Winter – der Erwärmungs­verweigerer?

Winterkälte – in den letzten Jahrzehnten nur im Flachland eine Rarität. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe
Zweifellos erwärmten sich die mitteleuropäischen Winter innerhalb der letzten zwei Jahrhunderte stark, was hauptsächlich der Erholungsphase unseres Klimas nach der „Kleinen Eiszeit“ zu verdanken ist. Die letzte, markante Erwärmungsetappe endete jedoch mit dem Klimasprung 1987/88; seitdem stagnieren die Wintertemperaturen auf einem sehr hohen Temperaturniveau, während sich die übrigen Jahreszeiten kräftig erwärmten. Noch spannender aber sieht die winterliche Temperaturentwicklung oberhalb der bodennahen Luftschichten aus.

Über die Januar-Abkühlung in höheren Luftschichten wurde bereits hier berichtet. Diese zeigt sich, wenngleich etwas schwächer, auch im Mittel der drei Wintermonate für ein größeres, etwa Mitteleuropa umfassendes Gebiet anhand der aerologischen Daten, welche der Amerikanische Wetterdienst (NOAA) weltweit bereitstellt:

Abbildung 1: Seit dem Klimasprung von 1987/88 erwärmten sich die bodennahen Luftschichten (grau, oben) noch minimal; aber schon in knapp 1.500 Metern Höhe (entspricht dem 850-hPa-Niveau) zeigt sich ein leichter (nicht signifikanter) Rückgang trotz des enorm milden, letzten Winters. Fast genauso sieht das auch in etwa 5.500 Metern Höhe aus (entspricht dem 500-hPa-Niveau, mittlere Troposphäre). Weil die Temperaturen in 5.500 Metern sehr niedrig sind, wurden ihre Werte durch einfache Addition um 22°C angehoben, damit sie mit den beiden anderen Höhenniveaus anschaulich in einer Grafik dargestellt werden konnten; der reale Trend verändert sich dadurch nicht.

Nun könnten kritische Leser einwenden, diese leichte Höhen-Abkühlung sei doch ohne Belang, da große Teile Mitteleuropas aus Tiefland bestehen. Doch halt – da sind ja noch die Gipfel unserer Mittelgebirge und die Alpen. Und wird in unseren Mainstream-Medien nicht stets unisono behauptet, wegen der immer stärkeren Winter-Erwärmung sei Wintersport bald schon unmöglich? Ein Blick auf die winterliche Temperaturentwicklung in den Bergen, stellvertretend hier Zugspitze und Sankt-Bernhard-Pass, zeigt das Gegenteil:

Abbildung 2: Seit nun schon 33 Jahren wird es im höheren Bergland etwas kälter.

Die fehlende Winter-Erwärmung blieb keinesfalls nur auf Mitteleuropa beschränkt, was folgende Beispiele illustrieren:

Abbildung 3: Totalverweigerer Zentralengland: Während sich der Winter in Deutschland bodennah wenigstens noch minimal erwärmte, verläuft die Trendlinie in Zentralengland völlig eben, trotz stark steigender CO2-Konzentrationen (grün).
Abbildung 4: Die ländliche, in den Appalachen gelegene Station Dale Enterprise erwärmte sich ebenfalls nicht.
Abbildung 5: Sapporo auf Hokkaido, ehemaliger Ausrichter der Olympischen Winterspiele, zeigt eine minimale Winter-Abkühlung.
Abbildung 6: Auch in Östersund/Mittelschweden am Ostabhang des Skandinavischen Gebirges blieben die Wintertemperaturen unverändert.

Den sprichwörtlichen Vogel aber schießt eine Station ab, an der momentan Sommer herrscht – Neumayer in der Antarktis. Im dortigen Südwinter (Juni bis August) ist eine markante, signifikante Abkühlung zu verzeichnen – aber in unserer öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft verliert man darüber kein Sterbenswörtchen, obwohl der Winter 2020 mit minus 28,5°C dort der kälteste seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1985 gewesen ist:

Abbildung 7: Signifikante Winter-Abkühlung an der von Deutschland betriebenen Neumayer-Station in der Antarktis.

Also keine Winter-Erwärmung nicht nur in weiten Teilen West-, Mittel- und Nordeuropas schon seit über drei Jahrzehnten, sondern in höheren Luftschichten gar leichte Abkühlung, und auch andernorts stagnierende oder gar fallende Wintertemperaturen. Man sollte das Ganze nicht überbewerten und deshalb muss auch keine neue Eiszeit ausgerufen werden, aber man fragt sich schon, warum in unseren ideologisch verblendeten, mit Zwangsgebühren finanzierten Medien darüber nicht berichtet wird.

Quelle

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