SPD-Politiker: Nach Lockdown kommt im Januar der Shutdown

Von Karel Meissner am 5. Dezember 2020 Aktuell, Allgemein, Gesundheit, Highlights, Innenpolitik

Nur naive Fans der Regierungspolitik glauben, dass der verlängerte Lockdown am 10. Januar 2021 tatsächlich enden wird. Aber auch jene, die bloß eine weitere Verlängerung befürchten, dürfte der Mannheimer Oberbürgermeister und Präsident des baden-württembergischen Städtetags, Peter Kurz (SPD), jetzt aus ihrer rosaroten Blase zerren.

Kurz fordert nämlich für Januar den harten Shutdown, falls die Corona-Zahlen weiterhin hoch blieben.  Ein solcher Shutdown könne aufgrund höherer Wirksamkeit kürzer ausfallen als der endlose Lockdown. Dem Mannheimer Morgen verriet Kurz sein Exklusiv-Wissen: Dass Shutdown-Maßnahmen nach „zwei Wochen schon Wirkung zeigen würden“. Auch aus ökonomischer Perspektive wäre der Shutdown eine lohnende Alternative zum dauerhaften Lockdown:

„Die wirtschaftlichen Schäden, die man dann ausgleichen müsste, wären auch nicht so hoch wie bei einer andauernden Verlängerung bisheriger Maßnahmen. Und es gäbe für alle eine klare Perspektive, dass nach zwei Wochen dies wieder vorbei wäre.“

Der optimale Termin dafür ist leider schon verstrichen, aber besser bald als nie:

„Die Herbstferien wären im Nachhinein sehr geeignet gewesen. Jetzt käme dafür, wenn man es denn braucht, die Zeit der Ferien im Januar in Frage.“

Sorge, dass die Zahl der positiv Getesteten bis Januar zurückgeht, braucht Kurz nicht zu haben. Innerhalb der Sieben-Tage-Inzidenz liegt Mannheim angeblich bei über 200, und das schon seit Wochen. Daher wird die Stadt innerhalb von Baden-Württemberg eine Avantgarde-Funktion einnehmen, indem sie die nächtliche Ausgangssperre einführt. Zwischen 21 Uhr bis 7 Uhr morgens darf man nur noch als ärztlicher Notfall oder als Gassi-Gänger den Wohnraum verlassen. Damit wird dem nachtaktiven Corona-Virus bestimmt der Garaus gemacht.

Leider müssen solche harten Maßnahmen sein. Schließlich kennt Kurz die Schwächen seiner Bürger:

„Stärkster Treiber des Infektionsgeschehens sind eindeutig private Begegnungen. Wir wissen auch von Kontrollen der Polizei, dass etwa noch Kneipen Gäste durch die Hintertür hereinlassen, es Partys in Wohnungen oder Abendessen in großen Runden gibt.“

Weshalb die Stadt nächtliche Treffen nun gänzlich verbietet.

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