Corona: Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt…

Bild: Christian Daum / pixelio.de

Von Günther Leudinger
Hat sie es wirklich? Erinnern wir uns, wie alles begann. Zu Beginn der Corona-Welle wurde China wegen der harten Maßnahmen, die dort zur Eindämmung der Krankheit ergriffen wurden, in unseren Medien massiv angefeindet. Ohne die geringsten Hemmungen zeigten Fernsehsender heimlich aufgenommene Videos von Schwerkranken aus überlasteten Abteilungen in Krankenhäusern. Zum Vergleich: In Deutschland werden Gaffer, die Fotos von Unfällen machen, an den Pranger gestellt. Als es jedoch darum ging, ein ungeliebtes Land schlechtzumachen, kannten unsere Sendemedien offenkundig keinerlei Schamgefühl. Jetzt kommen wir selbst in eine Situation, die dem, was damals China vorgeworfen wurde, schon recht nahekommt. Und diesmal geht unsere eigene Regierung mit drastischen Zwangsmaßnahmen vorneweg. Mit welcher Begründung eigentlich?

Die Corona-Politik der Bundesregierung erhebt den Anspruch, wissenschaftlich fundiert und alternativlos zu sein. Von der Regierung bestallte „Koryphäen“ wie Dr. Drosten oder der RKI-Chef Dr. Wieler fordern Maßnahmen, die sich kaum noch von dem unterscheiden, was man China noch im Frühjahr und Sommer als barbarisch vorgehalten hat. Was jetzt passiert, läuft letztlich auf eine weitgehende Stilllegung der Nation hinaus. Die ursprünglich verbreiteten Beschwichtigungen wie „es geht darum, Weihnachten zu retten“, hat man längst über Bord geworfen. Die Nation wird in einen „harten Lockdown“ gescheucht und notfalls geprügelt. Ein Ende ist nicht abzusehen, denn genauso wie schon Ende Oktober lässt man die Bevölkerung auch jetzt schon wissen, dass die aktuell ergriffenen Maßnahmen möglicherweise ganz sicher auch über den 10. Januar hinaus beibehalten werden. Langfristig werden in Deutschland Millionen Arbeitsplätze und Hunderttausende Existenzen vernichtet.

Bild 1. Todesursachen in Deutschland im Jahre 2018 (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Welche Begründungen gibt es für die ergriffenen Maßnahmen?

Zunächst einmal müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass es im Lauf des letzten Dreivierteljahrs ständig neue, einander widersprechende Begründungen für Maskenpflicht, Schul- und Geschäftsschließungen sowie Eingriffe in grundgesetzlich geschützte Rechte wie das Demonstrationsrecht gegeben hat. Mal sollte die Reproduktionsrate gesenkt werden, dann ging es um die Inzidenzwerte, erst pro Tag, jetzt pro 100.00 Einwohner oder um die Prozentzahl positiver Testergebnisse und der neueste Schrei ist die angeblich zu geringe Bettenzahl in den Intensivpflegestationen. Die hierbei präsentierten Werte hängen jedoch eher von der Zahl der durchgeführten Tests als von der Zahl der tatsächlich Erkrankten ab. Eine klare Linie oder gar eine wissenschaftlich fundierte Begründung der jeweiligen Maßnahmen wurde bisher nicht geliefert. Ein Ingenieur oder Chemiker, der Zahlen auf solcher Grundlage abliefern würde, könnte seine Papier abholen gehen.

Es gibt bis heute keine wirklich aussagefähigen Zahlengrundlagen wie eine systematische Erfassung der tatsächlichen Verbreitung der Krankheit in der Bevölkerung. Zudem ist das verwendete Verfahren – der von Dr. Drosten mit entwickelte PCR-Test – wissenschaftlich nicht unumstritten. Ob er daran verdient?

Dennoch beruft sich die Politik auf „die Wissenschaft“, wozu die bereits genannten Haus-und-Hof-Experten sowie eine Reihe weiterer Professoren zählen, die aus unterschiedlichen Motiven heraus die Regierungslinie stützen. Ob da Gelder geflossen sind? Der verkniffene Regierungspropagandist Prof. Lauterbach, der in jeder nur erreichbaren Talkshow seinen Senf dazugeben darf, sei hier nur am Rande erwähnt. Abweichende Wissenschaftler wie Prof. Streek oder der emeritierte Prof. Sucharit Bhakdi werden dagegen in den Medien systematisch an den Rand gedrängt. Doch welche stichhaltigen, wissenschaftlich überprüfbaren Fakten können die regierungsamtlichen Lockdown-Propheten anführen, welche es erfordern würden, eine Krankheit, die in Deutschland in einem Dreivierteljahr nicht mehr Opfer gefordert hat als die dreimonatige Grippewelle 2017/2018, mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen zu bekämpfen?

Wissenschaft erfordert eindeutige Nachweise

Auffällig an der jetzt laufenden Verbots- und Schließungskampagne ist die Tatsache, dass hierfür keine auch nur näherungsweise gesicherten Messdaten und Zahlenwerte präsentiert werden. Man muss sich doch vor Augen führen, dass die ergriffenen Maßnahmen im Prinzip mit dem Abschuss einer Atombombe auf eine Horde Spatzen vergleichbar sind. Da darf man doch erwarten, dass mithilfe gesicherter Messverfahren nachgewiesen wird, wo in einem Geschäft, einer Fußgängerzone oder einem Bus bei welchen Gelegenheiten und Uhrzeiten welche Belastung der Atemluft mit Coronaviren tatsächlich vorgelegen hat. Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass dies mit heutiger Messtechnik nicht möglich sein sollte. Wenn man solche Schäden anrichtet wie die Politik es jetzt tut, dann muss dafür doch ein wissenschaftlich abgesicherter, gerichtsfest dokumentierter Nachweis vorgelegt werden können. Die bloße Empfehlung eines oder mehrerer Spezialisten, und seien sie in ihren Laboren oder Krankenhäusern auch noch so erfahren, kann hier einfach nicht genügen. Ohne solche Nachweise kann die Regierung weder die Notwendigkeit noch die Verhältnismäßigkeit der ergriffenen Maßnahmen glaubhaft belegen.

Ein Beispiel

In den exakten Wissenschaften zählen der Nachweis und die Dokumentation von Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Dies gilt auch dann, wenn die Zusammenhänge nichtlinear sind und komplexe Wechselwirkungen unterschiedlicher Einflussgrößen zu berücksichtigen sind. Das ist in jeder Wissenschaft Alltag. Als Beispiel sei hier die Dokumentation der Luftbelastung mit NO2 in einem Teil der Stadt München gezeigt, siehe Bild 1. Hier wurden im Rahmen systematischer Messkampagnen sowohl die örtliche Verteilung als die tages- und jahreszeitlichen Schwankungen des NO2-Gehalts auf einigen wichtigen Straßen dokumentiert.

Bild 2. Darstellung der Jahresmittelwerte der NO2-Konzentration im Bereich des am stärksten beaufschlagten Abschnitts der Landshuter Allee in München für das Jahr 2011 (Grafik: BLFU)

Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, dass Deutschland zu Corona mit Vorgaben in der jetzt erfolgenden Schwere traktiert wird, die nicht auf sauber gemessenen Fakten, sondern auf Schätz- und Daumenwerten ohne wirkliche messtechnische Untermauerung beruht. Angesichts von volkswirtschaftlichen Verlusten in einer Größenordnung von weit über einer Billion Euro ist das in keiner Weise zu rechtfertigen. Es ist die Frage zu stellen, warum man nicht spätestens im April entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprogramme aufgelegt und durchgezogen hat. Selbst Beträge von 50 oder gar 100 Mio. Euro wären hier sinnvoll und sogar notwendig gewesen. Besonders im Fokus sollte dabei der öffentliche Personennahverkehr stehen, denn hier werden die Menschen ohne jeglichen Abstand wie Sardinen in der Büchse zusammengepfercht. Und auch wenn ab und zu die Türen aufgehen, so gibt es doch reichlich Bereiche, wo man die Ausdünstungen der Mitfahrer während der ganzen Fahrt weitgehend unverdünnt „genießen“ darf bzw. muss.

Bild 3. Bereits Mitte Oktober lagen die Gesamtkosten der Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung nach einer Meldung in der FAZ bei rund 1500 Milliarden Euro

Ein toter Patient ist natürlich nicht mehr krank…

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass diese Untersuchungen nicht massiv vorangetrieben wurden? Auf der juristischen Seite hat man doch auch die Vorbereitung und die überfallartige Verabschiedung eines radikalen Durchsetzungsgesetzes langfristig und sorgfältig vorbereitet. Aber mit Blick auf der Ausbreitung der Erkrankung wurden anscheinend lediglich Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Corona-Erkrankungen nahelegen, finanziert. Wobei das Ergebnis ja erwartbar war, denn Corona befällt Lungen selbstverständlich umso leichter, je geschwächter die betreffende Person ist.

Was wir statt solcher Trivialergebnisse dringendst bräuchten sind Erkenntnisse, die es ermöglichen, konkrete Infektionsgefahren nach Ereignissen, Orten und Zeiten einzuschätzen und damit die derzeit eingesetzten primitiven Holzhammer-Verbote zu vermeiden. Irgendwie erinnert das jetzige Vorgehen an die sinnfreien, tagelangen Artillerie-Trommelfeuer vor Verdun aus dem ersten Weltkrieg. Die Lockdown-Medizin ist offenkundig vielfach schädlicher als die Krankheit. So darf es nicht weitergehen.

Quelle

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