Corona: Einige Zahlen zu 2020

Bild: Maria Loposito-Monto

von K. Schittenhelm
Das Jahr 2020 ist vorüber. Es wird in Erinnerung bleiben als das „Coronajahr“. Um die Zahlen, die um dieses Jahr kreisen, etwas besser einordnen zu können, sollen verschiedene Parameter grafisch aufbereitet werden. Die folgenden Grafiken sollen der freien Meinungsbildung dienen.

Sterbefälle in Deutschland: Betrachtet werden die Sterbefälle von 1950 bis 2020. Ab 2006 ist ein ansteigender Trend zu erkennen. Häufigste Todesursache in Deutschland ist eine Erkrankung des Kreislaufsystems, gefolgt von Neubildungen und Atemwegserkrankungen [1].

Abschätzung für 2020 mit den Vorjahreswerten

Um eine Abschätzung für 2020 zu errechnen wird das Verfahren angewandt, das von Prof. Dr. Thomas Rießinger in einem Artikel am 29.12.2020 publiziert wurde [2].

Sollte sich der lineare Trend ab 2006 fortsetzen, so ist mit 957006 Sterbefällen zu rechnen. Die Vorjahre weisen eine mittlere Abweichung von 9467 Fällen zum linearen Trend auf. Daraus ergibt sich eine Abschätzung für 2020, die im Bereich zwischen 947539 und 966473 liegt. Die prozentuale Abweichung zum Trend beträgt 1,06%. Wird dies in die Abweichung mit einbezogen, so ergibt sich für das Jahr 2020 eine Abweichung von 10144, womit der obere Wert 967150 erreicht wird.

Die größten und extremen Abweichungen von diesem Trend sind die Jahre 2014 mit -3,22% und 2015 mit + 1,97%. Im Jahr 2020 konnte eine Abweichung von +1,58% ermittelt werden.

In folgender Grafik werden die errechnete Abschätzung, extreme Abweichungen sowie die tatsächliche Anzahl an Sterbefällen dargestellt. Die Sterbefälle in 2020 lagen knapp über der errechneten Abschätzung, aber innerhalb der größten Abweichungen der letzten Jahre.

Die letzten fünf Jahre im Detail

Um die Sterbefälle mit den Vorjahren besser vergleichen zu können, sollen die letzten fünf Jahre im Detail betrachtet werden.

Die Grippewelle 2017/18 war außergewöhnlich stark. Nach Schätzungen hat diese rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet [3].

Die letzten fünf Jahre werden kalenderwochenweise miteinander verglichen. Die beiden höchsten Mittelwerte sind schwarz (2018)und rot (2020) dargestellt.

Um diese Grafik besser vergleichen zu können, werden die beiden stärksten Jahre separat dargestellt. Zusätzlich sind die gemäß RKI an Corona Verstorbenen mit eingetragen. Es wird bei den Zahlen der an Corona Verstorbenen vom RKI nicht unterschieden, ob diese mit oder an Corona verstorben sind.

Influenza 2016 -2020

2020 wurden extrem wenige Influenza Fälle an das RKI gemeldet. Die in folgender Grafik abgebildeten Fallzahlen beinhalten die laborbestätigten Fälle, die dem RKI über ein Netz von Sentinelpraxen gemeldet werden [4].

„Das Robert Koch-Institut (RKI) geht laut aktuellem Wochenbericht aktuell davon aus, dass in Deutschland extrem wenig Influenzaviren zirkulieren. Insgesamt wurden dem RKI seit der 40. Kalenderwoche 2020 weniger als 300 laborbestätigte Influenzafälle gemeldet. Wer aktuell unter einer akuten Atemwegserkrankung leidet hat sich wahrscheinlich entweder SARS-CoV-2 oder ein Rhinovirus eingefangen. Das Phänomen betrifft nicht nur Deutschland. „Weltweit berichten Länder über eine niedrige Influenza-Aktivität, die deutlich unter den Ergebnissen im vergleichbaren Zeitraum der Vorjahre liegt.“ Eine konkrete Begründung liefert das RKI nicht. Aber es ist denkbar, dass die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch die Verbreitung der Influenzaviren bremsen“ [4]:

Situation in den Krankenhäusern

Eine Analyse der Initiative Qualitätsmedizin e.V. mit 421 fachübergreifenden Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz vergleicht 2019 mit 2020. „Die hier dargestellte Analyse umfasst die 284 IQM Kliniken, die ihre Abrechnungsdaten bis Ende November 2020 geliefert haben.

In den ersten 11 Monaten des Jahres 2020 wurden insgesamt weniger Patienten im Krankenhaus behandelt als im Vergleichszeitraum 2019. Auch die Gesamtzahl der SARI-Fälle, Intensivfälle und Beatmungsfälle war im Untersuchungszeitraum nicht höher als 2019. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen wird hier die Analyse der Dezemberdaten von besonderem Interesse sein“ [5].

Die hier vorgestellten Grafiken stellen die Daten näherungsweise dar. Auf der Internetseite des Vereins Initiative Qualitätsmedizin e.V. werden weiter Informationen sowie die exakten Daten zur Verfügung gestellt.

https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie

Der PCR – Coronatest

Zur Erfassung der SARS-CoV-2-Testzahlen werden deutschlandweit Daten von Universitätskliniken, Forschungs-einrichtungen sowie klinischen und ambulanten Laboren wöchentlich am RKI zusammengeführt.

Ist der PCR-Coronatest ein Virusnachweis?

„Nein, der Test weist lediglich Virusbruchstücke (Fragmente) nach und sagt weder über eine Infektion noch über Ansteckungsfähigkeit oder Krankheit etwas aus. Er ist in Bezug auf das SARS-CoV-2 unspezifisch, und gibt teilweise auch bei älteren Viren, die noch im Umlauf sind, und deren Nachfahren positive Befunde. Positiv getestete Personen sind selten (seit Juni 2020 unter 1%), davon die allermeisten symptomlos. Und bei einer großen Vielzahl von ihnen dürfte ein falsch positives Testergebnis vorliegen. Ausweislich der Ergebnisse des Ringversuchs der Deutschen Akkreditierungsstelle liegt die falsch-positive Rate bei einer Leerprobe bei 1,4% bei einer mit einem harmlosen Corona-Virus versetzten Probe bei 7,6%. Die positiven Ergebnisse im Sommer 2020 dürften daher weit überwiegend das Grundrauschen des Tests selbst wiedergeben“ [6,7].

Wie gefährlich ist SARS-CoV-2?

„Befürchtungen, dass SARS-CoV-2 deutlich gefährlicher im Hinblick auf Übertragbarkeit, Krankheitslast und Mortalität sein könnte als eine Influenza, haben sich als unzutreffend erwiesen. Die Infektion verläuft in den allermeisten Fällen symptomlos oder mit leichten Grippesymptomen. Alte, geschwächte Menschen mit Vorerkrankungen laufen ein höheres Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Viele der sehr schweren Verläufe, gerade zu Beginn der Erkrankungswelle im März 2020, sind allerdings auf der Panik geschuldete Behandlungsfehler zurückzuführen (Intubieren etc.). Spätfolgen sind bislang nicht belegt. Eine Auswertung von insgesamt 23 weltweit durchgeführten Studien hat gezeigt, dass die Corona-Infektions-Todes-Rate (IFR) für Personen über 70 Jahren bei ca. 0,12 % liegt, bei Personen unter 70 Jahren lediglich bei 0,04 %“ [6].

Quellen

Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisen wird in dieser Arbeit ein Kalenderjahr auf 52 Wochen begrenzt. Die Daten des Statistischen Bundesamts sind Vorläufig (Stand 22.01.2021).

Daten für Grafiken:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html

https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/_Grafik/_Interaktiv/woechentliche-sterbefallzahlen-jahre.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Testzahl.html

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158441/umfrage/anzahl-der-todesfaelle-nach-todesursachen/

[2] https://reitschuster.de/post/ist-die-amtlich-verordnete-panik-uebertrieben/

[3] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren

[4] Zitat, Grafik: https://de.statista.com/infografik/23740/anzahl-der-pro-kalenderwoche-an-das-rki-gemeldeten-influenza-faelle/

[5] Zitat, Approximierte Daten für die Grafik: https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie

[6] Zitate: https://corona-ausschuss.de/faq/

[7] Original: https://cormandrostenreview.com/ Deutsch: https://www.docdroid.net/8YUYaw9/corman-drosten-review-report-pdf

Quelle

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