Neue WhatsApp-Regeln zeigen: Die End-to-End Verschlüsselung war eine Lüge

Wer sich um seine Daten sorgt, sollte WhatsApp schnellstmöglich verlassen, wie die neuen Regeln des Messengers zeigen. Hier will ich beleuchten, was die neuen Regeln (unfreiwillig) aufzeigen, was sie bedeuten und welche Alternativen es gibt.

Dass WhatsApp eine sichere Verschlüsselung hat, die dafür sorgt, dass nicht einmal WhatsApp selbst die Nachrichten mitlesen kann, ist nun als Lüge entlarvt worden. Zwar gab es schon früher Meldungen, die bewiesen haben, dass Geheimdienste zum Beispiel in Deutschland und Spanien bei WhatsApp problemlos mitlesen können. Aber das scheint nicht schwer gewesen zu sein, denn die vielgerühmte End-to-End-Verschlüsselung scheint es bei WhatsApp nie gegeben zu haben. Anders lässt sich nicht erklären, dass WhatsApp nun ganz offen mitteilt, ab sofort alles mitlesen und speichern und an Facebook weitergeben zu wollen.

Außerdem hat WhatsApp bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es mit der Datensicherheit dort nicht weither ist, als Einladungen zu Gruppen-Chats plötzlich in Google-Suchen gezeigt wurden und Außenstehende dann in diesem vermeintlich privaten Chats mitlesen konnten.

Aber was bedeuten die Änderungen der Nutzungsbedingungen von WhatsApp tatsächlich und welche Alternativen gibt es für diejenigen, die nicht zustimmen wollen? Dazu hat die TASS eine Analyse veröffentlicht, die ich übersetzt habe (Die Links sind aus dem Artikel übernommen).

Beginn der Übersetzung:

„Zustimmen oder löschen“ Warum verschrecken die neuen WhatsApp-Regeln die Nutzer?

Viele haben begonnen, über den Wechsel zu alternativen Messengern zu sprechen

WhatsApp hat sich immer als sichere Plattform positioniert, die eine End-to-End-Verschlüsselung verwendet, was bedeutet, dass auch der Dienst selbst keinen Zugriff auf die Korrespondenz und Gespräche seiner Nutzer hat. Die neuen Vorschriften haben jedoch für viele die Frage aufgeworfen, ob ihre personenbezogenen Daten geschützt bleiben. Das hat bereits dazu geführt, dass Politiker, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und normale Menschen sich von dem Messenger abwenden.

Ab dem 8. Februar wird jeder, der WhatsApp nutzt (außer Bürgern der EU und Großbritanniens), gezwungen sein, seine persönlichen Daten mit Facebook zu teilen. Das soziale Netzwerk hat Zugriff auf Telefonnummern, Transaktionsinformationen und IP-Adressen.

„Als eines der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von anderen Facebook-Unternehmen und stellt anderen Facebook-Unternehmen Informationen zur Verfügung“, heißt es in der neuen Version der Datenschutzvereinbarung. Wie in dem Dokument gesagt wird, analysiert und fördert Facebook auf diese Weise die Arbeit seiner Dienste.

Die Benachrichtigung über die Einführung der neuen Regeln erscheint im Messenger-Fenster und fordert die Benutzer auf, ihre Zustimmung zu geben. Wer das nicht vor dem 8. Februar tut, verliert die Möglichkeit, Nachrichten auszutauschen und zu telefonieren. De facto geht es um die Entscheidung, WhatsApp weiterhin zu nutzen und persönliche Daten mit Facebook zu teilen oder nach alternativen Messengern zu suchen.

Was die neuen Regeln bedeuten

„Die Daten, die wir mit anderen Facebook-Unternehmen teilen, umfassen Informationen über Ihr Konto (z. B. Ihre Telefonnummer), Transaktionsdaten, dienstbezogene Informationen, Informationen darüber, wie Sie mit anderen Plattformen interagieren, wenn Sie unsere Dienste nutzen, Informationen zu Mobilgeräten und Ihre IP-Adresse“, heißt es in dem Dokument.

De facto wird das Unternehmen in der Lage sein, zu verfolgen, wo sich das Gerät befindet, Statistiken darüber zu sammeln, wie oft eine Facebook-App verwendet wird und Zugriff auf den Status der Nutzer und Fotos ihrer Profile zu erhalten.

Wie im Abschnitt über Datenschutz in den Richtlinien von WhatsApp erwähnt wird, werden diese Änderungen dem Unternehmen helfen, die Dienste zu verbessern und mit anderen Facebook-Produkten zu verbinden, einschließlich der Interaktionen von geschäftlichen Accounts. De facto sprechen wir über die Schaffung eines miteinander verbundenen Ökosystems, das Ihnen zum Beispiel erlaubt, WhatsApp Pay auf Instagram zu verwenden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg sprach 2019 über das Konzept der Multiplattformen, die den Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp miteinander verbinden würden.

Bisher gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die neuen Regeln private Korrespondenz oder Gespräche von WhatsApp-Nutzern gefährden werden. Jedenfalls ändert die Plattform ihre Richtlinie zum Schutz dieser Daten nicht.

INFORMATIONEN, DIE WAHTSAPP SAMMELT:
Die Telefonnummer, die zum Erstellen des Kontos verwendet wird
Account-Fotos und Informationen zu Ihrem Konto
Telefonnummern Ihrer Kontakte auf WhatsApp
Transaktions- und Zahlungsdaten
Standortinformationen
Informationen zu Ihrem Gerät (Modell, Betriebssystem und Mobilfunknetz)
Sonstige Informationen, einschließlich IP-Adresse

Ein unfreundlicher Ansatz

Die neuen WhatsApp-Regeln haben nicht nur normale Nutzer empört, die den Hashtag WhatsAppPrivacy populär gemacht haben, sondern auch ganze Regierungen. So leitete die türkische Wettbewerbsbehörde ein Ermittlungsverfahren gegen Facebook wegen Änderungen in der Nutzervereinbarung ein:

„Die Wettbewerbsbehörde hat eine eigene Untersuchung zu Facebook und WhatsApp eingeleitet, einschließlich der Notwendigkeit, Daten von Social-Media-Nutzern und Messengern teilen müssen“, heißt es in dem Communiqué. Vor diesem Hintergrund begannen Mitarbeiter türkischer staatlicher Institutionen, Konten in Telegram und BIP, einem Messenger der türkischen Firma Turkcell, zu eröffnen.

Auch in Russland wird über die Notwendigkeit gesprochen, WhatsApp zu verlassen. So ist Alexander Malkevitsch, der erste stellvertretende Vorsitzende der Kommission der Öffentlichen Kammer der Russischen Föderation für die Entwicklung der Informationsgemeinschaft, Medien und Massenkommunikation, der Ansicht, dass „russische Beamte aufhören sollten, auf WhatsApp über berufliche Themen zu kommunizieren.“

Malkevitsch hat dazu aufgerufen, darüber nachzudenken, dass „alle unsere vertraulichen Informationen nun per Gesetz Eigentum westlicher Geheimdienste werden.“

Anton Gorelkin, Mitglied des Ausschusses für Informationspolitik, Informationstechnologie und Kommunikation der Duma, nannte den neuen Ansatz des Messengers ebenfalls „suboptimal“:

„Sie stellen ihre Nutzer einfach vor vollendete Tatsachen: Stimmen Sie unseren Bedingungen zu oder löschen Sie die App. Das ist eine unfreundliche Politik gegenüber dem Nutzer und ich denke, dass es die Popularität von WhatsApp allmählich verringern wird“, prophezeit der Abgeordnete.

Das Signal zum Wechsel

Nach der Meldung über die neuen WhatsApp-Regeln forderte der SpaceX-Gründer und neuerdings reichste Mann der Welt, Elon Musk, seine Twitter-Follower auf, zu Signal zu wechseln. Dieser Instant Messaging-Dienst wird oft von Journalisten, Aktivisten, Politikern und all jenen genutzt, die sich besonders um die Sicherheit eines Netzwerks sorgen.

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: