Horsts üble Propaganda und Slowiks Sprach-Entgleisung

Horst Seehofer, Barbara Slowik, Otto Kölbl, CDU maskenfrei
22. Februar 2021
Wie bringt man Menschen dazu, auf ihre Rechte zu verzichten? Wie treibt man ein Volk in einen Krieg? Mit Propaganda. Das war so, und das ist auch heute noch genau so. Weil aber unsere Regierung keine Populisten vorzuweisen hat, denen die Menschen gerne und freiwillig folgen, müssen „Experten und Wissenschaftler“ die Arbeit machen.
Als ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft (oder war es umgekehrt?) wirkte bei Corona Horst Seehofers Innenministerium. Dort wurde ein Team aus „führenden Wissenschaftlern“ von mehreren Forschungsinstituten und Universitäten zusammengestellt, um die Corona-Sirenen heulen zu lassen. Neben „renommierten Fachleuten wie dem Direktor des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler“ gehörte auch ein gewisser Otto Kölbl, mit über 50 ein später Germanistik-Doktorand, zu der illustren Truppe. Seine Expertise: Er war als Fremdsprachenlehrer in China tätig und ein Verehrer des Großen Mao tse Dung und seines ebensogroßen Sprungs nach vorn, dessen Bilanz irgendwo zwischen 15 und 55 Millionen Todes-Opfern lag.
Genau der richtige Mann für eine fundierte Analyse, „um Entscheidungen zu Maßnahmen und ihren Wirkungen einschätzen, vorbereiten und treffen“ (Staatssekretär Kerber) und „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ planen zu können. Und Germanist Kölbl schätze, bereitete vor und schrieb ins Seehofer-Papier hinein:
„Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden. … Viele Schwerkranke werden von ihren Angehörigen ins Krankenhaus gebracht, aber abgewiesen, und sterben qualvoll um Luft ringend zu Hause. Das Ersticken oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Menschen eine Urangst.“
Oder:
„Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen … Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.“
Nun, viele solcher Geschichten, die in diese Agenda vom Horst passen wie ein Corona-Virus in die gesunde Zelle, fanden Sie, verehrte Leser, dann in vielen Medien und beim Staatsfunk wieder, aufbereitet mit schönen Fallbeispielen und vielen Experten-Stimmen. Auf diese Art wurde das öffentliche Leben lahmgelegt, wurden Existenzen vernichtet und Menschen ins Elend getrieben. Vor fast 200 Jahren schrieb Heinrich Heine fast wörtlich:
Wahrhaftig, Schufterle ist nicht tot, er lebt noch immer und steht an der Spitze einer wohlorganisierten Bande von literarischen Strauchdieben.
(Quellen Welt, Aargauer Zeitung)
 
Wochenend und Sonnenschein, und dann mit dir im Wald allein – damit war nix am vergangenen Sonntag, denn der Wald war voller Menschen, auch in den Städten harrten Schlangen vor den Läden, die Eis verkauften. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, die Corona-Frevler herauszufischen, aber gegen des Frühlings klare Botschaft (Stinkefinger!) war sie weitgehend machtlos (außer in Moers).
Immerhin trugen folgsame Zeit-Genossen ihre Bekenntnismaske auch im Freien, da können Wissenschaftler noch so laut ‘aerosolischer Unsinn‘ rufen. Nein, manch staatstreuer Bürger lässt sich nicht davon abbringen, ihn kennzeichne als guten Untertan ein Stofffetzen im Gesicht wie früher das Parteiabzeichen am Revers. Gute Nachricht für sparsame Naturen: Die Maske ist sogar wiederverwertbar, wenn man sie nach dem Waschen „etwa mindestens eine Woche lang an der Luft trocknet“.
 
Prachtwetter oder nicht, Widerständler und Aufwiegler nutzen gesetzliche Schlupflöcher, um der Herrschaft zu zeigen, was sie von ihr halten. Mal tarnen sie ihre Zusammenkünfte als Gottesdienste, mal als Listenparteitag für die kommende Landtagswahl. So wie die CDU in Sachsen-Anhalt, wo 100 Delegierte ohne Masken und Abstand (allerdings auch ohne Grünkohl) in einem Raum beisammen saßen. Man habe ein „umfassendes Hygienekonzept“ erarbeitet, gab der zuständige Funktionär als Entschuldigung an, außerdem hätten die SPD-Genossen auch zusammen gesessen.
 
Die Gedanken sind frei? Nicht bei der Berliner Polizei!
Bei „Verfolgen und ausmerzen“ bietet Google in Sekundenschnelle und ohne nachzudenken Quellen aus den dunklen Zeiten an. „Verfolgen und ausmerzen“ ist der Sprachgebrauch des Unmenschen, der sich seinerzeit gerne bei der Biologie bediente. Oder es ist die Wortwahl von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik, deren oberste Priorität es ist „rechtsextremes Gedankengut in der Polizei Berlin zu verfolgen und auszumerzen“. Deshalb schickt sie nun eine „spezielle Ermittlergruppe“ los, um „Verdachtsmomenten“ nachzugehen und „Kennbeziehungen“ (also, ich kenne einen, der einen kennt) und „Verbindungen zu rechtsextremen Straftaten aufzuspüren. Die unheimliche Staatspolizeitruppe soll am 1. April ihren Dienst aufnehmen. Und das ist kein Scherz. Die Rote Barbara scherzt nicht.
 
Illustration: adborsche

Quelle

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