Kapazitäten auf Psychiatrie gesprengt: Kinder sind suizidal wegen Corona

Bild: Freepik

Es ist alarmierend: Die Kinder- und Jugendpsychiatrien platzen aus allen Nähten. Depressionen, Essstörungen und Selbstmordabsicht: Die Corona-Politik hat vor allem den Kinderseelen enorm zugesetzt. Schuld daran seien vor allem die Schulschließungen und die soziale Isolation.

An der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener AKH werde mittlerweile sogar triagiert: Um die schweren Fälle mit akuter Suizidgefahr behandeln zu können, müssen „leichteren“ Fälle frühzeitig entlassen oder abgelehnt werden. Und von diesen schweren Fällen gebe es unter den Kindern seit der Corona-Krise in etwa zehn Mal so viele wie zu vor.

Triagen auf der Kinderpsychiatrie

Paul Plener, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener AKH schilderte das verheerende Ausmaß gegenüber dem ORF: „Es kommen mehr, und die Zustandsbilder sind deutlich akuter und schwerer ausgeprägt, sodass Patienten, die weniger akut sind, aber trotzdem einer stationären Aufnahme bedürfen würden, natürlich auch nachgereiht werden müssen im Sinne einer gewissen Triagierung.

Kinder in der Krise: Mehr als die Hälfte depressiv

Vor allem Kinder zwischen acht und zwölf Jahren hätten deutlich depressive Symptomatiken, „was wir in dieser Stärke noch nicht beobachtet haben.“, erzählt Plener. Viele schafften es nicht einmal mehr aus dem Bett heraus, aufgrund ihrer Niedergeschlagenheit. Der durch die Lockdowns entstandene Bewegungsmangel habe unter den Kindern die Angst verstärkt, dick zu werden. Die Folge seien mehr Essstörungen unter ihnen als je zuvor. Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen soll mittlerweile depressiv sein.

Jugend-Suizide wurden auch uns bekannt

In den letzten Wochen erfuhr die Wochenblick-Redaktion bereits von mehreren Suiziden von Kindern im Teenageralter. Doch die Berichterstattung zu diesem sensiblen Thema gilt als problematisch. Aufgrund des sogenannten „Werther“-Effekts kann die Berichterstattung über Suizide zu einem Anstieg der Selbstmorde führen. Deswegen sieht Wochenblick von einer expliziten Berichterstattung zum Thema der Kinder- und Jugendselbstmorde ab.

Auch Erwachsene leiden

Das Problem der Explosion psychischer Leiden zieht sich durch alle Altersgruppen. Alarmierende Ergebnisse förderte zuvor bereits eine Studie der Donau-Universität Krems zutage. Demnach litt bereits im September ein Viertel der Bevölkerung an depressiven Symptomen, 23 Prozent an Angstsymptomen und 18 Prozent an Schlafstörungen. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Situation seither sogar noch verschlechtert habe. Zum Vergleich: 2019 waren es noch fünf Prozent, die an Depressionen litten.

Der bekannte Wiener Psychiater Dr. Raphael Bonelli erklärt, warum die Lockdowns schädlich für unsere Psyche sind:

Corona-Crash 2021 Wochenblick-Spezialmagazin

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