Merkels treuester Fraktionschef: Hofreiter impft die Welt

Der Fraktionschef der Grünen offenbart in einem Interview seine planetarischen Rechenkapazitäten. Der Weltpolitiker Anton Hofreiter kommt zu umwerfenden Ergebnissen.

IMAGO / Christian Spicker Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag

Strom kommt aus der Steckdose, Essen wächst im Biomarkt, das Netz ist der Speicher, die Erderwärmung setzt sich fort (auch wenn die AfD momentan Schnee en masse produziert und immer wieder die Kühlschränke aufreißt, um den Eindruck von Kälte zu erwecken, weshalb sie vom Verfassungsschutz beobachtet werden muss), und die Wirtschaft kam man beliebig lange aus „ethischen Gründen“ ausschalten. Schöne, neue, grüne Welt.

Angela Merkels treuester Fraktionschef, Anton Hofreiter von den Grünen, hat im Interview mit der Welt auf den dramatischen Ernst der Lage und auf die ernste Dramatik der Situation hingewiesen, wenn er die bahnbrechende Erkenntnis über die Entwicklung von Covid-19 verkündet, dass, „solche Mutationen … immer wieder entstehen, überall. Und die finden dann auch den Weg über den Globus, das war bei der Spanischen Grippe vor hundert Jahren nicht anders.“

Zeit zum Lesen „Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen Das mit der „Spanischen Grippe“ hat Hofreiter allerdings aus dem Seehofer-Papier abgeschaut, in dem es heißt: „Außerdem sollte auch historisch argumentiert werden, nach der mathematischen Formel: 2019 = 1919 + 1929.“ Das mag manch einem Spanisch vorkommen, zumal 1919 + 1929 nach Adam Ries immer noch 3848 ergibt, doch erklärt Anton Hofreiter, dass es Hinweise darauf gäbe, „dass dieses Virus einen großen evolutionären Vorteil hat. Es hat sich sehr schnell durchgesetzt und die alte Variante verdrängt. Das deutet darauf hin, dass sie ansteckender ist.“ Ob die Mutation ansteckender ist – und welche überhaupt unter den vielen Mutationen – weiß man nicht, doch es ist eine biologische Grundtatsache, dass Viren mutieren. Man muss noch nicht einmal Biologie oder Medizin – auch nicht Geschichte – studiert haben, um das zu wissen. Jeder, der sich gegen Grippe impfen lässt, weiß das, sonst würde derjenige sich auch nicht jedes Jahr erneut impfen lassen. 

Aber da der Bundestag momentan nicht besonders gebraucht wird, hat Anton Hofreiter viel Zeit und sie dankenswerter Weise sinnvoll dazu genutzt, exakt auszurechnen, dass es „Millionen Erkrankte weltweit“ gibt. Und, so rechnet er weiter,  „das bedeutet aus biologischer Sicht: Billionen Möglichkeiten zur Mutation.“ Deshalb macht der Fraktionschef seinen das ganze Land verblüffenden Punkt: „Das bedeutet, dass uns überhaupt nicht geholfen ist, uns beim Impfen nur auf Europa zu konzentrieren.“ Die EU war ja in dieser Frage bisher besonders erfolgreich. Nein: „wir müssen weltweit impfen – 7,8 Milliarden Menschen, so schnell es geht.“ Hofreiter fordert, dass Deutschland, das Land, in dem laut ZDF 2,66 Prozent der Bevölkerung, also 22121851 Menschen einfach und 1,09 Prozent der Bevölkerung also 903271 Menschen vollständig geimpft sind, „das mit auf den Weg bringen“ soll. 

Ganz benommen von der großen Aufgabe, der sich Deutschland nun kühn stellen muss, hat der Fraktionschef der Grünen übersehen, dass die Regierung seiner Bundeskanzlerin nicht auch nur annähernd dazu in der Lage ist, genügend Impfstoff für das deutsche Volk zu besorgen. Aber so schlimm ist das für Anton Hofreiter nun auch nicht, denn wir benötigen nur die lächerliche Menge von „6,2 Milliarden Dosen“, um 80 Prozent der Weltbevölkerung“ zu impfen. Schließlich geht es um „ein Gebot globaler Gerechtigkeit“. Na, wenn es darum geht, hilft selbst der Zauberer von Oz mit. 

Anton Hofreiter, der für die ganze Welt verantwortlich ist, in planetarischen, demnächst in extraterrestrischen Dimensionen denkt, findet, dass es einen Unterschied macht, „ob die Welt bis Ende 2022 durchgeimpft ist, oder, wie es jetzt aussieht, erst 2024.“

Geh mit Gott, aber geh Merkels Götterdämmerung oder wie der „Mutti“-Mythos zerfällt Eine Frage hat die Welt dem Weltpolitiker Anton Hofreiter nicht gestellt, nämlich wie er sicherstellen will, dass Deutschland bis 2024 durchgeimpft ist. Es würde der Welt auch nichts nützen, es würde ihr nicht einmal helfen, wenn Deutschland erst 2022 Impfimmunität erreicht hätte. Dann gäbe es keine deutsche Wirtschaft mehr. Nicht einmal Papier für die Geldpresse.

In letzter Zeit kommt mir öfter der Satz in den Sinn: Der Dilettant greift immer nach dem höchsten, ohne das einfachste zu beherrschen. Oder auf Lateinisch: Hic rhodus, hic salta. Schöne, neue, grüne Welt eben.

Quelle

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