Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch: Spahn sorgt für klingende Kassen bei Herstellern und Apotheken

Corona-Schnelltest (Foto:Imago/EibnerEuropa)

Er selbst hat schon eine 4-Millionen-Villa, doch jetzt stellt er politisch die Weichen, damit sich bald noch ein paar Krisenprofiteure mehr ebenfalls welche leisten können: Nach Beratungsfirmen, Maskenherstellern, Forschungsunternehmen und Laboren können sich nun auch Hersteller von Antigen-Schnelltests bei Gesundheitsminister Spahn demnächst für einen warmen Auftragsregen bedanken. Der Bundesgesundheitsminister will es Privatverbrauchern ermöglichen, unbegrenzt Antigen-Schnelltests zu kaufen und selbstständig durchzuführen. Bisher gilt eine Abgabebeschränkung – doch die will Spahn aufheben.

Damit lässt sich dann endlich im großen Stil die Angst kapitalisieren, die die Deutschen, medial befeuert, seit bald einem Jahr im Würgegriff hält. Wenn sich ab sofort der auf jede Horrormeldung von „Spiegel“, „Focus“ und „n-tv“ (zu Covid-Toten, am besten „jung, topfit, kerngesund, ohne Vorerkrankung“, oder angeblichen grauslichen Langzeitfolgen) hin einstellende Schock nutzbar gemacht werden kann, um reflexhaft zum Schnelltest zu greifen und sich zu vergewissern, ob man sich (noch) in Sicherheit wiegen kann und dem Tod wieder mal von der Schippe gesprungen ist: Dann ist die millionen-, ja milliardenfache Nachfrage nach den Antigentest vorprogrammiert. Die Deutschen werden sich dumm und dämlich testen.

Um einen „Selbstläufer“ zu garantieren, will Spahn die bisher geltende Abgabebeschränkungen aufheben: „Antigentest zur Eigenanwendung mittels Antigenbestimmung werden von der Abgabebeschränkung ausgenommen„, heißt es in seinem Entwurf zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung, über den die „Rheinische Post“ in ihrer Montagsausgabe berichtet. Der sogenannte Arztvorbehalt gelte für diese Tests dann nicht mehr. Die Begründung aus Spahns Ministerium dürfte den Marketingabteilungen der Pharmariesen und Testhersteller ein Lächeln ins Gesicht zaubern: „Tests zur Eigenanwendung durch Laien werden perspektiv eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen. Darüber hinaus erscheinen Tests zur Eigenanwendung dort sinnvoll, wo eben kein professioneller Anwender vorhanden ist„, heißt es zur Begründung.

Kein Arztvorbehalt mehr

Wenig verwunderlich, dass als einer der ersten der Apothekerverband Nordrhein Spahns Pläne frenetisch begrüßt: Bei den Apotheken, den Hauptverkaufsstellen, werden infolge der politisch propagierten Massentests ebenfalls die Kassen klingeln. „Wir brauchen mehr epidemiologisches Testen. Deshalb ist es nur konsequent, dass der Bundesgesundheitsminister den Weg für Corona-Selbsttests frei macht… Denn Studien belegen, dass auch Laien gute Testergebnisse erzielen„, so Verbandschef Thomas Preis laut „dts Nachrichtenagentur“. Dass es aus gutem Grund bei sämtlichen bisherigen Krankheiten völlig unüblich ist, diagnostische Verfahren der ärztlichen Aufsicht zu entziehen und das „Testen“ – mit einem zudem oberflächlichen, fehleranfälligen Verfahren – zum Volkssport zu machen, noch freier zugänglich als Schwangerschaftstests: Im kollektiven Corona-Wahn juckt dies niemanden mehr.

Der Run soll schon in Kürze starten. Verbandschef Preis rechnet damit, dass die Tests ab Ende Januar in den Apotheken erhältlich sind. Es geht übrigens um richtig Geld: Der voraussichtlich als „Spuck- oder Gurgeltest“ vorgesehene Test, dessen Handling deutlich „einfacher als bei Rachenabstrichen per Wattestäbchen“ sein soll, wird in Apotheken zwischen 10 und 15 Euro kosten – pro Stück. Corona-Hypochonder können sich hier problemlos in die Privatinsolvenz testen; deshalb denkt Preis schonmal fürsorglich an staatliche Gutscheine für Bedürftige. Dann könnte das große Massentesten sogar gleich auf Steuerzahlerkosten laufen. Spahn hat sicher ein offenes Ohr für diese Idee. (DM)

Quelle

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