Zulassungsprozess des russischen Impfstoffs in der EU beginnt

Nachdem Deutschland und Russland seit Dezember über eine gemeinsame Produktion des russischen Impfstoffs sprechen, die Bundesregierung sich aber auf Nachfragen der Presse bedeckt hält, sind nun in Russland Details über den Zulassungsprozess des russischen Impfstoffs in der EU bekannt geworden.

Schon im Dezember habe ich darüber berichtet, dass der russische und der deutsche Gesundheitsminister über eine gemeinsame Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik-V gesprochen und Experten gebeten haben, das Thema zu vertiefen. Anfang Januar haben Putin und Merkel ebenfalls am Telefon über das Thema gesprochen. Die Sprecher der Bundesregierung haben sich auf Nachfrage jedoch nicht zu den Gründen und Details geäußert, sondern nur mitgeteilt, dass der Impfstoff zunächst von der EU zugelassen werden müsse.

Da der britische Impfstoff von Astra Zeneca, der demnächst in der EU zugelassen werden soll, nur eine Wirksamkeit von 70 Prozent hat, soll er nun mit dem russischen Sputnik-V kombiniert werden, um seine Wirksamkeit zu erhöhen. Das könnte ein möglicher Grund für die gemeinsame Produktion des russischen Impfstoffs von Deutschland und Russland sein: Die dafür nötigen Dosen des russischen Impfstoffs könnten von deutschen Firmen in Lizenz produziert werden, dann bekämen sie auch einen Teil des finanziellen Kuchens ab. Aber das ist Spekulation.

Amüsant waren die Kehrtwendungen der deutschen Medien, als sie – nachdem sie monatelang den russischen Impfstoff schlecht gemacht hatten – Anfang Dezember umschalten und mitteilen mussten, der russische Impfstoff sei gar nicht so gefährlich, im Gegenteil. Denn sie können den russischen Impfstoff ja nicht weiterhin schlecht machen, wenn er demnächst durch die Hintertür Astra-Zeneca in Deutschland gespritzt wird.

Da die Bundesregierung mitgeteilt hat, sie habe keine Informationen darüber, ob Russland für seinen Impfstoff eine Zulassung in der EU beantragt hat, ist die neueste Meldung aus Russland interessant. Der Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds, der für die internationale Vermarktung von Sputnik-V zuständig ist, hat sich nun zu der Frage geäußert, wie russische Medien melden. Daher habe ich die Meldung der Nachrichtenagentur TASS zu dem Thema übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die erste Etappe der Genehmigung von Sputnik V in der EU ist für den 19. Januar geplant

Der Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds, Kirill Dmitriev, teilte mit, dass der Prozess der Registrierung des russischen Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ende Oktober gestartet wurde.

MOSKAU, 13. Januar. /TASS/. Die erste Stufe des Genehmigungsverfahrens für Sputnik-V, den russischen Impfstoff gegen Covid-19, in der Europäischen Union ist für den 19. Januar geplant, sagte der Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds, Kirill Dmitriev, der TASS.

„Die erste Etappe zur Erteilung einer Notzulassung für den russischen Impfstoff Sputnik-V gegen das neue Coronavirus ist in der Europäischen Union für den 19. Januar geplant. Es geht dabei um die so genannte wissenschaftliche Überprüfung (scientific review). Der Antrag auf eine Notfallzulassung (EUA, emergency use authorization) des Sputnik-V-Impfstoffs wurde am 22. Dezember vom Russischen Direktinvestitionsfonds eingereicht“, sagte er.

Dmitriev wies darauf hin, dass der Prozess der Registrierung des russischen Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA, European Medicines Agency) Ende Oktober eingeleitet wurde.

Vorher hatte der offizielle Vertreter der Europäischen Kommission, Stefan De Keersmaker, berichtet, dass der Hersteller des russischen Impfstoffs keine Zertifizierung des Impfstoffs in der EU beantragt habe, sondern in Kontakt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sei.

Davor hat die Europäische Kommission eingeräumt, dass die Länder der Union das Recht haben, Impfstoffe, die auf dem EU-Markt keine Zertifizierung erhalten haben und für die dringenden Bedürfnisse der öffentlichen Gesundheit erforderlich sind, für den nationalen Markt zu zertifizieren und für ihren eigenen Bedarf zu kaufen. Allerdings hat das Land diesem Fall nur das Recht, den Impfstoff in seinem Hoheitsgebiet zu verwenden und darf ihn nicht in andere EU-Länder abgeben oder verkaufen.

Der Sputnik-V-Impfstoff wurde bereits in Argentinien, Bolivien, Serbien, Algerien, Palästina und Weißrussland registriert. Etwa 10 weitete Länder werden den russischen Impfstoff bis Ende des Monats registrieren.

Ende der Übersetzung

Quelle

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