Enorme Luftmassen­gegensätze und Februar-Kälte 2021 in Teilen Deutschlands – wie unge­wöhnlich ist das?

Februar (hier 2012) mit Eis und Schnee – nichts Ungewöhnliches. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe
Der teils bitterkalte Hochwinter 2021 passt Klimaschützern nicht ins Konzept, weckt er doch leise Zweifel an der CO2-bedingten Klimaerwärmung. Doch zunächst ist es nur Wetter; ob daraus eine längerfristige Abkühlung entsteht, kann hier nicht erörtert werden. Aufschlussreich ist jedoch ein Vergleich mit ähnlichen, früheren Ereignissen. Dieser zeigt: Solche Wetterlagen gibt es immer wieder mal, und sie eignen sich auch nicht dazu, einen anthropogenen Klimawandel zu beweisen. Hier sollen vielmehr die meteorologischen Hintergründe aufgezeigt werden.

Der Februar – ein Monats-Extremist?

Mit einer Standard-Abweichung seiner Monatswerte von 2,79 (DWD-Flächenmittel Deutschland 1881 bis 2020) weist der Februar die höchste Variabilität aller Monate des Jahres auf. Auch der seit 1881 wärmste (1990 mit +5,7°C) und die kältesten (1929/1956 mit etwa minus 9°C) fallen in den Februar, müssen sich den „Rekord“ aber mit dem Januar 1940 teilen. Grimmige Februar-Kälte kam immer mal wieder vor:

1929 froren die südliche Ostsee, das Wattenmeer und alle größeren Flüsse zu. Fischerei und Hafenwirtschaft kamen zum Erliegen, es gab ein Massensterben in der Tierwelt; und es wurde gebietsweise „Polarschnee“ beobachtet, welcher nur bei extremsten Minusgraden fällt. In den meisten Teilen Deutschlands herrschte an allen Februar-Tagen Dauerfrost – ein in unseren wechselhaften Wintern sehr seltenes Ereignis. Näheres hier. Ein (leider sehr schlechter) Wetterkarten-Abdruck von 1929 zeigt, warum es damals so kalt war – ein Skandinavien-Hoch hatte sich etabliert:

Abbildung 1: Bodenwetterkarte vom 12.02.1929. Zur Orientierung: Links oben Island, links unten Spanien, rechts unten das Schwarze Meer und das Hoch-Zentrum über Mittelskandinavien. In Deutschland verbreitet Frühtemperaturen von minus 20 bis unter minus 35 Grad. Bildquelle: Beilage 20/1998 zur Wetterkarte (Amtsblatt) des Deutschen Wetterdienstes.

In den 1940ern gab es drei sehr kalte Februare, letztmalig im Hungerwinter 1947.

1956 ähnelte – nach milder Vorwitterung, dem 1929er Februar, man versuchte verzweifelt, mit Dynamit die Eisdecke des Rheins zu sprengen.

1963 fror das einzige Mal im 20. Jahrhundert der Bodensee so zu, dass er gefahrlos betreten und teils gar befahren werden konnte („Seegfrörne“). Selbst in der klirrend kalten „Kleinen Eiszeit“ kam das nur gelegentlich vor.

1986 letztmalig extrem kalter Februar; danach waren die von 1991, 1996, 2003 und 2012 noch mäßig kalt.

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