Patientenschützer: „Dem Impf-Wirrwarr ein Ende setzen“

Coronavirus · Impfbeginn Mecklenburg-Vorpommern

03. Januar 2021 – 10:46 Uhr

Genauere Reihenfolge bei Corona-Impfungen gefordert

Die Vorwürfe gegen die Regierung und ihr Impf-Management reißen nicht ab: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine neue kleinteilige Impfverordnung, die eine genauere Reihenfolge der zu Impfenden festlegt. „Die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sind gefordert, dem Impf-Wirrwarr am Dienstag ein Ende zu setzen“, so der Aufruf des Vorstandes Eugen Brysch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Denn der Bundesgesundheitsminister hat bei der Impf-Priorisierung versagt.“

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Vorwurf: Zu Hause lebende Pflegebedürftige vernachlässigt

„Er kannte die logistischen Herausforderungen des Impfstoffes und seine begrenzte Verfügbarkeit“, kritisiert Brysch Jens Spahn weiter. „Es war sein Fehler, in der ersten Phase gleichberechtigt acht Millionen Menschen auf eine Stufe zu stellen.“

Der größte Teil der Pflegebedürftigen lebe zuhause. Ihr Risiko sei ähnlich dem der Heimbewohner, denen Spahn nun eine Impfung im Januar versprochen hat. Viele seien hilfsbedürftig. „Es war daher vorhersehbar, dass die für Organisation und Terminvergabe zuständigen Länder schnell an ihre Grenzen stoßen werden. Zudem wurden nicht-mobile Menschen schlichtweg vergessen. Konzepte für aufsuchende mobile Impfangebote verschwanden in den Schubläden der Länder und Kommunen.“ Mit den Alleingängen der Länder bei der Information und Terminvergabe via Homepages, Apps, Anschreiben und Call-Center eskaliere jetzt die Lage.

„Bund und Länder müssen Reißleine ziehen“

„Deshalb müssen Bund und Länder jetzt die Reißleine ziehen“, verlangte Brysch. Der Vorschlag des Patientenschützers: Die Impf-Angebote zunächst für Pflegebedürftige zuhause und im Heim vorzuhalten. „Anschließend sind die über Achtzigjährigen und die Altenpflegekräfte dran. Mit dem Impfangebot für das Personal auf Corona-Stationen der Krankenhäuser kann die erste Phase abgeschlossen werden.“ Auf diese Weise könne das Impfsystem „planvoll hochgefahren werden“.

Auch Schulleiter in NRW fordern neue Priorisierung

25.11.2020, Baden-Württemberg, Ditzingen: Eine Lehrerin, die einen Mund- und Nasenschutz trägt, spricht in einer siebten Klasse einer Gemeinschaftsschule mit Schülern, die ebenfalls Maske tragen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) informiert auf
Die Schulleitungsvereinigung NRW will, dass Lehrer und Lehrerinnen früher gegen Corona geimpft werden© dpa, Sebastian Gollnow, scg tba

Währenddessen fordert die Schulleitungsvereinigung NRW, dass Lehrerinnen und Lehrer früher als derzeit vorgesehen geimpft werden. Medizinisches Personal und Pflegepersonal in Hotspots müssten sicherlich Vorrang haben, aber es könne auch nicht sein, dass Lehrerinnen und Lehrer irgendwann im Sommer dran kämen, so der Vorsitzende der Vereinigung, Harald Willert, zur Deutschen Presse-Agentur.

In einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb Willert: „Wer flächendeckenden Präsenzunterricht bei 200er Inzidenzwerten fordert, muss dafür sorgen, dass diejenigen, die diesen Unterricht erteilen, vorher geimpft wurden.“ Es gehe nicht darum, sich in Konkurrenz zu anderen Gruppen nach vorne zu drängen, erklärte Willert. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass die Lehrer, die geimpft wären, nicht mehr ausfallen würden, weil sie in Quarantäne müssten. Das wäre ein erheblicher Vorteil für alle.

Quelle

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