Leopoldina und RKI fordern einen harten Lockdown – Bundesländer reagieren

Von Alexander Wallasch

Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert einen harten Lockdown mit weiteren Einschränkungen unterstützt vom Robert-Koch-Institut. Sachsen hat bereits reagiert.

Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert einen harten Lockdown mit weiteren Einschränkungen unterstützt vom Robert-Koch-Institut. Sachsen hat bereits reagiert.

Der Internetauftritt der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, zeigt auf einer Seite ein Portät der Bundeskanzlerin, fotografiert auf eine Weise, wie in früheren Zeiten Bundespräsidenten: Der gute Mann sollte Zuversicht ebenso ausstrahlen wie Väterlichkeit mit einem „wird schon, wird schon“, in den Mundwinkeln.

Ein wirkmächtiges Foto von Angela Merkel, so detailscharf, dass die blassrötlichen Stellen auf der Haut erkennbar sind unmittelbar über einer dunkelgrünen Halbedelsteinkette  – Volledelstein hätte möglicherweise zu distanziert gewirkt, also nimmt man, was sich jede Frau leisten könnte. Gerötete Stellen, die ausschauen, als hätte sich die Bundeskanzlerin vor dem „Cheese“ des Fotografen noch nervös gekratzt. Nein, nicht jeder sieht dieses Detail auf Anhieb, aber sie wirken unterbewusst nach, schaffen Nähe. Ob nun zufällig oder inszeniert – aber kann man solche Flecken überhaupt inszenieren? – jedenfalls bis hin zu dem um einen halben Zentimeter über den Punkt gereckten Hals und dem wenige Milimeter schiefgestellten linken Mundwinkel – ein fotografisches wie propagandistisches Meisterwerk: „Lichtgestalt für jedermann“ könnte der Arbeitstitel gewesen sein.

Zeit zum Lesen „Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen Warum aber wird Angela Merkel auf der Webseite der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Akademie so herausragend präsentiert? Sie gratulierte zum zehnjährigen Jubiläum des Vereins als „Akademie der Wissenschaft“, zu der die Leopoldina 2008 ernannt wurde. Für die ausgebildete Physikerin Angela Merkel ist die Akademie „Herz und Stimme der deutschen Wissenschaft“. Für die Bundeskanzlerin ist die Leopoldina außerdem „Impulsgeberin in der öffentlichen Meinungsbildung.“ Und sie pflegt nach Selbstbekunden einen „engen Austausch mit der Nationalakademie“. Die Akademie berät zudem die G7- und G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Wissenschaftsfragen, heißt es weiter.

Gemeinsam mit Christian Drosten und RKI-Chef Lothar Wieler richten Experten der Leopoldina am Sonntag einen, wie unter anderem der Spiegel schreibt, „dramatischen“ Appell an die Politik dahingehend, dass das öffentliche Leben bis mindestens 10. Januar weitgehend ruhen solle. In der Politik selbst machte sich bereits einmal mehr der Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten medial bemerkbar, als Karl Lauterbach in den düsteren Herbsthimmel orakelte, es werde weitere 25.000 Tote geben. Eine obszöne Zahl, x-mal so viele Opfer wie bei 9/11, so viele Tote, wie in Dresden bei den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg getötet wurden sein sollen. Eine Zahl, die sich einer Einordnung entzieht, selbst der, dass in Deutschland Jahr für Jahr auch ohne besondere Vorkomnisse fast eine Millionen Menschen zu Grabe getragen werden.

Die Akademie ist schon seit Bekanntwerden der Pandemie immer wieder beratend tätig. Hautpmotivation für die Dringlichkeit des Appells sollen jetzt laut Medienberichten die „beunruhigend hohen Fallzahlen“ sein. Ziel des Appells der Wissenschaftler aus Halle ist es, „zu hohe Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch (zu) verringern.“, heißt es in einer Online-Stellungnahme der Akademie, die am Dienstag morgen nach Veröffentlichung zeitweilig technisch so überlastet war, das man sie nicht abrufen konnte.

„Fürchtet Euch nicht“ Auch im 16. Jahr der Merkel: Lasst uns Weihnachten feiern Eine weitere Forderung: Die Schulpflicht soll ab 14. Dezember aufgehoben werden. Das war bisher so etwas wie eine heilige Kuh, die Lage ist also noch einmal ernster aus Sicht der Akademie. Auch wird dringend appelliert an die, die noch im Büro arbeiten, wenn irgendmöglich ins Homeoffice zu gehen, bzw. an die Arbeitgeber, Mitarbeitern diesen Gang zu ermöglichen. Das ist für die Leopoldina aber erst Stufe eins. In einer zweiten Stufe soll ab 10. Januar 2021 das öffentliche Leben weitestgehend ruhen im Rahmen eines „verschärften Lockdown“. Alle Geschäfte sollen schließen bis auf jene des täglichen Bedarfs. Die Weihnachtsferien sollen bundesweit bis zum 10. Januar verlängert werden. Und die Akademie fordert die Politik auf, Urlaubsreisen und größere Zusammenkünfte vollständig auszusetzen.

Unterzeichnet wurde der Appell von 28 Wissenschaftlern, darunter der Charité-Virologe Drosten, und weitere Kollegen. Ebenfalls mitgewirkt hat der Leiter der Bundesbehörde Robert-Koch-Institut, was ungewöhnlich ist und womöglich den Eindruck verstärken soll, das sich die Wissenschaft in den Forderungen des Appells weitestgehend einig ist. Und soeben wird aus Sachsen gemeldet, dass das Bundesland ab kommender Woche wieder in den harten Lockdown gehen würde, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer gerade angekündigt hat.

Quelle

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