Dauerlockdown? Bei der Mutante ist leider auch schon die Luft raus

Michael W. Alberts, Gastautor

„So führt das Kanzleramt uns in den Dauer-Lockdown“ meldet Bild.de in diesem Beitrag. Es stehe ein brisanter Verdacht im Raum: „Folgt das Kanzleramt nun etwa dem radikalen „No Covid“-Plan seiner Berater?“

Bewundernswert hartnäckig kämpft Mutti bis zum letzten Blutstropfen, wenn auch nicht unbedingt dem eigenen, um vom Lockdown zu retten, was zu retten ist. Es gilt jetzt, den letzten Durchhaltewillen aus diesem Gemeinwesen herauszuquetschen, der noch drinsteckt. Zwar scheint auch der letzte Trumpf nicht mehr so ganz zu stechen, die grausige Mutante von den bösen Briten, aber solange der Gaul noch Luft hat, wird er halt angetrieben mit der Propagandapeitsche. Jetzt erst recht!

Vom Boden der Tatsachen entschwebt man mit dem Heißluftballon immer höher in den Himmel über Berlin, so wie in den Krisenvideogipfeln von Mutti mit den Länderfürsten verhandelt wird; zuverlässige Fakten, wohlabgewogene Berechnungen und common sense gegenüber der Bevölkerung scheinen dort nach wie vor eine weit geringere Rolle zu spielen, wenn überhaupt eine, als Machtspielchen, Eitelkeiten, Fake-Heldentum auf Kosten Dritter und nicht zuletzt wahltaktische Empfindlichkeiten, sowohl individueller wie parteimäßiger Natur.

Nun sollen es nur noch 35 statt 50 „Inzidenzen“ sein („moving the goalpost“ = immer neue Maßstäbe aus der Trickkiste), und eigentlich wollte die Kanzlerin laut medial gestreuter Hinweise auch eine Reproduktionszahl R von nur noch 0,7 einfordern, nachdem sie neulich noch sogar 0,6 für das mindeste hielt, Achgut hat das erläutert und bewertet. Das sind alles Zahlen ohne wirkliche wissenschaftliche Grundlage, mehr „politische Zahlen“, gefühlte Wahrheiten, Pseudofakten.

So wie auch die statistische Grundlage generell, nach wie vor weit überwiegend auf den PCR-Tests basierend, weit weniger belastbar ist als die generöse Ansage der unvergessenen Loriot-Zeichentrick-Ehefrau, die ihrem zweifelnden Mann erklärt, eine Hausfrau habe es nun einmal im Gefühl, wann das Ei lang genug im kochenden Wasser war. So hat auch Mutti ganz klar im Gefühl, wie sich das mit dem Virus verhält, und das RKI dreht im Hintergrund hilfsbereit an der Sanduhr herum.

Schauen wir mal auf ein paar der offiziellen Zahlen. Am 10. Januar, also vor recht genau einem Monat, sonntags, hat das RKI die „7-Tage-Inzidenz“ für ganz Deutschland mit 162 angegeben. Am 7. Februar, wieder sonntags, genau vier Wochen später, mit 76. (Tagesberichte) Das macht einen Rückgang von 100 auf 47 Prozent, also weniger als die Hälfte (wenig aussagekräftiger PCR-Positivergebnisse, aber etwas anderes bekommen wir nun mal nicht). Und der Rückgang der Zahlen folgt perfekt einer stetig abfallenden Linie, da sind keine Sprünge, keine Zacken, einfach nur angenehm abwärts.

Wenn man je Ansteckungszyklus vier Tage ansetzt (vgl. beim RKI hier Nr. 5 zum „seriellen Intervall“), braucht man für den erzielten Rückgang über siebenmal vier Tage vom 10.01. bis 07.02. nur ein R von knappen 0,9. Schon damit hat sich über vier Wochen mehr als eine Halbierung der angeblichen „Infektionen“ ergeben. Merkwürdig, wie man im Kanzleramt auf 0,6 oder auch „nur“ 0,7 kommt, denn erstens kommt man mit 0,9 ganz offensichtlich auch schon voran, und zum anderen – welche Maßnahmen sollten denn noch obendrauf kommen? Einzelhaft und Brotsuppe vom Kommiss für alle? Damit man mit einem R von 0,7 innerhalb von drei Wochen, also fünf Ansteckungszyklen später, die verbliebene Epidemie auf nur noch ein Sechstel (!) drücken kann, wie durch ein plötzliches Wunder? Will Mutti nach Ausscheiden aus dem Amt noch eine Heiligsprechung erzielen?

Ihr letztes, verzweifelt verteidigtes Argument ist, wir müssten um jeden Preis ganz schnell runterkommen, weil die Mutante droht, und da wollen wir einfach möglichst viel Vorsprung haben, wenn sie erst zum Spurt ansetzt. Aber auch da beweist sich leider erneut, dass im Kanzleramt die Sache mit den Zahlen fremdelt … dieses, wie sagt man noch … Kopfrechnen und so. Denn die Mutante ist ja deshalb so ehrfurchtheischend, weil manche sagen, die könnte ansteckender sein als was wir bisher kennen. Man weiß es nicht wirklich, man befürchtet es aber, weil die neue Variante sich irgendwie durchzusetzen scheint gegenüber den alten.

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