetzt worden, halte ich ja immer noch für unwahrscheinlich. Für einen Kampfstoff, so das Gegenargument, tötet es zu wenig und schadet ausgerechnet alten und kranken Menschen, statt Armeen dezimieren zu können.

Doch spinnen wir diesen Faden in der Phantasie mal etwas weiter: wollte man so etwas wie eine „Biologische Neutronenbombe*“ entwickeln, die nicht wirklich umfassend tötet, sondern vor allem Verlässlichkeit zerstört und Handelsketten unterbricht aber die Hauptzielgruppen der Konsumenten verschont, wäre Corona eine verdammt taugliche Waffe, wenn am Ende von zwei, drei oder fünf Jahren und Wellen und Impfstoff-Hoffnungen nur noch ein großer Player dasteht, der sagen kann „Lieferzeit sieben Tage bis drei Wochen“.

Und das Covid-Virus kam ja nicht allein. Es hat einen digitalen Vetter, mit dem es sich die Wirkung teilt. Covid ist für die medizinische Überforderung und für die Angst zuständig. Das andere Virus verbreitet sich durch Bilder, Gerüchte, Meldungen und Maßnahmen über das Internet und wird in erster Linie per Copy & Paste durch Medien und Politiker übertragen, die ängstlich über die Grenzen schauen und nachahmen, was andere Medien und Politiker ihnen vormachen. Das halte ich für die Hauptursache für den vorherrschenden Gleichschritt der Nationen, ebenso wie für die oft erratischen Anpassungsprozesse der Maßnahmen.

Covid-19 hat uns die erste Pandemie beschert, deren Zerstörungskraft sich über Facebook, Twitter und Instagram schneller ausbreitet als durch tatsächliche Infektionen auf einer Clan-Hochzeit. Geht man raus steckt man sich an. Bleibt man drin, steckt man sich im Internet mit der digitalen Variante an, weil entweder nach den neuesten Aluhut-News, der neuesten Verlautbarung aus Kanzlerinnennähe oder dem heutigen, noch warmen Drostenreport gesucht wird. Was bleibt auch, wenn Netflix leergeguckt ist und die nächste Quarantäne – jetzt freiwillig wegen Erkältungssymptomen – droht.

Die originalen Bedrohungen, die biologische wie die propagandistische, wurde auf ihrem Weg aus China um die Welt so oft verändert und mutiert, dass wir heute seltsamerweise nur einen weißen Fleck auf der Covid-Landkarte haben, von dem wir buchstäblich nicht wissen, wie die Lage dort ist: China. Und das obwohl uns klar ist, dass die Angst, die Panik und auch das echte, das Corona-Virus dort ihren Anfang hatte. Ebenso die autokratischen Maßnahmen, wie sie uns in der Arte-Doku auf den Philippinen begegnen.

Das Video lohnt sich, wenn man es mit etwas Phantasie betrachtet und dabei die Hoffnung nicht verliert.

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* Man muss solch eine „Waffe” übrigens nicht tatsächlich entwickelt haben oder absichtlich oder versehentlich in Anwendung gebracht haben, um faktisch von ihrer Wirkung zu profitieren.

Quelle

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