Corona-Maßnahmen erweitern die Macht der Konzerne – Wie wird die „neue Normalität“?

Corona-Maßnahmen erweitern die Macht der Konzerne – Wie wird die „neue Normalität“?

In Medien und Politik ist immer wieder von einer „neuen Normalität“ die Rede, auf die sich die Menschen einstellen müssten. Aber was ist das eigentlich?

Die Frage ist schwer zu beantworten, aber alles deutet darauf hin, dass es sich nicht bloß um eine „neue Normalität“ mit Corona und allen möglichen Einschränkungen handelt. Immerhin wird ja landauf und landab propagiert, dass alles wieder gut wird, wenn nur erst die Bevölkerung durchgeimpft ist. Danach sollte dann ja die „alte Normalität“ zurückkehren können. Aber trotzdem wird überall von der „neuen Normalität“ gesprochen, auf die wir uns einstellen sollen. Aber wie kann die aussehen?

Der Mittelstand wird geschlachtet, die Konzerne werden gemästet

Auch wenn die Regierung davon spricht, die Wirtschaft unterstützen zu wollen, wird ein großer Teil des Mittelstandes und der kleinen Betriebe die Lockdown-Maßnahmen kaum überleben können. Die Nothilfen gehen vor allem an Großkonzerne. Die Gastronomie freut sich, dass sie für das Weihnachtsgeschäft als Entschädigung für die Zwangsschließungen 75 Prozent des Vorjahresumsatzes bekommen soll. Wer dabei seine Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken konnte, der macht damit ein Bombengeschäft.

Aber unsere Politiker wären nicht unsere Politiker, wenn sie dabei nicht in erster Linie an die Großkonzerne denken würden. Die Entschädigungen haben keinerlei Obergrenzen, das bedeutet, dass Konzerne wie McDonald´s und Burger King das Geld auch in vollem Umfang bekommen werden. Und zwar sogar dann noch, wenn sie nebenbei noch an den Außenschaltern weiterhin Essen verkaufen.

Während also kleine Familienbetriebe durch Corona in diesem Jahr gigantische Umsatzeinbußen haben (von Bars, Diskos etc., die in Deutschland seit Monaten geschlossen sind, gar nicht zu reden), und die jetzigen Hilfen dringend zum Überleben brauchen, machen die Großkonzerne das Geschäft ihres Lebens. Das Thema wurde in der Sendung von Markus Lanz am 2. Dezember angesprochen, aber ein breites Medienecho hat es nicht gefunden. Die Medien scheinen das in Ordnung zu finden.

Übrigens: Aus irgendeinem Grund kann ich mir in der Mediathek des ZDF alle Sendungen von Markus Lanz anschauen, aber bei der Sendung vom 2. Dezember bekomme ich eine Fehlermeldung und kann sie nicht abspielen. Es wäre interessant zu wissen, ob das nur bei mir so ist, oder auch bei anderen Lesern, denn das würde bedeuten, dass das ZDF die Sendung still und heimlich entfernt hat. Gleiches habe ich übrigens auch auf der Seite des Focus gesehen. Eine Suche nach Videos davon bei Google unter dem Suchbegriff „Lanz Unterstützung McDonalds“ zeigt ein Video vom Focus an, wenn man es aber anklickt, erscheint die Meldung, die Seite sei nicht vorhanden. Lediglich bei der WAZ-Gruppe habe ich überhaupt einen Artikel gefunden, der diesen heiklen Teil der Lanz-Sendung zumindest am Rande behandelt hat.

Ganz offensichtlich sollen die Menschen in Deutschland davon nichts wissen. Und während offiziell Computerprobleme die Auszahlung der Hilfen verzögern, was einigen Familienbetrieben das Genick brechen könnte, bevor sie das Geld bekommen, können die Konzerne die Verzögerung problemlos verkraften.

Die Finanzmärkte außer Rand und Band

Während alle von der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten reden, stürmen die Börsen von einem Rekord zum nächsten. Wie kann das sein? Normalerweise – so war es immer – fallen die Börsenkurse, wenn die Unternehmen Probleme haben. Und die haben sie trotz aller Wirtschaftshilfen wirklich. Die meisten Konzerne haben derzeit mit Umsatzrückgängen und Gewinneinbrüchen zu kämpfen und manche Branchen machen gigantische Verluste. Trotzdem steigen die Aktienkurse.

Ein Beispiel: Der Kurs der Aktie von Daimler hat sich zwar von Ende Februar bis Ende März von ca. 42 auf ca. 21 Euro halbiert, jetzt steht sie aber schon wieder bei fast 60 Euro. Hat Daimler etwa so gute Geschäfte gemacht, dass das eine Verdreifachung des Konzernwertes begründet? Wohl kaum.

Und das ist kein Einzelfall. Der Dow Jones hat im Dezember neue Rekorde aufgestellt und steht jetzt bei über 30.000 Punkten. Ende März, als die Kurse wegen der Corona-Angst eingebrochen sind, stand er bei unter 20.000 Punkten. Ist die US-Wirtschaft seitdem so sehr gewachsen, dass das einen Anstieg des Wertes der Unternehmen um 50 Prozent erklärt? Wohl kaum.

Am 10. Dezember hat der Spiegel gemeldet, dass das Vermögen der US-Milliardäre während der Corona-Zeit um mehr als ein Drittel gewachsen ist:

„Elon Musk, Bill Gates oder Jeff Bezos: Die Milliardäre in den USA haben ihr Vermögen laut einer Studie seit Beginn der Corona-Pandemie um mehr als eine Billion Dollar (knapp 827 Milliarden Euro) gesteigert. Während das Gesamtvermögen der US-Milliardäre am 18. März noch bei rund 2,95 Billionen Dollar gelegen habe, sei es bis Montag dieser Woche auf mehr als vier Billionen Dollar gewachsen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Denkfabrik Institute for Policy Studies (IPS) und der Organisation Americans for Tax Fairness (ATF).“

Der Spiegel berichtet darüber, aber er stellt dabei die falschen Fragen. Er fragt, ob das US-Steuersystem gerecht ist und rechnet vor, dass die US-Milliardäre mit dem Vermögenszuwachs allein die gesamten US-Corona-Hilfen bezahlen könnte. Das wird natürlich nicht passieren, seit wann werden im Westen die reichen Krisengewinnler zur Kasse gebeten?

Aber der Spiegel fragt nicht, wie es passieren kann, dass die Vermögen der Superreichen so sehr steigen. Das ist ganz einfach, denn diese Leute haben ihr Vermögen nicht unter dem Kopfkissen und nicht alle haben so blendende Geschäfte gemacht, dass das den Vermögenszuwachs erklären könnte. Es liegt einfach daran, dass sie ihr Vermögen in Unternehmensanteilen, also Aktien halten. Und die steigen wie verrückt, wie wir gerade gesehen haben.

Die Zentralbanken schmeißen die Reichen mit Geld tot

Der Grund ist, dass es viel zu viel Geld im System gibt. Seit der Finanzkrise 2008 haben die Zentralbanken die Märkte mit Geld überflutet, die Banken, Fonds und Superreichen wissen nicht, wohin mit all dem Geld, das in die Märkte gepumpt wurde. Daher haben sich die Aktienmärkte (aber auch die Immobilienmärkte) von der Realwirtschaft komplett entkoppelt. Die Kurse der Aktien stehen in keinem Verhältnis mehr zum Gewinn der Firmen, die Preise der Immobilien wachsen schneller, als die Mieten, auch da ist die Rendite also schlechter geworden. Trotzdem muss das Geld irgendwohin und man kauft eben Aktien auch zu völlig überhöhten Fantasiepreisen. Gleiches tun Immobilienfonds mit Immobilien und die Preise von Immobilien sind in den letzten Jahren stark gestiegen.

Da Geld in unserem Finanzsystem von Banken und Zentralbanken aus dem Nichts geschaffen werden kann, stehen den Unsummen, die die Banken im letzten Jahrzehnt ins System gepumpt haben, keinerlei Werte gegenüber. Über das Finanzsystem und seine Probleme habe hier ausführlich geschrieben.

In diesem Finanzsystem entstehen zwangsläufig Blasen und das beobachten wir seit Jahren und jetzt ist es völlig offensichtlich. Für die Wertsteigerungen der Aktien gibt es keine realen Gründe. Schon vor einem Jahr habe ich anhand der Kennzahlen aufgezeigt, dass ein Platzen der Blasen und eine wirklich große Krise nur noch eine Frage der Zeit ist und das sagen auch viele andere Experten, die sich mit dem Thema noch besser auskennen, als ich. Und das war Monate vor Corona.

Man könnte fast meinen, dass Corona kein Zufall ist. Nun steuert die Wirtschaft dank Lockdown auf einen großen Crash zu, den man mit Corona begründen kann, anstatt zuzugeben, dass das System ohnehin zusammenbrechen musste. Das ist natürlich eine Verschwörungstheorie, aber sie liegt auf der Hand.

Und die Politik der Zentralbanken bestätigt das sogar, denn anstatt gegenzusteuern, wird Corona als Grund herangezogen, um noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen, die ohnehin schon nicht wissen, wohin mit all dem Geld. Im Spiegel klang das am 10. Dezember so:

„Mit Macht gegen die Krise: Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet ihre Hilfen für die Corona-geschwächte Wirtschaft im Euroraum massiv aus. Die EZB weitete ihr billionenschweres Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP am Donnerstag um weitere 500 Milliarden Euro auf 1,85 Billionen aus und verlängerte die Käufe bis März 2022.“

Das klingt alles ganz positiv, ist aber brandgefährlich, denn die Blasenbildung wird dadurch weiter verstärkt. Der offizielle Grund ist, dass die EZB die Vergabe von Krediten unterstützen will, aber welche Bank gibt Kurzarbeitern und Kleinunternehmern derzeit Kredite? Und wer braucht derzeit Kredite, um Investitionen zu finanzieren? Wer tätigt denn neue Investitionen, wenn die Geschäfte geschlossen sind und man ums nackte Überleben kämpft? Die Gelder der EZB fließen aber trotzdem reichlich.

Die neue Normalität

Was also erwartet uns in der neuen Normalität? Das ist natürlich Spekulation, aber es gibt Anzeichen, in welche Richtung es gehen könnte.

Beim Weltwirtschaftsforum wird offen über den Great Reset gesprochen, ich habe darüber berichtet. Dort wird recht offen gesagt, dass das Kommende „den Wechsel von Eigentumsrechten erfordert.“ Das bedeutet, dass kleine Unternehmen verschwinden und das Eigentum an die Großkonzerne übergehen wird. So könnte anstelle des Italieners um die Ecke dort demnächst ein Restaurant von Pizza-Hut oder Patio-Pizza eröffnen.

Auch der Tourismus dürfte nach Corona tot sein. Selbst wenn die großen Tourismus-Konzerne dank staatlicher Hilfen überleben, stellt sich die Frage, wie kleine Hotels und Restaurants in den Urlaubsgebieten die Krise und Umsatzausfälle überstehen sollen. Das Ergebnis wäre ein völlig anderes Urlaubserlebnis, wenn man zwar an den Strand geflogen werden kann, aber der Charme der kleinen Restaurants und Tavernen verschwunden ist, weil die alle pleite gegangen sind.

Bill Gates ist meiner Meinung nach nicht der Mann, der hinter Corona steckt. Aber er profitiert davon und er hat sicher aktuell eine Menge Einfluss und Wissen. Gerade hat Bill Gates in einem CNN-Interview davon gesprochen, dass die nächsten Monate die härtesten werden, dass in den USA die Gastronomie für weitere sechs Monate geschlossen bleiben sollte und das Lockdown-Maßnahmen bis 2022 aufrecht erhalten werden sollten.

Wenn das so kommt – und zwar nicht nur in den USA, sondern in vielen anderen Ländern auch -, dann dürfte der Tourismus das kaum überleben.

Hinzu kommt, dass sich nach Corona, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, weit weniger Menschen einen Urlaub leisten können. Und sollte die Zahl der Urlauber zurückgehen, wird es den Massentourismus vielleicht nicht mehr geben. Das klingt nicht schlecht, schließlich ist Massentourismus ein negativ besetztes Wort. Aber der Massentourismus hat billige Urlaubsreisen erst möglich gemacht. Urlaubsreisen könnten also viel teurer werden.

Eine Rückkehr zur „alten Normalität“ mit Uraub, Fernreisen, günstigen Flügen und all dem anderen, was wir kannten, dürfte kaum möglich sein.

Und das Finanzsystem?

Sollte das Finanzsystem weiterhin am Leben gehalten werden, wird die Geldschwemme der Zentralbanken zwangsläufig zu negativen Zinsen führen. Schon vor Corona waren die Zinsen bei Null, nun werden sie weiter fallen. Wenn man aber dafür, dass das Geld auf der Bank liegt, Strafzinsen bezahlen muss, ist der nächste logische Schritt ein Bargeldverbot, damit die Leute ihre Konten nicht leerräumen können.

Wer in diesem Zusammenhang die weltweit geführten Diskussionen über die Einführung von digitalem Zentralbankgeld verfolgt, der ahnt, in welche Richtung es gehen kann. Die Zentralbanken werden elektronische Geldbörsen einführen und man kann dann nur noch zum Beispiel mit dem Smartphone bezahlen. Man hat keine Möglichkeit, den Negativzinsen zu entfliehen und gleichzeitig werden alle Menschen gläsern, weil die Zentralbanken jede Zahlung der Bürger kennen werden.

Das ist nur eine mögliche Entwicklung, aber es ist die, die mir derzeit am Wahrscheinlichsten erscheint. Es kann auch sein, dass man das Finanzsystem zusammenbrechen lässt und wieder zu einer zum Beispiel Gold-gedeckten Währung zurückkehrt. Nur sehe ich dafür keine Anzeichen und es gibt aus Sicht der Entscheidungsträger auch keinen Grund dazu. Eine Gold-gedeckte Währung wäre nicht so leicht manipulierbar, wie die heutigen oder zukünftige digitale Währungen und die Möglichkeiten zur Kontrolle der Menschen sind bei elektronischem Geld viel besser, es spricht aus Sicht der Entscheidungsträger nichts für eine durch Gold oder was auch immer gedeckte Währung.

Daher sehen wir im nächsten Jahr vielleicht eine Revolution an den Finanzmärkten, wenn das Bargeld verschwindet und elektronische Währungen eingeführt werden. Die Folgen davon sind kaum absehbar, aber sie werden jeden betreffen und man wird die nötigen Entscheidungen natürlich mit Corona begründen, nicht mit einem ohnehin vor dem Zusammenbruch stehenden Wirtschafts- und Finanzsystem.

Das Ende der Staaten als Träger der Macht?

Das Weltwirtschaftsforum hat eine Partnerschaft mit der UN geschlossen. Das Ziel ist es, dass die Wirtschaft ihren Einfluss in der UNO auf Kosten der Staaten ausbauen will.

Noch bestimmen offiziell die Staaten die Regeln und Gesetze, auch wenn man weiß, dass das nur noch Fassade ist. In Wahrheit liegt die Macht bereits bei den Konzernen, die sich ihre Gesetze selbst schreiben und ihre Lobbyisten dafür sorgen lassen, dass das in Gesetzesform gegossen wird, was die Großkonzerne wollen. Beispiele dafür gibt es viele. In Brüssel durfte BlackRock die Regeln des von Uschi von der Leyen ausgerufenen Green Deals für die Finanzwirtschaft schreiben. In der Finanzkrise 2009 haben sich die Banken das Gesetz für die Bankenrettung selbst geschrieben. Und letztes Jahr hat Bertelsmann erst eine manipulierte Studie veröffentlicht, um die Politik von der Anwerbung von mehr „Fachkräften“ aus dem Ausland zu überzeugen und schon zehn Monate später wurden die Forderungen von Bertelsmann als Fachkräfte-Einwanderungsgesetz beschlossen.

Das waren nur drei Beispiele, die mir spontan eingefallen sind, die Liste ist natürlich viel länger. Anscheinend reicht den Konzernen diese Macht nicht mehr aus, sie wollen mehr und so versuchen sie über die UNO ihre Macht zu erweitern. Und wenn man sich nun noch in Erinnerung ruft, welch gigantische Schulden die Staaten gerade machen, um die Corona-Hilfen zu bezahlen, dann wird klar, diese hohe Verschuldung bei den Finanzkonzernen die Balance der Macht weiter in Richtung der Konzerne verschieben wird.

Welche Folgen dieser aus all den genannten Punkten folgende Machtzuwachs der Konzerne – oder besser gesagt, einiger Superreicher, denen sie gehören – haben wird, ist noch kaum absehbar. Nur eines ist sicher: demokratisch wird die Welt nicht sein, wenn einige wenige Superreiche die Entscheidungen treffen.

Sicher scheint nur eines: Wir werden uns wohl tatsächlich in einer völlig „neuen Normalität“ wiederfinden.

Quelle

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