Merkels Bild

.. der perfekten Partei ist eine Organisation, in der oben bestimmt, und unten dann per Akklamation bestätigt wird. Die CDU kommt diesem Ideal immer näher.

Dieser Parteitag lief jedenfalls ganz so, wie sich das die Bundeskanzlerin und weiterhin Machthaberin der CDU gewünscht haben dürfte. Ihr alter Erzfeind Friedrich Merz, Umfragen zufolge der eindeutige Liebling der einfachen Parteimitglieder, ist endgültig erledigt. Mit Armin Laschet führt nun ein Mann die Partei, der kurz zuvor nochmal deutlich gemacht hat, dass er in Merkels Sinne agieren wird. 

Für diejenigen unter den 1001 Delegierten, die entweder schon im Merkelschen Machtgefüge etabliert sind, oder einer planbaren berufspolitischen Karriere alle anderen  Erwägungen unterordnen, war Laschet die erste Wahl. Mit Merz hätte es womöglich ein großes Personalkarussell gegeben, das manch einem einen Strich durch die Karriereplanung gemacht hätte. Um die inhaltlich-programmatischen Wünsche und Vorlieben der einfachen Mitglieder geht es im Parteienstaat eben allenfalls am Rande. 

Jetzt drohen Merz-Anhänger, die Partei zu verlassen. Werteunion-Chef Alexander Mitsch meldet Eintritte in seine Merkel-kritische Organisation, die von Merkel-Anhängern schon lange verfemt wird. Mancher wünscht sich, dass Friedrich Merz in die FDP wechseln solle. Ein Kanzlerkandidat Merz, der von der FDP getragen wird, das hätte Charme und Ausstrahlung, würde den Konflikt auf die Spitze treiben. 

Innerhalb der CDU jedenfalls ist alles, wofür Merz steht, erneut abgesagt. Merkel lastet weiter auf der Partei, und wird darauf achten, dass auch vor, in und nach der Bundestagswahl ihr grüner Kurs nicht verändert wird. Austritte stören sie nicht. Im Gegenteil, dürften sie ihr sogar nur recht sein. Ihr Erfolgkriterium ist nicht die Personalstärke der Union und erst recht nicht die Durchsetzung von Werten oder bestimmten politischen Positionen, für die diese Partei einst stand. Deren Funktion als Kanzlerwahlverein und Machtapparat genügt ihr vollkommen. Und da stören störrische Konservative oder Fahnenträger der erhardtschen Ordnungspolitik nur. 

Jetzt geht die Angst vor der nächsten Runde Abräumen von Abweichlern um. Nicht zu Unrecht. Aber springen wird von der Funktionärsgarde trotzdem kaum einer: Zu eng sind persönliche Karriere und Einkommen von Merkels Machtapparat abhängig.

Wer im CDU-Berufspolitikbetrieb bleiben will (und dieser Betrieb besteht nur aus Leuten, die unbedingt dazugehören wollen), muss sich nun unterordnen. Merkels Parteisoldaten stehen bereit, das deutlich zu machen. Thorsten Alsleben etwa von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion wurde nach einem mißliebigen Retweet umgehend von Ruprecht Polenz verbellt, einem der vielen Wadenbeißer und Liebling der Cancel-Netz-Gemeinde, mit denen bislang Angela Merkel ihre Partei herum scheucht und Ausbrüche aus der braven Herde der Lämmer verhindert.

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