„Ökozid“ – ARD-Aktivismus in Spielfilmform zur besten Sendezeit

von AR Göhring

Am Mittwoch war „Themenabend“ in der ARD – mit einem Spielfilm über eine zukünftige Klimaklage gegen Deutschland mit einer Heldin Angela Merkel. Anschließend saßen ein Schauspieler, die unvermeidlichen Peter Altmaier und Luisa Neubauer, ein Alibi-Vertreter der Industrie und Maja Göpel bei Maischberger zur einrahmenden Schwatzrunde.

Daß die gebührenfinanzierten Anstalten ARD/ZDF mit all ihren Sendern statt wie früher bunte Vielfalt, mittlerweile eine zeitgeistige Regierungs-PR liefern, ist unter kritischen Geistern Legion. Daß Drittwelt – und Schwellenländer gern auf die ökologische Tränendrüse drücken, um an Transferzahlungen aus den Industiestaaten zu kommen, ebenfalls.

Daher verunderte uns nicht der mit großem Brimborium angekündigte Spielfilm Ökozid, in dem 2034 eine Gerichtsverhandlung von 31 Ländern gegen Deutschland gezeigt wird. Zwei junge Anwältinnen klagen darin im Auftrag von armen Ländern gegen den deutschen Steuerzahler, da Umwelt- und Wetterschäden im globalen Süden dem von Deutschland emittierten CO2 zugeschrieben werden. Den Advocatus diaboli spielt Ulrich Tukur, dessen Darstellung hier verdächtig an den bösen Oberstleutnant der Stasi in Das Leben der anderen erinnert. Zum Schluß tritt noch eine Angela-Merkel-Imitatorin auf, die im Gericht – da ist der Film erstaunlich realistisch – ohne jede Berechtigung einfach ein Plädoyer für die Verurteilung ihres Landes hält und damit widerspruchslos Erfolg hat.

Regisseur und Drehbuchautor ist Andres Veiel, der „als einer der profiliertesten Vertreter einer politisch engagierten Kunst“ gilt, wie Wikipedia weiß. Im Klartext: Der Mann hält sich ans Zeitgeist-Drehbuch und liefert die Erzählung zur Interessenspolitik der tonangebenden Milieus. Als Berater für das Drehbuch fungierte unter anderem ausgerechnet Jürgen Resch, der Chef der Deutschen Umwelthilfe. Das ist der Abmahnverein, der unrealistisch niedrige Grenzwerte für den Dieselmotor half durchzusetzen und so den Betrug mit der VW-Software mitverursachte. Resch ist den Leitmedien schon lange als bestverdienender Vielflieger bekannt, der ähnlich wie Frank Asbeck die Ökopanik nutzte,  um reich zu werden.

Man darf gespannt sein auf die Einschaltquoten, sodenn sie noch vertrauenswürdig sind. Der Streifen zeigte nur wenig „menschelnde“ Sequenzen, sondern überwiegend dröge Gerichtsaalszenen, in denen über Zertifikatspreise debattiert wird. Einzig Ulrich Tukurs cholerischer Rechtsanwalt, der vom „neutralen“ Richter häufiger pampig angegangen wird, liefert etwas Würze.

Nach dem Film lud Sandra Maischberger zur Diskussionsrunde, in der aber nur ein einsamer Interessensvertreter der Industrie ein klein wenig Symptomkritik an der ansonsten vorgegebenen apokalyptischen Weltsicht äußern darf. Dazu Luisa Neubauer, die, herablassend aber redegewandt wie immer, ÖR-Dauergast Peter Altmaier angeht.

Eigentlich interessant ist aber ein Interview Maischbergers mit dem ehemaligen Präsidenten der islamischen Republik der Malediven, der aus dem Jammern fast gar nicht mehr herauskommt, weswegen Maischberger Schwierigkeiten hat, mit ihren Fragen zu Wort zu kommen. Man fragt sich danach, was die Malediver eigentlich wollen, da sie ja auch von wohlhabenden Westlern leben. Müssen europäische Steuerzahler immer mehr Transferzahlungen an Klima-Akademiker und angeblich unter CO2 leidende Süd-Staaten zahlen, sinkt der Wohlstand und die Gäste bleiben aus. Aber der Ex-Präsident favorisiert wohl schnelle Milliardenbeträge ohne Gegenleistung statt freiwillige Zahlungen gegen Dienstleistungen. Insofern unterscheidet sich der maledivische Politiker nicht von Nutznießern der Klima-Erzählung in ARD und ZDF.

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